Die Filmstarts der Woche

In einer grellen Satire auf Reichtum und Schönheitsindustrie lässt Regisseur Ruben Östlund eine Luxusjacht lustvoll untergehen. «Der Passfälscher» erzählt die wahre Geschichte des jüdischen Grafikers Cioma Schönhaus.

Influencer und Superreiche - «Triangle of Sadness»

Als «Triangle of Sadness», «Dreieck der Traurigkeit», bezeichnet die Schönheitsindustrie den Bereich zwischen den Augenbrauen und der Nasenwurzel. Auch einem der Protagonisten in Ruben Östlunds Kinofilm «Triangle of Sadness», dem Model Carl, wird empfohlen, sich hier das Nervengift Botox spritzen zu lassen. 

Östlunds Sozialsatire, die bei den Filmfestspielen in Cannes die Goldene Palme gewann, erzählt von der Welt der Influencer und Superreichen. Sie spielt größtenteils auf einer Luxusjacht, wo Carl (Harris Dickinson) und die Influencerin Yaya (Charlbi Dean, verkörpert von der im Sommer mit 32 Jahren unerwartet gestorbenen Charlbi Dean) mit einer grell überzeichneten Gesellschaft von Reichen unterwegs sind. Auch Iris Berben ist in einer Nebenrolle zu sehen. Die 72-Jährige spielt eine Schiffsreisende namens Therese, die nach einem Schlaganfall eine Sprachstörung hat. Später passiert Unerwartetes: Einige Schiffsreisende landen auf einer Insel, wo die Hierarchie umgekehrt wird, denn eine Angestellte ist die einzige, die Fische fangen, Feuer machen und somit das Überleben der Menschen sichern kann.

Triangle of Sadness, Schweden/Großbritannien u.a. 2022, 147 Minuten, FSK o.A., von Ruben Östlund, mit Harris Dickinson, Charlbi Dean, Woody Harrelson, Iris Berben

«Der Passfälscher»: Die Geschichte eines Überlebenskünstlers

Berlin (dpa) - Der jüdische Grafiker Cioma Schönhaus überlebte die Nazi-Herrschaft, indem er für sich und andere Pässe fälschte und sich so unter anderem als Wehrmachtsoldat auf Heimaturlaub ausgab. «Der Passfälscher» basiert auf der Autobiografie des 2015 im Alter von 92 Jahren gestorbenen Schönhaus.

Louis Hofmann («Dark») spielt den lebenslustigen Überlebenskünstler, der den Schrecken des Krieges furchtlos und äußert leichtsinnnig begegnet. «Er war einfach wahnsinnig clever, schnell im Kopf und sozial extrem intelligent», sagt Hofmann über seinen Charakter. «Der Passfälscher» von Autorin und Regisseurin Maggie Peren («Die Farbe des Ozeans») zeigt den Zweiten Weltkrieg mal aus einer anderen Perspektive, hätte allerdings etwas mehr Tiefe verdient gehabt.

Der Passfälscher, Deutschland, Luxemburg 2022, 117 Min., FSK ab 6 Jahren, von Maggie Peren, mit Louis Hofmann, Jonathan Berlin, Luna Wedler

© dpa
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