The Batman | Kritik: Düsteres Comic-Epos mit brachialer Wucht

04.03.2022

The Batman | Kritik: Düsteres Comic-Epos mit brachialer Wucht © Warner Bros.

Der dunkle Rächer ist wieder da: Am 3. März startet mit „The Batman” der neue DC-Blockbuster im Kino, der zugleich Robert Pattinsons Premiere als Superheld im Fledermauskostüm darstellt. Wie der Schauspieler in der Rolle und der actiongeladene Film selbst abschneiden, verraten wir Dir in unserer Kritik.

Der wahrscheinlich beliebteste Comic-Superheld überhaupt erhält mal wieder einen Neuanstrich im Kino: Für den DC-Film The Batman nahm sich diesmal Regisseur Matt Reeves („Cloverfield”) dem titelgebenden Superhelden an. Schon allein die Besetzung von Robert Pattinson („Tenet”) als Batman sorgte im Vorfeld für hitzige Diskussionen unter Comic-Fans.

Umso größer dürfte deshalb die ohnehin schon mächtig angestaute Neugier auf das neue Leinwand-Abenteuer des dunklen Ritters ausfallen: Wird Pattinson der Titelrolle gerecht? Kann Matt Reeves mit The Batman nach Christopher Nolans beeindruckender „Dark Knight”-Trilogie überhaupt noch einen drauflegen? Sind die drei Stunden Laufzeit gut gefüllt oder übertrieben?

Die Antworten auf diese und viele weitere Fragen zum ersten großen Blockbuster des Jahres findest Du in unserer Kritik zu The Batman.

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Die Handlung von The Batman: Darum geht es in der Comic-Verfilmung

In der US-Metropole Gotham City herrschen Korruption und Gewalt. Um die Straßen von all den Verbrechen und Kriminellen zu reinigen, schlüpft der junge Milliardär Bruce Wayne (Robert Pattinson) nachts in ein gepanzertes Fledermauskostüm und bekämpft als „Batman” Mörder, Gangster und andere Gesetzlose.

Sein neuester Gegenspieler erweist sich jedoch als besonders perfide: Ein Serienkiller namens „The Riddler” (Paul Dano) mordet sich durch die obersten Kreise der Stadt und hinterlässt an jedem Tatort ein Rätsel für Batman. Gemeinsam mit Police Lieutenant James Gordon (Jeffrey Wright) ermittelt der maskierte Held, um die Identität des brutalen Psychopathen aufzudecken und so dessen Masterplan zu entschlüsseln.

Doch es wird noch komplizierter, denn bald mischen zusätzlich die Gangster Oswald Cobblepot alias Der Pinguin (Colin Farrell) und Carmine Falcone (John Turturro) sowie die Meisterdiebin und Katzen-Liebhaberin Selina Kyle (Zoë Kravitz) mit. Kann Batman das Pulverfass Gotham vor der Explosion bewahren?

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Trotz FSK 12: The Batman ist düster, dreckig und brutal

Schon die Anfangsminuten von The Batman nutzt Regisseur Matt Reeves, um seinen Film einzunorden und das Publikum auf die folgenden drei Stunden vorzubereiten: Hier schreit alles nach Verdammnis, Untergang, Schmerz und seelischer Verkommenheit. Der bereits in Nolans Dark Knight-Trilogie eher spärlich verwendete Humor ist in The Batman vollkommen verschwunden. In dieser Welt gibt es nichts zu lachen und daran soll direkt von Beginn an kein Zweifel bestehen.

Passend dazu nimmt die neue DC-Adaption Anleihen an das Psychothriller-Genre sowie an düsteren Noir-Krimis und folgt erst im späteren Verlauf den Pfaden eines schweißtreibenden Action-Spektakels. Diese Mischung funktioniert erstaunlich gut und macht The Batman unbestritten zum bisher härtesten Film über den dunklen Ritter. Matt Reeves gelingt dabei das Kunststück, trotz fehlendem R-Rating ein überaus brutales und niederschmetterndes Werk abzuliefern.

Auf der Prioritätenliste des Regisseurs stehen Spannung und Atmosphäre noch vor dem großen Knalleffekt, was für eine Comic-Verfilmung dieser Größenordnung ein lobenswerter Schritt ist – und sich bezahlt macht. Zwar wirkt die finstere Stimmung in The Batman hin und wieder etwas zu gewollt, diese verleiht dem DC-Helden aber eine noch ambivalentere Aura und fesselt dadurch umso mehr.

Robert Pattinson in The Batman

Der härteste und düsterste Batman aller Zeiten: Robert Pattinson als Titelheld — Bild: Warner Bros.

Technisch brillantes Drei-Stunden-Epos mit erzählerischen Macken

Kameramann Greig Fraser („Dune”) fängt das vorrangig in Dunkelheit und Regen stattfindende Geschehen in immer neuen Facetten ein, dass man sich als Zuschauer:in am liebsten gemeinsam mit Batman in den pechschwarzen Gassen Gothams verlieren möchte. Dank Frasers grandiosen Bildern wohnt dieser nächtlichen Schattenwelt sogar etwas Wunderschönes inne, obwohl sie offensichtlich nichts als Verderben birgt.

Doch nicht nur auf der visuellen, auch auf der Tonebene präsentiert sich der Film auf meisterhaftem Niveau: Es wummert und dröhnt gewaltig im Kinosaal, wenn Motoren aufheulen oder Fäuste auf Schurken-Kiefer krachen. Selbst einfache Schritte fungieren wie druckvolle Paukenschläge in einem Orchester. Selten zuvor hatte das Sound Design eines Films solch maßgeblichen Einfluss auf die Wirkung desselbigen.

