50 Jahre Margrethe - Dänische Königin gewürdigt

14.01.2022 Sie ist eine kreative Seele und manchmal etwas unkonventionell, aber vor allem ist sie eine Konstante im Leben der Däninnen und Dänen. Nun sitzt Königin Margrethe II. seit 50 Jahren auf dem Thron.

Königin Margrethe II. ist seit nunmehr einem halben Jahrhundert dänisches Staatsoberhaupt. Zum 50. Thronjubiläum wurde die beliebte Monarchin am Freitag offiziell auf einer kleineren Zeremonie des Parlaments auf Schloss Christiansborg in Kopenhagen gewürdigt.

Größere Festlichkeiten waren aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie vorab auf Mitte September verlegt worden. Gekleidet in ein taubenblaues Outfit mit passendem Hut verfolgte Margrethe das Ganze mit Interesse und - wie so häufig - einem Lächeln im Gesicht.

Ein bisschen Jubel - ein wenig Protest

Margrethe ist nach dem Tod ihres Vaters Frederik IX. am 14. Januar 1972 zum dänischen Staatsoberhaupt geworden. Damals hatten ihr Zehntausende Menschen auf den Straßen von Kopenhagen zugejubelt - 50 Jahre später waren solche Szenen coronabedingt nicht möglich. Einige Dänen versammelten sich dennoch vor Schloss Christiansborg, um ihr zuzuwinken. Einige Dutzend Demonstranten protestierten nicht weit davon entfernt lautstark gegen die geltenden Corona-Beschränkungen.

Zu Margrethes Königreich zählen neben dem EU-Land Dänemark auch Grönland und die kleinen Färöer-Inseln. In Europa sitzt lediglich die britische Queen Elizabeth II. (95) länger auf dem Thron - sie feiert in diesem Jahr sogar ihr 70. Thronjubiläum.

Wie die Queen betrachtet Margrethe ihre Rolle als Lebensaufgabe. Sie selbst gilt als pragmatisch und manchmal auch etwas unkonventionell, ihre Silvesteransprachen sind für die Dänen fester Bestandteil ihrer Neujahrsfeierlichkeiten. Margrethes Begeisterung für Kunst und Kultur ist wohlbekannt, auch bei ihrem bislang letzten Staatsbesuch in Deutschland hatte sie im November 2021 in Berlin und München verschiedene Kultureinrichtungen besucht.

«Ein moralischer Kompass»

Margrethe ist für die dänische Bevölkerung vor allem eines: eine Konstante. Um die Königin hätten sich die Däninnen und Dänen während all der Veränderungen der vergangenen 50 Jahre versammeln können, würdigte der Parlamentsvorsitzende Henrik Dam Kristensen bei der Zeremonie auf Schloss Christiansborg. Margrethe sei mit ihren Aussagen und ihrem Vorgehen «ein moralischer Kompass», dem Respekt als Staatsoberhaupt, Künstlerin und Mutter gebühre und zu dem man aufsehen könne.

Auch Regierungschefin Mette Frederiksen unterstrich die Bedeutung Margrethes für Dänemark. Gerade in Corona-Zeiten sei der Einsatz der Monarchin von unschätzbarem Wert gewesen, sagte sie. Auch nach 50 Jahren erfülle sie ihre Pflichten mit einer ansteckenden Freude. «Ihr großes Engagement spiegelt sich entweder in einem breiten Lächeln oder tiefen Stirnfalten dar, ganz ohne Filter», sagte Frederiksen.

Im Anschluss reiste die Monarchin per königlichem Zug zum Dom in Roskilde, wo die Königsfamilie insgesamt fünf Kränze am Grab von Frederik IX. niederlegte. In der Stadt gut 30 Kilometer westlich von Kopenhagen begrüßten Margrethe einige hundert Schaulustige, die laut jubelten und teils rot-weiße Dänemark-Flaggen schwenkten. Wie zuvor im Parlament waren dabei ihre Söhne Kronprinz Frederik (53) und Prinz Joachim (52), deren Frauen Kronprinzessin Mary (49) und Prinzessin Marie (45) sowie eine ihrer jüngeren Schwestern, Prinzessin Benedikte (77), an ihrer Seite. Den Rest des Tages wollte die Königin im Privaten verbringen.

Ein Kunstwerk als Geschenk

Von der Regierung und dem Parlament erhält Margrethe ein Kunstwerk, das die Verbindung zwischen Dänemark, den Färöern und Grönland symbolisieren soll. Drei Künstlerinnen aus den drei Teilen des Königreichs sollen das Werk erschaffen, das Anfang 2023 fertiggestellt sein soll, wie die dänische Staatskanzlei mitteilte.

Margrethe selbst hielt am Jubiläumstag keine Rede. In einem Interview mit dem Wochenblatt «Søndag» hatte sie vorab jedoch unter anderem darüber gesprochen, welche Spuren sie als Königin gerne hinterlassen möchte. «Es gibt mindestens eine Sache, und das habe ich schon einmal gesagt: Man will gerne dafür in Erinnerung bleiben, dass man sich Mühe gegeben hat», sagte sie. «Ich meine, das ist sehr wesentlich. Sich bemüht zu haben, heißt, das zu nutzen, was man in sich hat.»

© dpa-infocom GmbH

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