Der Nissan Pulsar im Langzeit-Check

11.04.2022 Kennen Sie den VW Golf oder den Opel Astra? Klar! Ford Focus und Hyundai i30 oder Renault Mégane auch. Aber was ist mit dem Pulsar? Dem was? So hieß Nissans Kompaktmodell, gebraucht gibt es ihn noch.

Besuch in der Boxengasse: Vom Pulsar hat Nissan auch sportive Sonderausführungen gebaut. © Nissan/dpa-tmn

Mit dem Pulsar veranstaltete Nissan ein bis dato letztes Intermezzo in der Golf-Klasse. Das typische Kompaktklassemodell war nur vier Jahre am Markt, aber mit innovativer Sicherheitstechnik ausgestattet. Bei der Hauptuntersuchung (HU) legt das Auto leider oft nur eine durchwachsene Vorstellung hin.

  • Modellhistorie: Der Pulsar kam im Herbst 2014 in den Handel und wurde schon 2018 wieder aus den Showrooms genommen, als die Produktion auslief.
  • Karosserievarianten: Der Pulsar wurde ausschließlich als fünftüriges Schrägheck gebaut. Aufgelegt wurden aber Sonderausführungen wie eine Black Edition oder eine Sport Edition mit Spurverbreiterung und Sportauspuff.
  • Abmessungen (laut ADAC): 4,39 m x 1,77 m x 1,52 m (LxBxH), Kofferraumvolumen: 385 l bis 1395 l.
  • Stärken: Der Pulsar wurde serienmäßig mit einem Notbremssystem bestückt, ein Kamerasystem für die 360-Grad-Überwachung der Fahrzeugumgebung ließ sich als Extra ordern. Der ADAC attestierte dem Kompakten zudem einen kurzen Bremsweg. Bei der HU schneiden laut «Auto Bild Tüv Report 2022» die Antriebswellen sowie große Teile der Lenkanlage vorbildlich ab, Bremsleitungen und -schläuche werden so gut wie nie beanstandet.
  • Schwächen: Doch gleich beim ersten HU-Termin im Alter von drei Jahren häufen sich die Probleme: defekte Lenkgelenke, schwächliche Federn und Dämpfer. Überdurchschnittliche Beanstandungsquoten auch bei der Feststellbremse, die sich bei der zweiten HU fortsetzen.
  • Oft bemängelt: die vordere Beleuchtung. Der Pulsar fällt recht häufig durch die Abgasuntersuchung (AU) und neigt zu überdurchschnittlichem Ölverlust.
  • Pannenverhalten: In der ADAC-Pannenstatistik landet der Pulsar der Erstzulassungsjahre 2015 und 2016 auf guten Plätzen. Exemplare von 2017 und 2018 rutschen ins Mittelfeld beziehungsweise hintere Mittelfeld ab. Als einzigen Pannenschwerpunkt nennt der ADAC entladene Batterien (2017 und 2018).
  • Motoren: Benziner (Vierzylinder mit Frontantrieb): 85 kW/115 PS und 140 kW/190 PS; Diesel (Vierzylinder mit Frontantrieb): 81 kW/110 PS.
  • Marktpreise (laut «DAT Marktspiegel» der Deutschen Automobil Treuhand mit jeweils statistisch erwartbaren Kilometern):

- Pulsar 1.2 DIG-T Visia (2015); 85 kW/115 PS (Vierzylinder); 79.000 Kilometer; 8075 Euro.

— Pulsar 1.6 DIG-T Tekna (2016); 14 kW/190 PS (Vierzylinder); 69.000 Kilometer; 13 750 Euro.

— Pulsar N-Connecta 1.5 dCi (2018); 81 kW/110 PS (Vierzylinder); 70.000 Kilometer; 14 150 Euro.

© dpa

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