Meine beste Freundin Anne Frank bei Netflix: Die wahre Geschichte hinter dem Film

24.01.2022

Meine beste Freundin Anne Frank bei Netflix: Die wahre Geschichte hinter dem Film © picture alliance

„Meine beste Freundin Anne Frank” erzählt vom Schicksal der berühmten Tagebuch-Schreiberin. Und zwar aus der Perspektive von Anne Franks Kindheitsfreundin Hannah Goslar. Hier erfährst Du die wahre Geschichte, die hinter dem Film steckt.

Der niederländische Film startet am 1. Februar bei Netflix. Er basiert auf dem Buch „Memories of Anne Frank: Reflections of a Girlhood Friend” von Alison Leslie Gold.

Darin schildert Annes beste Freundin Hannah Goslar ihre gemeinsamen Kindheitserlebnisse in Amsterdam und im Konzentrationslager. Wir erzählen diese wahre Geschichte, die hinter Meine beste Freundin Anne Frank steckt.

Meine beste Freundin Anne Frank: Die wahre Geschichte

Es ist Anfang 1934 in Amsterdam. Die jüdische Familie Goslar ist aus Berlin in die Niederlande emigriert – das sind Hans Goslar, Leiter der Pressestelle im Preußischen Staatsministerium, seine Frau Ruth Goslar und ihre fünf Jahre alte Tochter Hannah.

Hans Goslar hofft, durch seine Verbindungen Pässe für die spätere Ausreise nach Palästina bekommen zu können. Aber das bleibt eine Hoffnung. Denn die Familie richtet sich zunächst in Amsterdam ein.

Eine Woche nach ihrer Ankunft treffen Hannah und ihre Mutter beim Einkaufen das erste Mal Anne Frank und deren Mutter Edith. Wie sich herausstellt, sind die Familien Nachbar:innen. Die Goslars und die Franks wohnen im Merwedeplein im Süden der Stadt.

Hannah und ihre beste Freundin Anne Frank

Die beiden Mädchen freunden sich an und sind bald unzertrennlich. Sie besuchen denselben Kindergarten, dann dieselbe Grundschule. Später gehen beide Mädchen auf das Jüdische Gymnasium.

Manchmal spielen Hannah und Anne in den Firmenräumen von Herrn Frank. Sie hecken Streiche aus, machen die Gegend unsicher. Die Mädchen gelten als wild und ziemlich frech.

Hannah nennt ihre Freundin Anne Jahrzehnte später in einem Interview mit dem Spiegel „ein kleines, vorlautes Mädchen”. Das klingt nach einer unbeschwerten Kindheit, aber davon kann weder bei Anne noch bei Hannah die Rede sein.

Spätestens mit der Besetzung der Niederlande durch die Wehrmacht im Mai 1940 wird die Lage für die jüdischen Flüchtlinge im Land heikel. Hannah beobachtet eine andere Seite ihrer besten Freundin: Anne Frank beginnt zu schreiben und macht Notizen, die niemand zu Gesicht bekommt.

Ab 1942 schreibt Anne Frank unter der zunehmenden Unterdrückung durch die Nazis ihr berühmtes Tagebuch. Anne Frank verewigt ihre Freundin darin als „Hanneli”.

Beide Familien versuchen, das Land zu verlassen. Die Goslars sind nach der Geburt von Tochter Gabi zu viert und stehen weit oben auf der Ausreiseliste für das damalige Palästina. Aber zur Ausreise kommt es nicht: Im Oktober 1942 stirbt Hannahs Mutter bei der Geburt des dritten Kindes, das Baby stirbt ebenfalls.

Familie Frank taucht unter

Schon wenige Monate zuvor musste Hannah mit einem Verlust klarkommen. Am Morgen des 7. Juli 1942 während den Sommerferien will sie Anne zum Spielen abholen. Aber die Wohnung der Franks ist leer. Sie wirkt, als habe die Familie fluchtartig ihr Zuhause verlassen.

Deren früherer Untermieter behauptet, die Franks seien in die Schweiz emigriert. Erst Jahr später erfährt Hannah die Wahrheit: Anne und ihre Familie leben nur wenige Kilometer entfernt in einem Versteck in einem Hinterhaus an der Amsterdamer Prinsengracht.

Hannah trifft ihre beste Freundin Anne Frank doch noch einmal wieder – im Konzentrationslager. Denn im Juni 1943 wird Hannah zusammen mit ihrem Vater, ihrer Schwester und ihren Großeltern von der Gestapo verhaftet.

Sie werden ins holländische Lager Westerbork deportiert. Im Februar 1944 werden sie weitergeschickt nach Bergen-Belsen. Ihr Vater hofft, dass sie gegen Nazi-Häftlinge ausgetauscht werden und ausreisen können.

Hannah kommt in einem als besser geltenden Teil des Lagers unter. Aber sie erkrankt an Gelbsucht, überlebt nur knapp bei Kohlsuppe, dünnem Kaffee und Kälte. Die Franks halten noch gut zwei Jahre in ihrem Amsterdamer Versteck durch.

Die Franks werden verhaftet

Am Morgen des 4. August 1944 durchsucht die Gestapo das Haus an der Prinsengracht – vermutlich nach einem Verrat. Die Franks werden verhaftet. Anfang September werden Anne und ihre Familie im Vernichtungslager Auschwitz interniert.

Wenige Wochen später beschließen die Nazis, das Lager vor den anrückenden Alliierten zu räumen. Anne und ihre Schwester Margot werden Anfang November nach Bergen-Belsen gebracht. Es ist das Lager, in dem Hannah seit über einem Jahr leidet.

Aber es sollte noch dauern, ehe sich die beiden Freundinnen wiederbegegnen. Anfang 1945 stirbt Hannahs Vater. Im Lager machen Gerüchte über eine bevorstehende Befreiung die Runde. Auch darüber, dass in Bergen-Belsen Häftlinge aus den Niederlanden untergebracht seien.

Es ist der Februar oder März 1945. Eine Bekannte erzählt Hannah von Anne. Zwischen den Baracken hat die Wachmannschaft eine Grenze gezogen: einen mit Stroh bepackten Stacheldrahtzaun. Eines Nachts nehmen die Mädchen Kontakt zueinander auf.

Sie stehen auf verschiedenen Seiten des Zaunes, aber können durch ein Loch miteinander sprechen. Hannah sieht, das es Anne Frank sehr schlecht geht. Hannah besorgt Lebensmittel und wirft sie über den Zaun.

Anne Frank – Ein gebrochenes Mädchen

Aber es ist zu spät für ihre beste Freundin. Später sagt Hannah, „sie war ein gebrochenes Mädchen”. Wenige Tage nach ihrer Wiederbegegnung stirbt Anne Frank, vermutlich an Fleckfieber. Etwa zur gleichen Zeit stirbt ihre Schwester Margot.

Hannah und ihre Schwester Gabi halten die letzten Wochen bis zum Kriegsende durch. In einer Verzweiflungsaktion der Nazis werden die Häftlinge am 11. April 1945 in einen Zug gezwängt. Die Irrfahrt endet 13 Tage später in Brandenburg.

Hannah und ihre Schwester überleben als einzige ihrer Familie den Holocaust. Hannah emigriert 1947 nach Palästina, wird Krankenschwester, heiratet Dr. Walter Pinchas Pick und bekommt drei Kinder. Heute lebt Hannah Pick-Goslar in Jerusalem und ist vielfache Großmutter.

Die Geschichte der Anne Frank aus Sicht ihrer besten Freundin: Wirst Du Dir den Film anschauen? Schreib uns Deine Meinung gern in einem Kommentar.

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