Mirco Nontschew bei «LOL» - Comedyshow nach Tod ausgestrahlt

14.04.2022 Seine Grimassen und Geräusche waren legendär: Mirco Nontschew starb im Dezember - jetzt ist er nochmals in einer Comedyserie zu sehen. Die Ausstrahlung wäre in seinem Sinne, sagt Michael Herbig.

Die neue Staffel beim Streamingdienst von Amazon wurde schon vor Nontschews Tod produziert. © Frank Zauritz/Amazon Prime Video/dpa

Er konnte gefühlt abertausende Geräusche imitieren. Das Quietschen von Basketballschuhen auf dem Boden einer Sporthalle. Oder Tierlaute. Mirco Nontschews Tod wurde im Dezember 2021 bekannt.

Da war die neue Staffel der Comedyserie «LOL - Last One Laughing» für den Streamingdienst von Amazon schon produziert. Nontschew-Fans können ihren Comedian seit Donnerstag nun noch einmal in Aktion sehen. Die Staffel hat sechs Folgen. Pro Woche werden zwei neue in das Streaming-Portal eingestellt (14./21. und 28.4.). Der Sieger oder die Siegerin wird also am 28. April bekannt.

Wer nicht lacht, gewinnt

Bei «LOL» geht es darum, dass eine Reihe Comedians und Entertainer für mehrere Stunden in ein Studio gesperrt werden. Dort müssen sie sich gegenseitig zum Lachen bringen. Wer es am längsten durchhält und nicht lacht, der gewinnt. Das Format ist international bekannt, in Deutschland war es ein durchschlagender Erfolg für den Streaming-Dienst Prime Video des US-Riesen Amazon.

Staffel eins gewann Torsten Sträter, in der zweiten siegte Max Giermann. Schauspieler und Regisseur Michael «Bully» Herbig («Bullyparade», «Der Schuh des Manitu») präsentiert die deutsche Ausgabe des internationalen Erfolgs auch beim dritten Mal.

Er beobachtet in einem anderen Raum das Geschehen und passt dort auf, wer lacht und greift dann ins Geschehen ein. Ertönt ein Alarm ist klar: Jemand hat geschmunzelt, gegrinst oder gelacht. Die Kandidaten haben zwei Versuche, also einen Ausrutscher dürfen sie sich leisten.

Es ist wenig verändert worden am Konzept - die dritte Staffel funktioniert weitgehend wie die vorigen auch. Das ist eine Wette, die Amazon eingeht. Wird das Format nochmal funktionieren? Oder flacht der Erfolg doch ab, weil es immer wieder das Gleiche sein könnte?

Diesmal dabei: Palina Rojinski, Hazel Brugger, Michelle Hunziker, Christoph Maria Herbst, Abdelkarim, Axel Stein und Olaf Schubert. Anke Engelke stellt sich zum dritten Mal der Herausforderung, Carolin Kebekus und Mirco Nontschew sind zum zweiten Mal dabei.

Nontschew spielt mit Geräuschen

Einige der Comedians, so sieht man es in der ersten Folge der neuen Staffel, fürchten die berüchtigten Geräusche Nontschews. Hazel Brugger sagt an einer Stelle: «Ich wusste, dass er Geräusche macht.» Und Christoph Maria Herbst offenbart: «Das, was Nontschew macht, triggert mich bis ins Mark.»

Nontschews Tod hat Ende des vergangenen Jahres viele erschüttert. Er starb mit 52 Jahren. In den 90er Jahren wurde er mit der Show «RTL Samstag Nacht» bekannt.

«Ich habe bei Mirco schon immer etwas gesehen, was andere nicht haben», sagte Herbig dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). «Kennengelernt habe ich ihn allerdings erst bei "LOL". Da sind wir uns gleich in die Arme gefallen, das hat mich berührt. Man ist erleichtert, wenn die Kollegin oder der Kollege nicht nur seinen Job hervorragend macht, sondern obendrein menschlich intakt und liebenswert ist. Es gibt nichts Schlimmeres, als jemand persönlich kennenzulernen, den man bewundert, dann aber feststellen muss, dass es sich um eine Arschgeige handelt.»

Herbig: Tod war unfassbarer Schock

Über den plötzlichen Tod Nontschews sagte Herbig: «Das war ein unfassbarer Schock. Dennoch war für mich bald klar, dass wir diese Staffel auf jeden Fall zeigen sollten. Ich denke, das war auch in seinem Sinne. Es nicht zu zeigen oder Mirco aus der Sendung zu schneiden, hätte viel mehr wehgetan. Er hat alles für das Publikum gegeben, deshalb sollen sie auch die Möglichkeit haben, es zu sehen.»

Nontschew kam 1969 in Berlin (Ost) auf die Welt. Sein Vater stammte aus Bulgarien. Ende der 80er war der agile Nontschew als Breakdancer unterwegs. Hugo Egon Balder wurde damals beim Fernsehsender RTL auf ihn aufmerksam. 1993 wurde er so Ensemble-Mitglied der Comedy-Show «Samstag Nacht», die mit ihren albernen Sketchen neue Maßstäbe im Fernsehen setzte. Weggefährten waren damals zum Beispiel Wigald Boning, Olli Dittrich, Esther Schweins und Stefan Jürgens.

2001 erhielt Nontschew bei Sat.1 seine eigene Sendung «Mircomania». Später war er auch in der Improvisationscomedy «Frei Schnauze» bei RTL dabei, danach auch im Sat.1-Comedy-Format «Die dreisten Drei».

© dpa

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