Oscar-Akademie entschuldigt sich bei indigener Aktivistin

Der Auftritt von Sacheen Littlefeather bei der Oscar-Verleihung im Jahr 1973 war von Buh-Rufen begleitet. Und auch danach sah sich die indigene Aktivstin schlimmen Anfeindungen ausgesetzt.
Sacheen Littlefeather bei der Oscar-Verleihung. © -/UPI/dpa

Nach fast 50 Jahren hat sich die Oscar-Akademie bei der US-Schauspielerin und indigenen Aktivistin Sacheen Littlefeather für die Reaktionen auf ihren Auftritt bei der Oscar-Verleihung 1973 entschuldigt.

Damals hatte der Schauspieler Marlon Brando, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller in «Der Pate» erhalten sollte, die 26-Jährige an seiner Stelle auf die Bühne geschickt, um eine Botschaft vorzutragen und die Auszeichnung abzulehnen.

Littlefeather habe wegen dieser Botschaft, die die falsche Darstellung der amerikanischen Ureinwohner in der US-Filmindustrie thematisierte, «unbegründet und ungerechtfertigt» Beschimpfungen ertragen müssen und für ihre Courage zu lange keine Anerkennung erhalten, hieß es in dem vom Academy-Präsidenten David Rubin unterzeichneten Brief. «Dafür bieten wir sowohl unsere tiefste Entschuldigung als auch unsere ehrliche Bewunderung an.»

Das bereits im Juni verschickte Schreiben veröffentlichte der Filmverband am Montag (Ortszeit) zusammen mit der Ankündigung eines Gesprächsabends mit Littlefeather am 17. September.

In der vorgetragenen Rede hieß es, Preise sollten in diesem Land nicht entgegengenommen werden, bis sich die Lebensbedingungen der amerikanischen Ureinwohner drastisch verbessert hätten. Unter Buh-Rufen verließ Littlefeather die Bühne. Danach erlebte sie immer wieder Anfeindungen. Auch musste sie sich Gerüchte gefallen lassen, sie habe das Rampenlicht nur genutzt, um ihre Karriere zu befeuern, oder sei selbst gar keine echte Native American, berichtete die BBC.

«Wir Ureinwohner sind sehr geduldige Leute - es sind ja nur 50 Jahre gewesen!», reagierte Littlefeather nach Angaben der Filmakademie auf die Entschuldigung. «Wir müssen uns unseren Sinn für Humor zu jeder Zeit bewahren. Das ist unsere Überlebensstrategie.»

© dpa
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