Ein Mann eckt an: Lars Eidinger wird 46

21.01.2022 Er ist exzentrisch, emotional, aber kein Mainstream - und doch einem breiten Publikum bestens bekannt. Er lässt sich schwer einordnen. Diesen Freitag wird Lars Eidinger 46.

Lars Eidinger wird 46. Foto: Henning Kaiser/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Vom Theater kam er zu Film und Fernsehen und verließ die Nische, um sich der großen Masse zu präsentieren. Von Kinderserien, über den «Tatort», zu international bekannten Filmen. Und nebenbei noch als DJ unterwegs.

Der Schauspieler Lars Eidinger kann vieles und inszeniert sich gern immer wieder neu. Heute wird er 46 Jahre alt.

Lars Eidinger, der 1976 in West-Berlin zu Welt kam, besuchte von 1995 an die Hochschule für Schauspielkunst. In der Schule sammelte er zuvor schon in der Theater-AG seine ersten Erfahrungen und in den 1980er Jahren durfte der Schauspieler schon früh seinem Kindheitswunsch nachgehen und an der SFB Jugendsendung «Moskito» teilnehmen. Im Ensemble der Berliner Schaubühne debütierte er 2000 in der Hauptrolle in der Inszenierung «Das Kontingent» von Soeren Vomia. Von nun an sollte er in fast jeder Inszenierung von Thomas Ostermeier und Christina Paulhofer dabei sein.

Marionettenspieler des Theaters

Es folgten Auftritte in «Phaidras Liebe» an der Seite von Corinna Harfouch oder 2005 die Titelrolle in William Shakespeares «Troilus und Cressida». Im Dezember 2008 feierte Eidinger sein Debüt als Theaterregisseur. Mit Studierenden der Hochschule für Schauspielkunst inszenierte er Schillers «Die Räuber». 2011 nahm an den Salzburger Festspielen im Landestheater Salzburg teil und wurde dadurch international noch bekannter. Trotz seiner Leistungen äußerte er oft Versagensängste. Er sieht sich bei seiner Arbeit als Marionettenspieler des Theaters.

Parralel zum Theater begann Lars Eidinger zunächst sporadisch an Film- und Fernsehproduktionen teilzunehmen. 2007 debütierte er in einer Nebenrolle in Stephan Geenes Drama «After Effect» in einem Spielfilm. Mit verschiedenen «Tatort»-Produktionen wurde er dem breiten Publikum bekannt. In den folgenden Jahren sollten Produktionen mit national und internationalen Größen der Branche folgen. An der Seite von Kristen Stewart drehte er 2016 «Personal Shopper». Mit Bjarne Mädel spielte er in «25 km/h». Zusammen mit Moritz Bleibtreu und Jasna Fritzi Bauer drehte er die Verfilmung von Sebastian Fitzeks Bestseller-Roman «Abgeschnitten». Seine letzte Perfomance konnte man im November 2021 in der vielbeachteten Serien «Faking Hitler» sehen, in der die gefälschten Hitler-Tagebücher thematisiert werden.

Kreativität auch neben Theater und Film

Seine Leistungen sind der großen Breite seiner Branche nicht verborgen geblieben. 2016 saß Eidinger das erste Mal in der Jury der Berlinale. So wird es auch 2022 sein. Als DJ und Musiker organisierte er über einige Jahre Partys an der Schaubühne unter dem Motto Autistic Disco. 2018 moderierte er die NDR-Doku-Talkshow «Die Geschichte eines Abends», in der er Gespräche mit Sophia Thomalla, Kevin Kühnert, Stefanie Hertel und Michael Hübler führte.

2019 performte er in vier Videos von neuen Songs der Band Deichkind. Als Mitglied der Deutschen Filmakademie hat es Lars Eidinger an die Spitze der Branche gespielt. Und trotzdem ist er keiner, der dem absoluten Mainstream angehört. Er eckt an. So wie bei seinem Fotoshooting vor einer Obdachlosen-Unterkunft, als er eine Designer-Tasche im Aldi-Tüten-Stil präsentierte.

Neben seinem großen Erfolg als Musiker und Schauspieler ist es ihm wichtig sein Talent weiterzugeben. Nebenbei doziert er an seiner ehemaligen Hochschule für Schauspielkunst.

© dpa-infocom GmbH

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