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Von Trottas Biopic über Ingeborg Bachmann

Die Schauspielerin Vicky Krieps steht im Fokus von «Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste». Margarethe von Trotta hat ein elegant inszeniertes Psychogramm mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin geschaffen.
«Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste»
Vicky Krieps als Ingeborg Bachmann in einer Szene des Films «Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste». © -/Alamode Film/dpa

Ingeborg Bachmann und Max Frisch sind eins der populärsten Liebespaare der deutschen Literaturgeschichte. Ihre insgesamt wohl als sehr unglücklich zu bezeichnende Liebesgeschichte, die zwischen 1958 und 1962 andauerte, hat die Regisseurin Margarethe von Trotta nun zu einem Kinofilm verarbeitet.

Die gefeierte deutsch-luxemburgische Schauspielerin Vicky Krieps verkörpert die legendäre österreichische Schriftstellerin in «Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste» als so zerbrechliche wie unerschrockene Frau.

Von Trottas Film ist als ein auf Geschichte basierendes, am Ende aber auch fiktionales Werk zu verstehen. Die 81-Jährige hat ein elegant inszeniertes Psychogramm mit einer beeindruckenden Hauptdarstellerin geschaffen.

Zum einen wird darin die toxische Beziehung zwischen Bachmann und Frisch entfaltet. Etwas, das Bachmann im Film als «Katastrophe, die mich zerstört hat» bezeichnet. Frisch (eindringlich unangenehm: Ronald Zehrfeld) wird als notorisch eifersüchtiger Partner mit sehr klassischem Geschlechterrollenverständnis gezeigt, der so Dinge sagt wie: «Mein braves Mädchen hat abgewaschen.»

Bachmann wird porträtiert als ätherisches, kettenrauchendes Wesen, das sich Frisch immer wieder entzieht. Manchmal sitzt sie zusammengekrümmt mit einer Decke über den Schultern im Schatten, rauchend und Beruhigungstabletten einwerfend. Manchmal, zum Beispiel in der Sonne ihrer geliebten Wahlheimat Rom, erstrahlt sie.

Vielleicht scheiterte ihre Beziehung auch daran, dass die beiden zwei Schriftsteller mit jeweils großem Ego und Sendebewusstsein waren. Bachmann, die immer wieder mit Blockaden zu kämpfen hat, ist gestresst von Frischs hemdsärmeligem Schriftsteller-Verständnis, kann das routinierte Tippen seiner Schreibmaschine nicht ertragen. Frisch wirft ihr vor, das Schreiben zu vernachlässigen.

Die Liebesgeschichte wird verschränkt mit einer späteren Episode. Mitte der 1960er Jahre lernt Bachmann den neun Jahre jüngeren Autor Adolf Opel kennen. Sie beginnen eine Affäre und reisen gemeinsam nach Ägypten. Bachmann findet dort zu neuer Kraft zurück. Die Wüste, die sie mit Opel erkundet, wird zu ihrer Befreiung.

Einmal zitiert ihr junger Freund eins von Bachmanns schönsten Gedichten, «An die Sonne». «Nichts Schönres unter der Sonne als unter der Sonne zu sein», heißt es darin. Von Trottas Film ist ein guter Anlass, sich 50 Jahre nach Bachmanns Tod nochmals mit dem beispiellosen Werk dieser Autorin zu beschäftigen.

Ingeborg Bachmann - Reise in die Wüste, Deutschland/Österreich/Schweiz/Luxemburg 2023, 111 Min., FSK o.A., von Margarethe von Trotta, mit Vicky Krieps, Ronald Zehrfeld, Tobias Samuel Resch.

© dpa
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