Radiohead-Genies sind jetzt The Smile

15.05.2022 Die Indierock-Ikonen Radiohead schweigen sich seit sechs Jahren aus - doch Sänger Thom Yorke wird es nicht langweilig. Mit seinem All-Star-Projekt The Smile setzt er auf wohlbekannte Qualitäten.

Thom Yorke, Jonny Greenwood und Tom Skinner sind The Smile. © Alex Lake/TWOSHORTDAYS/dpa

Es gibt Stimmen, die hört man aus Tausenden heraus - der zerbrechliche, anrührende Falsett-Gesang von Thom Yorke zählt definitiv dazu.

Ob als Frontmann von Radiohead und Atoms For Peace, als Solomusiker oder auf Filmsoundtracks («Suspiria») - der Brite klingt stets markant nach Thom Yorke und niemand anderem. Auch «A Light For Attracting Attention», das Debüt seines neuesten Projekts The Smile, macht da keine Ausnahme.

Der Sänger prägt die 13 Tracks des Albums, das vom Radiohead-Studiozauberer Nigel Godrich produziert wurde und schon damit gespannte Erwartungen von Fans der legendären englischen Indierock- und Electropop-Band weckt.

Auf Sichweite zu Radiohead

Tatsächlich ist der Unterschied zu Radiohead-Werken wie «Kid A» (2000) oder «In Rainbows» (2007) - abgesehen vom jazzigeren Schlagzeug-Sound - nicht riesengroß. Zumal auf «A Light For Attracting Attention» mit Jonny Greenwood an der Gitarre und anderen Instrumenten eine weitere Konstante dabei ist.

Die klanglich-atmosphärische Nähe zu 15 bis 20 Jahre alten Meisterstücken der Stammband dürfte bei vielen langjährigen Verehrern gut ankommen. Für alle, die sich von Yorke/Greenwood mal gänzlich Neues erhofft hatten, ist dieses fraglos sehr schöne Indiepop-Album indes eine kleine Ernüchterung - auch weil es in punkto Songqualität nicht an die monumentale Klasse der bisher letzten Radiohead-Platte «A Moon Shaped Pool» (2016) heranreicht.

The Smile sind also ein interessantes, aber nicht sehr innovatives Projekt, an dem als drittes festes Mitglied der renommierte Londoner Jazz-Drummer Tom Skinner (Sons Of Kemet) beteiligt ist. Die teils elektronischen Tracks werden von Streichern des London Contemporary Orchestra und einer Bläsersektion weiterer britischer Jazz-Musiker wie Byron Wallen, Theon und Nathaniel Cross, Chelsea Carmichael, Robert Stillman und Jason Yarde ausgepolstert.

Bei Radiohead und seinen anderen Unternehmungen erwies sich Thom Yorke immer auch als herausragender Live-Künstler. Mit The Smile stellte er sich in Großbritannien bereits erfolgreich auf den Prüfstand. Mitte dieses Monats beginnt das All-Star-Trio seine Europa-Tournee und wird am 20. Mai im Berliner Tempodrom spielen.

© dpa

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