Sonne statt Öl  

Benzin ist im Nahen Osten alles andere als knapp oder teuer. Trotzdem startet die Region langsam mit dem Weg ins E-Zeitalter. Vorweg fahren könnte der neue saudische Autobauer Ceer. 
Ceer will ab Mitte des Jahrzehnts Autos in Arabien verkaufen © PIF

SP-X/Paris. Der Nahe Osten beginnt mit der Elektrifizierung des Autoverkehrs. Erste Infrastrukturprojekte und Förderprogramme sind angekündigt. Und auch die erste regionale Automarke steht in Saudi-Arabien vor dem Start. 

Anfang November haben der saudische Staatsfond PIF und der taiwanesische Auftragsfertiger Foxconn die gemeinsame Gründung der Automarke Ceer bekannt gegeben. Ab 2025 soll der erste regionale Hersteller E-Mobile im sogenannte MENA-Raum verkaufen, also im Nahe Osten und Nordafrika. Details zu Modellen und Werken sind noch nicht bekannt. Die neue Marke soll die noch geringe, aber wachsende Elektroauto-Nachfrage vor Ort bedienen. 

Bislang werden E-Mobile im Nahen Osten noch in homöopathischen Mengen verkauft. Doch vor allem in den Zentren wächst der Markt. Abu Dhabi hat laut der Unternehmensberatung Inovev bereits 2.000 Ladestationen am Netz, in Dubai sind es 200. Ägypten will gemeinsam mit dem chinesischen Autohersteller Dongfeng rund 3.000 Ladesäulen errichten. Zudem haben erste Staaten Förderprogramme und ehrgeizige CO2-Ziele für den Verkehr angekündigt. Marokko etwa plant, bis 2030 den Energieverbrauch im Verkehr um 23 Prozent zu senken. Nicht zuletzt mit der Hilfe von Solarstrom, der in der gesamten Region gut herzustellen ist.

Bislang ist Toyota mit seinen Geländewagen und Mittelklasselimousinen Marktführer in der Region. Rund 29 Prozent aller Neuwagen im Nahen Osten und Nordafrika stammen von der japanischen Marke. Hyundai-Kia und Renault-Nissan folgen mit knapp 20 Prozent. Im Aufwind sind die chinesischen Hersteller mit mittlerweile gut 12 Prozent Marktanteil – doppelt so viel wie die traditionell in der Region starke Stellantis-Gruppe. Deutsche Hersteller spielen bislang in der Region außerhalb des Luxus-Marktes kaum eine Rolle. 

Für Deutschland könnte die Hinwendung des arabischen Raums zur E-Mobilität aber auch jenseits von Marktchancen für E-Autohersteller eine Rolle spielen. So gilt vor allem die sonnenreiche arabische Halbinsel als möglicher Standort für die Produktion von E-Fuels, mit Hilfe von Solarstrom hergestellten synthetischen Kraftstoffen. Eine Elektrifizierung des Transportsektors vor Ort würde die Verfügbarkeit von Öko-Energie für die Kraftstoffherstellung möglicherweise einschränken. 

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