Apropos Orchester: Oscarpreisträger Michael Giacchino („Oben”) hat für The Batman einen Score geschaffen, der sich problemlos in die Liste der legendären Batman-Filmmusiken von Danny Elfman und Hans Zimmer einreiht. Wuchtig, emotional, episch: Ein akustisches Erlebnis.

Das tröstet schließlich auch darüber hinweg, dass das Drehbuch von Matt Reeves und Peter Craig nicht immer sattelfest durch die Geschichte führt und oftmals mit dick aufgetragenen Dialogen („I am Vengeance”) über den eigenen Pathos stolpert. Etwas weniger wäre hier mehr gewesen, auch was die knapp dreistündige Laufzeit des Blockbusters betrifft. Dieses Ausmaß ergibt nicht durchweg Sinn, oberflächlichen Leerlauf kann man The Batman aber auch nicht vorwerfen.

Bedrohlicher Grunge-Batman: Robert Pattinson führt exzellenten Cast an

Dazu bietet der Film nämlich jede Menge interessante und vielschichtige Charaktere, die von einem wahrhaft bravourösen Cast mit Leben gefüllt werden. Fans, die angesichts der Besetzung von Robert Pattinson in der Titelrolle skeptisch bis panisch reagierten, dürften nach dem Kinobesuch endlich wieder ruhig schlafen können. Der 35-Jährige wirkt als grungeiger Emo-Batman in seinen Anfangsjahren absolut plausibel und passt zu dem durch und durch traumatisierten Einzelgänger, der mehr Rächer als Superheld ist.

Pattinson bringt natürlich nicht die Physis seiner Vorgänger Christian Bale und Ben Affleck mit. Dass er dennoch im Vergleich zu den beiden genannten am einschüchterndsten in der Rolle wirkt, ist seinem rauen Spiel und Matt Reeves’ Inszenierung zu verdanken. Wenn Pattinson in seiner ersten Szene effektvoll aus dem Schatten tritt, ist das der wahrscheinlich eindringlichste und bedrohlichste Auftritt eines Kino-Batmans überhaupt, woran die zuvor erwähnte Kamera- und Soundarbeit großen Anteil hat.

Paul Dano in The Batman

Paul Dano gibt als Riddler einen schaurigen Schurken ab — Bild: Warner Bros.

Auch die restliche Besetzung von The Batman darf so richtig glänzen: Riddler-Darsteller Paul Dano gibt den fragilen Psycho, als hätte er nie etwas anderes gespielt und erzeugt spätestens mit seinen ersten gesprochenen Sätzen im Film eine angstbedingte Gänsehaut, die nicht mehr abflauen will. Colin Farrell beweist als windiger Pinguin einmal mehr seine Wandlungsfähigkeit. An dieser Stelle muss aber auch die sensationelle Maskenarbeit erwähnt werden, denn Farrell ist als korpulenter und vernarbter Gangster buchstäblich nicht wiederzuerkennen, selbst mit dem Wissen, dass es sich dabei um den irischen Schauspieler handelt.

Ebenso sticht John Turturro als Mafiaboss Carmine Falcone hervor, der sein schauspielerisches Können endlich mal wieder in einem großen Kinofilm unter Beweis stellen darf. Für die emotionalsten Szenen ist schließlich Andy Serkis als Bruce Waynes Butler Alfred zuständig. Der Brite nutzt seine geringe Screentime optimal und zeigt, dass er mehr ist als der Motion Capture-Guru Hollywoods.

Du hast The Batman gesehen und suchst nun Erklärungen? Wir haben Dir hier alle Fragen zum Film beantwortet.

The Batman: Atmosphärisches Leinwanderlebnis, das Lust auf mehr macht

Matt Reeves hat es geschafft, dem Batman-Mythos abermals eine stilistische Neuausrichtung zu verpassen. Sein Film ist düsterer als alle vorherigen Kino-Adaptionen, verrät dabei aber dennoch nicht seine Comic-Wurzeln. Bei aller Nähe zum Thriller-Genre vergisst der Regisseur zudem nicht, Fans von brachialen Action-Blockbustern Futter für Augen und Ohren zu bieten. Allein deswegen solltest Du The Batman möglichst auf der großen Leinwand erleben.

Robert Pattinson in The Batman

Robert Pattinson macht als Batman eine gute Figur — Bild: Warner Bros.

Dem dauerpessimistischen Mahlstrom, den Reeves beabsichtigt, wird die Story mit all ihren Elementen am Ende aber nicht so ganz gerecht. Dazu fehlt es dann doch an allerletzter Konsequenz. Hoffnung durch puren Fatalismus zu ersetzen, wäre wohl auch zu viel verlangt für einen Kinofilm, der trotz aller Düsternis ein Massenpublikum erreichen will.

Obwohl The Batman vielleicht etwas zu lang geraten ist, kommt zu keinem Zeitpunkt Langeweile auf. Regisseur Matt Reeves kann die Spannung nämlich bis zum Finale hochhalten und macht sich dafür wie so oft sein gutes Gespür für dichte Atmosphäre und ästhetische Bilder zunutze.

Zum Meisterwerk-Status von Christopher Nolans The Dark Knight fehlen The Batman zwar noch ein paar Stufen, die Lust auf eine neue Kino-Trilogie über den DC-Helden weckt der Film aber definitiv.

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