Andy Warhol: KI-Stimme lässt den Künstler in der Netflix-Doku selbst zu Wort kommen

21.03.2022

Andy Warhol: KI-Stimme lässt den Künstler in der Netflix-Doku selbst zu Wort kommen © Andy Warhol Foundation/Courtesy of Netflix

Tief, monoton und fast schon ein bisschen künstlich − so klingt Andy Warhol in der neuen Netflix-Dokuserie „The Andy Warhol Diaries“. Das Besondere daran: In den sechs Folgen kommt der Künstler selbst zu Wort und das, obwohl er bereits vor 35 Jahren verstorben ist. Wie Andy Warhols Stimme mit Hilfe einer Künstlichen Intelligenz (KI) „wiederbelebt“ wurde, verraten wir Dir hier.

Lediglich drei Minuten lang ist der originale Mitschnitt der Kunst-Ikone, der als Vorlage für Andy Warhols KI-Stimme diente. The Andy Warhol Diaries-Regisseur Andrew Rossi arbeitete mit dem Unternehmen Resemble AI zusammen, das eine Deepfake-Technik entwickelt hat, mit der jede Stimme via KI reproduziert werden kann.

KI-Stimme: So wurden Andy Warhols Worte wiederbelebt

Die KI von Resemble AI analysiert die charakteristischen Phoneme aus den Originalaufnahmen und kann so berechnen wie andere Laute, die nicht im Video zu hören sind, klingen würden. Auf dieser Grundlage konnte Rossi den gewünschten Text in die KI eingeben, die ihn mit Andy Warhols KI-Stimme ausfüllt. Die Anwendung ermöglichte es sogar Emotionen einzufügen oder Warhol auch Wörter mit Akzent aussprechen zu lassen.

Da die KI aber nicht alles aus diesen wenigen Minuten Tonaufnahmen vorhersagen kann,  arbeitete Rossi zusätzlich mit Schauspieler Bill Irwin („Legion“, „Law & Order: Special Victims Unit“) zusammen. Irwin ahmt den Pittsburgh Dialekt Warhols nach, da Andy Warhol als Sohn slowakischer Einwanderer in Pittsburgh aufwuchs.

The Andy Warhol Diaries: Tiefe Einblicke in Warhols Tagebücher

Deepfakes wie diese werden stetig präsenter und immer schwerer zu enttarnen, da die technischen Möglichkeiten sich dauernd verbessern. Resemble AI selbst kann fast perfekt Stimmen reproduzieren. Was eine Frage aufkommen lässt: Ist es ethisch vertretbar, die Stimme eines Toten zu reproduzieren? Das fragte sich auch Regisseur Andrew Rossi zu Beginn seiner Arbeit und holte sich die Erlaubnis der Andy Warhol Foundation ein.

Ein weitere Punkt, den Rossi in einem Interview mit dem Magazin Wired anspricht, ist, dass in diesem Fall alle von Warhols KI-Stimme gesprochenen Worte von ihm selbst stammen. Der Künstler telefonierte über elf Jahre täglich mit seinem Freund Pat Hackett. Ursprünglich dienten diese Aufnahmen zur Erfassung von Ausgaben für Steuerzwecke. Sie entwickelten sich mit der Zeit zu einer Chronologie von aufregenden Reisen um die Welt und glamourösen Treffen mit den Größen der Pop-Kultur. Ein ikonisches Tagebuch, das nur indirekt in schriftlicher Form zu uns durchdrang, entstand und so den Mythos Warhol noch weiter vertiefte.

Ein Robotik-Fan: Der Künstler Andy Warhol

Warhol interessierte sich schon während seiner Karriere sehr für die Robotik. So sehr, dass er 1982 von einem ehemaligen Disney-Ingenieur eine Roboter-Version von sich selbst anfertigen ließ:

Vermutlich hätte ihm die KI-Interpretation seiner Stimme gefallen. Und auch der Leiter der Andy Warhol Foundation, Michael Dayton Hermann ist sich sicher, dass die KI-Interpretation Leben in die Tagebücher bringt und es den sonst so rätselhaften Künstler menschlicher wirken lässt.

So kann uns eine KI dabei helfen, das Kunstwerk „Warhol“ besser zu verstehen. Und ist das nicht möglicherweise sogar ein eigenes und finales Kunstwerk Warhols?

Was hältst Du von der neuen Möglichkeit von „wiederbelebten“ Stimmen in Dokumentarfilmen? Sag uns Deine Meinung in den Kommentare

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