«Firebird»: Ergreifendes Liebesdrama

16.05.2022 Mit seinem Spielfilmdebüt ist Regisseur Peeter Rebane ein packendes Liebesdrama im Stil klassischer Hollywood-Melodramen gelungen. Doch «Firebird» hat einen ernsten Hintergrund.

Sie lieben sich: Sergey (Tom Prior) und Roman (Oleg Zagorodnii). © -/Salzgeber & Co. Medien GmbH/dpa

Liebe kennt keine Schranken? Von wegen. Politische und gesellschaftliche Hürden stehen der Lust in vielen Ländern im Weg.

Beispiel Russland: Homosexualität wurde Anfang der 1990er legalisiert. Doch die Diskriminierung hält an. Dafür sorgt etwa das 2013 verschärfte Gesetz gegen sogenannte «homosexuelle Propaganda».

Dies bedenkend, ist das Spielfilmdebüt des in seiner Heimat Estland vor allem als Aktivist der LGBT-Gemeinschaft bekannten Peeter Rebane auch als Anklage menschenverachtender Gesetze zu sehen. Vor allem aber ist ihm ein packendes Liebesdrama im Stil klassischer Hollywood-Melodramen gelungen.

In kunstvoll komponierten Bildern und mit viel gefühlvoller Musik wird vom Soldat Sergey (Tom Prior), dessen Jugendfreundin Luisa (Diana Pozharskaya) und Oberst Roman (Oleg Zagorodnii) erzählt. Die drei dienen in den 1970er Jahren auf einem sowjetischen Luftwaffenstützpunkt. Starke Zuneigung verbindet sie. Eine Idylle aber sieht anders aus.

Eine Liebe zwischen zwei Männern

Die zwei Männer verlieben sich nämlich ineinander. Doch es kann nicht sein, was nicht sein darf. Der Geheimdienst ist ihnen auf den Fersen. Die beiden sind in höchster Gefahr. Davon und von ihrem durch die Kraft der Liebe angefachten Aufbegehren erzählt der Film mit schier überwältigender emotionaler Wucht.

Sämtliche Szenen wirken wie aus dem Leben gegriffen. Was daran liegt, dass Regisseur Peeter Rebane und Hauptdarsteller Tom Prior («Kingsman: The Secret Service») das Drehbuch auf Grundlage der Memoiren des russischen Schauspielers Sergei Fetissow geschrieben haben. Regie und Schauspiel überzeugen zudem in jedem Moment. Zwar herrscht Taschentuchalarm. Doch Kitsch hat null Chance. Ergreifend.

Firebird, Frankreich 2021, 107 Min., FSK ab 12, Regie: Peeter Rebane, mit Tom Prior, Oleg Zagorodnii, Diana Pozharskaya

© dpa

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