Van Almsick sorgt sich um Schwimmausbildung

Franziska van Almsick setzt sich dafür ein, dass Kinder schwimmen lernen. Doch angesichts der Energieknappheit werden überall im Land Bäder geschlossen.
Die ehemalige deutsche Profi-Schwimmerin Franziska van Almsick sorgt sich um die Schwimmausbildung von Kindern. © Daniel Reinhardt/dpa

Die frühere Weltklasse-Schwimmerin Franziska van Almsick (44) hat wegen der Energiekrise «große Sorgen» um die Schwimmausbildung von Kindern. «Viele Bäder bleiben geschlossen oder werden geschlossen. Nicht nur, dass die Organisation, die Kinder ins Wasser zu bringen, schon schwierig ist, jetzt verschwinden auch noch die Wasserflächen», sagte van Almsick in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.

«Wenn mal etwas runtergefahren oder geschlossen ist, dauert es meistens lange, es wieder in Gang zu bringen. Hier ist jetzt Weitsicht wichtig», betonte die 44-Jährige.

«Im Moment ist es wichtiger, dass die Industrie gesichert wird und die Heizungen zuhause funktionieren», räumte die mehrfache Welt- und Europameisterin ein. In dem Kontext spiele zwar das Schwimmbad eine untergeordnete Rolle, trotzdem sollte man es auf der Agenda haben. Schwimmen sei in vielen Lebenslagen wichtig. «Wer nicht schwimmen kann, ertrinkt.» Schwimmen halte fit und könne auch bei Schmerzen helfen. Es sei absurd: «Vor Monaten waren die Bäder zu wegen der Pandemie, jetzt kann der Energieaufwand nicht mehr betrieben werden.»

Wasser nicht kälter als 26 Grad

Auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) macht sich Sorgen wegen der Energiekrise - mit Blick auf die Senkung der Wassertemperaturen in Schwimmbädern. Aus wirtschaftlicher Sicht sei dies zwar nachzuvollziehen, für Schwimmkurse aber solle die Temperatur nicht unter 26 Grad sinken, teilte die DLRG kürzlich mit.

Es könne sein, dass Kinder frieren und deshalb länger brauchen, schwimmen zu lernen. Sollte die Temperatur unter 26 Grad gesenkt werden, seien andere Ausbildungskonzepte nötig - mit weniger Zeit im Wasser. Dann werde es aber noch länger dauern, bis Kinder schwimmen lernten.

Der Anteil der Nichtschwimmer ist hoch. So galten schon vor der Corona-Pandemie mit ihrem Bäder-Lockdown laut DLRG nur rund 40 Prozent der Zehnjährigen als sichere Schwimmer. Zu erkennen sei dies an der Zahl der abgenommenen Schwimmabzeichen: 2020 haben die Ausbilder am Beckenrand knapp 75 Prozent weniger Prüfungen als ein Jahr zuvor abgenommen - nach 92.913 sank die Zahl demnach auf 23.458. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl immerhin wieder auf 38 112.

Der Deutsche Olympische Sportbund hatte die rund 90.000 Sportvereine in Deutschland aufgerufen, in den kommenden Monaten mindestens 20 Prozent Energie einzusparen. So solle verhindert werden, dass Schwimmbäder und Sportstätten geschlossen werden. Städte wie Hannover, München, Aachen und Cuxhaven setzen auf kälteres Wasser.

© dpa
Weitere News
Top News
Fußball news
Fußball-WM: Bundestrainer Flick hofft in Katar auf Initialzündung
People news
Leute: UK-Popstar Dua Lipa bekommt albanische Staatsbürgerschaft
People news
Britische Royals : Queen Camilla will ohne Hofdamen auskommen
People news
Musik: «Flashdance»-Sängerin Irene Cara gestorben
Auto news
Führerscheinprüfung in Fremdsprachen : Hocharabisch am stärksten gefragt
Das beste netz deutschlands
Featured: #YoungMakesGreen: So hilft Vodafone Schüler:innen digitale Lösungen gegen den Klimawandel zu entwickeln
Das beste netz deutschlands
Featured: Vodafone Black Week: Jetzt die besten iPhone-Deals sichern
Internet news & surftipps
Sanktionen: Nationale Sicherheit: USA verbannen Huawei-Geräte vom Markt
Empfehlungen der Redaktion
Regional niedersachsen & bremen
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser: Bald mehr Nichtschwimmer?
Panorama
Energiekrise: Schwimmenlernen in kaltem Wasser - bald mehr Nichtschwimmer?
Familie
Energiekrise: Schwimmenlernen: Hält kaltes Wasser Kinder davon ab?
Sport news
Schwimmen: Van Almsick: Verpasster Olympiasieg war «meine Rettung»
Panorama
Unfälle: DLRG: Zahl der Ertrunkenen in Deutschland gestiegen
Gesundheit
Kühlere Hallenbäder: Wie halten wir uns beim Schwimmen warm? 
Regional berlin & brandenburg
Energie: Frösteln im Becken: Neue Hürden für Kinderschwimmkurse
Sport news
Energiekrise: Energie: Schwimmverband fürchtet «nächste große Notlage»