MIXTAPE 38 – Es wird bald wieder getrommelt

04.12.2018 Von Jessy hatte ich euch schon erzählt und davon, dass sie wirklich wundervolle Musik macht, auch. Aber, hatte ich schon erwähnt, dass ihr zweites Album bereits zu einem Großteil aufgenommen ist und demnächst die Crowdfunding-Kampagne dazu startet? (Toma Moon)

© Mondbasis Hamburg / Jessica Baran-Surel

Der treue Leser hier kennt das Prinzip des Musikbusiness bereits und weiß, dass man immer erstmal irgendwie Geld in die Hand nehmen muss, um am Ende eine Platte zu veröffentlichen. Das beinhaltet so langweilige Sachen wie Presswerk, Druckerei und Versandkosten genauso, wie die Aufnahmen im Tonstudio, Fotoshootings, Mixing & Mastering und diese ganzen schönen und interessanten Dinge des Musikerdaseins. Wer bezahlt das dann alles? Das Label, ist doch klar. Ja, nee, ist eben heute alles nicht mehr so richtig klar, denn im Grunde kann jeder auch sein eigenes Label gründen und somit auch dieses Anbiedern und Hausieren bei den Großen umgehen. Vor kurzem hat Spotify sogar die Tore geöffnet, für den Direktvertrieb und jeder Musiker kann wahrscheinlich bald einfach da sein Zeug selbst hochladen. 
 

Ist ja alles schön und gut, aber an dieser Stelle kommt dann halt wieder die Frage: und wer bezahlt das dann jetzt alles? Wenn du das richtig machen willst, mit Anspruch und Sorgfalt, dann musst du schon wenigstens fünfstellig denken und solche Summen haben die meisten Musiker nicht mal eben über, das muss auch irgendwo herkommen. Ihr erinnert euch? Wir sind schon wieder mittendrin im „do it yourself“ aber das heißt ja nicht, dass man da völlig allein mit klarkommen muss.

Crowdfunding ist ja eigentlich nichts Neues. In Deutschland auch gerne Schwarmfinanzierung genannt, ist das eigentlich naheliegender, als mit deinen Demos zu irgendwelchen dubiosen Musikmanagern zu rennen und auf einen beschissenen Plattenvertrag zu hoffen. Wenn es da draußen Leute gibt, die dein Zeug mögen und mehr davon wollen, dann gibt es darunter immer auch welche, die bereit sind, dich bei deiner Reise zu unterstützen. Warum auch nicht? Hier sind wir wieder bei den Grundsätzen. Warum soll ich denn als Musikhörer darauf beschränkt sein, nur neue Musik auf die Ohren zu bekommen, die irgendjemand ausgesucht hat, den ich gar nicht kenne und wahrscheinlich noch nicht mal leiden kann?

„Do it yourself“ also auch für den Hörer. Jessy (Jessica Baran-Surel) z.B. hat mit ihrem Debutalbum eine Menge Leute verzaubert und aus allen Ecken häufen sich die Fragen nach neuen Songs. Sobald die Kampagne bei startnext.com läuft, kann sich jeder mit einem bestimmten Betrag beteiligen und das Projekt so unterstützen. Je nach gewählter Summe gibt’s von ihr als Dankeschön z.B. ein Konzert im eigenen Wohnzimmer, eine Unterrichtsstunde oder eben einfach die CD, sobald die veröffentlicht ist. So können sich selbst Musikliebhaber, denen der Unterstützergedanke völlig wurscht ist, beteiligen und so ne Art CD-Vorbestellung abgeben. Man bezahlt im Voraus und macht das Ganze damit erst möglich. Ich finde das wunderbar und einen großartigen Beitrag zur Vielfalt der Kulturlandschaft und ganz ehrlich, ich würde jetzt gerne endlich meine Trommeln da rauf ballern und hoffe, das geht jetzt bald an den Start… 

 

Toma Moon, Inhaber und Geschäftsführer der Mondbasis Hamburg, ist vor allem kreativer Kopf, Produzent, Soundfetischist und Kommunikator. Als detailverliebter Perfektionist und konsequenter Geschmacksverstärker holt er auch das letzte Quäntchen Talent aus seinen Schützlingen heraus und ist als Dozent und Musikproduzent seit vielen Jahren mit Projekten wie der SchoolTour, dem Robert Johnson Guitar Award oder dem Wacken Music Camp in der Nachwuchsförderung engagiert... Mit viel Feingefühl, Geschmackssicherheit und Entscheidungskraft schafft der Musikproduzent, Tonarzt, A&R Manager, Multiinstrumentalist und Business Punk immer wieder großartige Klangbilder, schnell eine angenehme Atmosphäre und gilt als nicht aus der Ruhe zu bringender Problemlöser. Mehr Infos hier: Wikipedia

mondbasis-hamburg.de

© Mondbasis Hamburg ⁄ Toma Moon

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