Oscar-Preisträger Kevin Kline wird 75

Mit einer Rolle in «Ein Fisch namens Wanda» holte Kevin Kline vor über 30 Jahren einen Oscar. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag, gibt die Schauspiel-Karriere aber noch nicht auf. Ein Porträt.

Fast 30 Jahre liegt der erste gemeinsame Filmauftritt der beiden Hollywood-Stars Sigourney Weaver und Kevin Kline zurück. Nun tun sie es zum dritten Mal. Ergraut und fast 75 Jahre alt spielt der Oscar-Preisträger in der Drama-Komödie «The Good House» den Liebhaber der 73-jährigen «Avatar»-Heldin.

«Es macht immer Spaß. Sie bringt mich zum Lachen», pries Kline kürzlich im Interview der US-Zeitschrift «People» seine knapp 1,80 Meter große Kollegin. Und witzelte weiter: «Ich muss mich nicht runterbücken, um sie zu küssen.» Kline, rund 1,88 Meter groß, feiert heute seinen 75. Geburtstag.

In der Komödie «Dave» (1993) spielte Kline eine Doppelrolle als untreuer US-Präsident, der nach einem Herzinfarkt von einem Doppelgänger im Amt ersetzt wird. Weaver mimte die First Lady im Weißen Haus. In dem Psycho-Drama «Der Eissturm» (1997), unter der Regie von Ang Lee, spielten die beiden Stars Vorstadt-Nachbarn in den 1970er Jahren, die sich in eine Affäre verstricken.

Preisgekrönt und vielfältig

Allein die Team-Arbeit mit Weaver zeigt die große Bandbreite von Kline, der in seiner langen Karriere spielend zwischen Komödie und Drama, Leinwand und Bühne hin und her wechselte.

Als großspurig-trotteliger Juwelendieb in der britischen Kult-Komödie «Ein Fisch namens Wanda» brachte Kline seine Filmgeliebte Jamie Lee Curtis, Co-Star John Cleese und zugleich ein Millionenpublikum zum Lachen. Die Oscar-Akademie in Hollywood würdigte seinen Auftritt 1989 mit einem Oscar als bester Nebendarsteller.

Wenige Jahre zuvor hatte er sich in dem ergreifenden Drama «Sophies Entscheidung» (1982), mit Meryl Streep als Holocaust-Überlebende, schon als Charakter-Darsteller bewiesen.

Regisseur Lawrence Kasdan holte ihn mehrfach vor die Kamera, etwa für die Kult-Satire «Der große Frust» (1983) und als Hauptdarsteller für den Ensemble-Film «Grand Canyon - Im Herzen der Stadt» (1991). Er gab Kline auch die Rolle als cleverer Verführer in der romantischen Komödie «French Kiss» - an der Seite von Meg Ryan.

In «De-Lovely - Die Cole Porter Story» verkörperte Kline den legendären Jazz-Musiker und Komponisten Cole Porter, in «Der rosarote Panther» heizte er als Vorgesetzter dem vertrottelten Inspektor Clouseau (Steve Martin) ein.

2007 wirkte er unter der Regie des Deutschen Marco Kreuzpaintner in dem Drama «Trade - Willkommen in Amerika» mit. Als Polizist machte er Jagd auf Mädchenhändler, die ihre Opfer als Sexsklavinnen in die USA verkaufen. Kline und Kreuzpaintner wurden beim Filmfest in München mit einem Friedenspreis für ihr filmisches Engagement geehrt.

Unvergessen ist sein Auftritt bei der ZDF-Sendung «Wetten daß...?». Als Wettpate verlor er und verspeiste wie im Film «Ein Fisch namens Wanda» vor laufender Kamera einen lebenden Goldfisch. Erst Minuten später wurden die Zuschauer aufgeklärt: Der angebliche Fisch war eine präparierte Möhre.

Kevin Kline privat

Neben den vielen Hollywood-Rollen blieb der Schauspieler stets seiner ersten Liebe zum Theater verbunden. Kline wuchs in einer musikalischen Familie in St. Louis im US-Staat Missouri auf. Sein Handwerk lernte er an der renommierten Juilliard School in New York. Theaterbühnen am Broadway waren sein Zuhause. Seit 1978 wurde er dreimal mit dem höchsten US-Bühnenpreis Tony Award ausgezeichnet, zuletzt 2017 als bester Hauptdarsteller in dem Theaterstück «Present Laughter».

Mit 75 Jahren wagt sich Kline noch einmal auf Neuland - er dreht seine erste Fernsehserie. Die in Produktion befindliche Thriller-Serie «Disclaimer» unter der Regie von Alfonso Cuarón («Roma») mit Co-Star Cate Blanchett beruht auf dem Romandebüt «Deadline» (dt. Titel) der Britin Renee Knight. Kline spielt einen Mann, der eine bekannte TV-Reporterin, die ein düsteres Geheimnis hütet, verfolgt und bedroht.

Diese Rolle habe viele «exotische Reize» für ihn, sagte Kline kürzlich dem Filmportal «Collider». Er habe noch nie eine Serie gedreht, und zudem sei diese Figur ganz anders als bisherige Rollen in seinem Repertoire.

Privat hält sich Kline gerne bedeckt und aus den Schlagzeilen raus. Seit 1989 ist er mit der Schauspielerin Phoebe Cates (59) verheiratet. Das Paar hat zwei erwachsene Kinder, Owen und Greta.

© dpa
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