Der Dacia Sandero II fällt bei der HU oft durch

Als günstigster Neuwagen sorgte der rumänische Kleinwagen immer wieder für Aufmerksamkeit. Als Gebrauchter ist die Zweitauflage (2012 bis 2021) laut Tüv-Befund kaum eine Empfehlung.
Günstiges Fahrzeug beim Neukauf: Doch wie schlägt sich der kleine Sandero von Dacia als Gebrauchtwagen? © Dacia/dpa-tmn

Werksfrisch ist der Sandero immer noch ein vergleichsweise günstiges Auto, auch wenn die aktuelle Auflage die 10 000-Euro-Marke deutlich geknackt hat. Günstiger sind trotz geringen Wertverlusts bei der rumänischen Renault-Tochter selbstredend die Gebrauchten.

Doch sollte man bei dem Kleinwagen die Rechnung nicht ohne die Hauptuntersuchung (HU) machen: «Die Zahl der Fahrzeuge mit erheblichen Mängeln toppt den Durchschnitt von der ersten Prüfung an», schreibt der «Auto Bild Tüv-Report 2023». Die Folge: Prüfer verwehren die Plakette, bis der Halter nachbessert.

Modellhistorie: Dacia legte sein Günstigauto, lange Zeit billigster Neuwagen der Republik, 2008 auf. 2012 kam die zweite Modellgeneration auf den Markt, zur Modellpflege 2017 kam ein neuer Dreizylindermotor unter die Haube. Im September 2020 wurde die Baureihe eingestellt. Seit Frühjahr 2021 ist die Drittauflage auf den Straßen.

Varianten: Standardmäßig wurde der Sandero II als fünftüriges Steilheck gebaut. Als höherlegte Variante mit SUV-Anleihen, die 2009 debütierte, trägt er den Beinamen Stepway.

Abmessungen (laut ADAC): 4,06 m bis 4,08 m x 1,73 m bis 1,76 m x 1,52 m bis 1,62 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 320 l bis 1200 l.

Stärken: Mit der zweiten Generation sind ESP und Servolenkung an Bord; für einen Kleinwagen gibt es innen recht viele Platz. In Sachen HU werden Federn und Dämpfer laut Tüv-Report «nicht zu oft» moniert, die Blinker schneiden gut ab, was auch für die Bremsleitungen und -schläuche gilt. Besser als beim Vorgänger: die Haltbarkeit der Auspuffanlage. Ölverlust ist kein sehr großes Problem.

Schwächen: Ab der zweiten HU ernten die Radaufhängungen Beanstandungsquoten über dem Durchschnitt, schon ab dem ersten Check ist das Abblendlicht oft verstellt, Scheinwerfer und Rückleuchten sind stark mängelbehaftet. Die Mängel beim Licht ziehen sich durch alle Baujahre.

Ab dem zweiten Check schwächeln die Bremsscheiben, die Fußbremse aller Jahre zeigt auf dem Prüfstand zu wenig Wirkung. Durch die Abgasuntersuchung (AU) fällt der Sandero II immer wieder mal.

Pannenverhalten: Bessere Einschätzung von der Straße. Bei der ADAC-Pannenstatistik landet das rumänische Modell stets auf guten Plätzen. Pannenschwerpunkte sind der Anlasser bei Autos, die 2012 erstzugelassen wurden, sowie das Zündschloss (2013 bis 2016).

Motoren: Benziner (Drei- und Vierzylinder, Frontantrieb): 54 kW/73 PS bis 74 kW/101 PS; Diesel (Vierzylinder, Frontantrieb): 66 kW/90 PS bis 70 kW/95 PS; Autogas (LPG): 53 kW/72 PS und 66 kW/90 PS.

Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Sandero II 0.9 TCe 90 eco Laureate (2016); 66 kW/90 PS (Dreizylinder); 78 000 Kilometer; 5950 Euro.

- Sandero II 1.2 16V 75 Ambiance (2016); 54 kW/73 PS (Vierzylinder); 78 000 Kilometer; 5150 Euro.

- Sandero II 1.5 dCi 90 eco Stepway Prestige (2017); 66 kW/90 PS (Vierzylinder); 101 000 Kilometer; 8550 Euro.

© dpa
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