Die Filmstarts der Woche

Eine auf der Berlinale preisgekrönte Geschichte aus Spanien, die Abenteuer des jungen Winnetou und ein Engländer, der im Bus bis ans Ende der Welt fährt. Die Filme der Woche.

Berlinale-Gewinner «Alcarràs»

Der Film nimmt einen mit auf eine spanische Pfirsichplantage. «Alcarràs - Die letzte Ernte» erzählt von einer Familie, die bisher mit Landwirtschaft ihr Geld verdient hat. Als auf dem Areal eine Solaranlage gebaut werden soll, steht die Familie vor einer ungewissen Zukunft. Regisseurin Carla Simón erzählt vom Familienalltag und von verstrickten Familienbeziehungen, von technischen Veränderungen und der Frage, welche Landwirtschaft sich unsere Gesellschaft wünscht. Das Drama, das auf der Berlinale im Februar als bester Film ausgezeichnet wurde, kommt nun ins Kino.

Alcarràs, Spanien/Italien 2022, 120 Min., FSK ab 6 Jahren, von Carla Simón

«Der junge Häuptling Winnetou»

Berlin (dpa) - Sechzig Jahre ist es her, dass Pierre Brice erstmals in die Rolle des Apachen Winnetou schlüpfte («Der Schatz im Silbersee», 1962, Regie: Harald Reinl). Was folgte, gilt längst als (Pop)-Kulturgut: zehn weitere Winnetou-Streifen mit Brice und anderen Darstellern wie etwa Götz George, Karin Dor, Ralf Wolter und Lex Barker als Old Shatterhand. Nun reitet Winnetou wieder - auch, wenn er noch nicht allzu fest im Sattel sitzt. Regisseur Mike Marzuk erzählt frei nach Karl May und einem von Gesa Scheibner und ihm verfassten Drehbuch die Geschichte des noch jungen Winnetou, der wichtige Lektionen lernen muss, bevor er zum Häuptling werden kann.

Der junge Häuptling Winnetou, D 2022, 103 Min., FSK ab 0, von Mike Marzuk, mit Mika Ullritz, Milo Haaf, Lola Linnéa Padotzke

«Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr»

Berlin (dpa) – 27 Jahre ist ein Film alt mit dem so langen wie schönen Titel «Der Engländer, der auf einen Hügel stieg und von einem Berg herunterkam» (The Englishman Who Went Up a Hill But Came Down a Mountain). Der nun lancierte «Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr» scheint zumindest mittels seines deutschen Verleih-Titels auf das 1990er Werk mit Hugh Grant Bezug nehmen zu wollen. Im englischen Original indes trägt er den schlichten, wenn auch kaum weniger prägnanten Titel «The Last Bus».

Ein alter, gebrechlicher Mann nämlich steigt hier, zum vielleicht letzten Male, in einen Bus. Mit einer hehren Absicht, auf die der Busfahrer nur mit einem erstaunten «Das sind 1300 Kilometer!» antwortet. Und der Alte wiederum mit einem störrischen: «Fahr endlich los!». Vom nördlichsten Punkt Schottlands soll die Reise gehen bis hinunter in den Süden Englands.

Bei dem betagten Mann handelt es sich um den Rentner Tom (gespielt von Timothy Spall), der nach Land’s End im Süden Englands möchte, weil er an jenem Ort seine unlängst verstorbene Ehefrau Mary kennengelernt hat. Tom möchte dort Marys Asche verstreuen, die er in einem Koffer bei sich hat. Der 90-Jährige plant, seine lange Reise ausschließlich mit Nahverkehrsbussen zurückzulegen, da er diese als Rentner kostenlos nutzen kann.

Während dieses Roadtrips trifft er auf ganz unterschiedliche Menschen, die Anteil an seiner bewegenden Lebensgeschichte nehmen. Für «Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr» auf dem Regiestuhl Platz genommen hat der britische Regisseur und Drehbuchautor Gillies MacKinnon, bekannt durch Filme wie «Marrakesch» oder «Ein Haus in Irland». Der britische Hauptdarsteller Timothy Spall (»Spencer») zählt erst 65 und nicht bereits die seiner Figur in diesem Film zugeschriebenen 90 Jahre.

Der Engländer, der in den Bus stieg und bis ans Ende der Welt fuhr, Großbritannien/Vereinigte Arabische Emirate 2021, 86 Min, FSK ab 12, von Gillies MacKinnon, mit Timothy Spall, Phyllis Logan, Saskia Ashdown

© dpa
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