«Wolves Of Africa»: Debüt von James BKS

Afrobeats sind ein zunehmend globales Pop-Phänomen. Nun bringt auch James BKS ein sehr tanzbares Album heraus. Die Erwähnung seines berühmten Vaters hat er nicht nötig, sie schadet aber auch nicht.
Zahlreiche Promis tummeln sich auf «Wolves Of Africa» von James BKS. © Frédéric De Pontcharra/Universal Music/SureShot Promotions/dpa

Der Juli ist ein guter Monat für frische Popmusik aus Afrika. Nach dem globalen Durchbruch der Sängerin Tems (27) aus Nigeria sowie ihrer Landsmänner Wizkid (31) und Omah Lay (25) in den vergangenen Jahren geht es Schlag auf Schlag weiter mit Afrobeats-Erfolgsgeschichten.

Zuerst meldet Damini Ebunoluwa Ogulu alias Burna Boy (31), ebenfalls aus Nigeria, mit dem Album «Love, Damini» (1.7.) Thron-Ansprüche an, eine Woche später der französisch-kamerunische Multiinstrumentalist James BKS mit seinem offiziellen Solo-Debüt.

«Wolves Of Africa» präsentiert den gut vernetzten Produzenten mit zahlreichen Promi-Gästen - darunter Will.i.am (The Black Eyed Peas), die tolle britische Rapperin Little Simz, den Schauspieler und Sänger Idris Elba sowie Q-Tip von den Hip-Hop-Pionieren A Tribe Called Quest.

Sohn einer Afro-Jazz-Ikone

Richtig spannend wird es aber, wenn man vom Vater des 1982 in Frankreich geborenen James BKS erfährt: Es ist niemand Geringerer als Kameruns Afro-Jazz-Superstar Manu Dibango (1933-2020). Der ebenfalls sehr musikalische Sohn lernte den Erzeuger nur durch Zufall im Erwachsenenalter kennen. Das Treffen sei dann «der Beginn einer nachdenklichen Reise zu den eigenen Wurzeln» gewesen, teilt sein Label mit dem vielsagenden Namen Grown Kid mit.

Der vor gut zwei Jahren nach einer Covid-Infektion gestorbene Manu Dibango erscheint auf dem Album posthum im mitreißenden Song «Kwele». «Wolves Of Africa» beschränkt sich aber nicht darauf, den Spuren des Vaters zu folgen - das Album ist vielmehr ein buntes Abbild moderner Afropop-Kultur mit Einflüssen aus Soul, R&B und Hip-Hop.

Gesänge, Raps und Frauenchöre, polyrhythmische Grooves, flirrende Gitarren, tiefe Bässe und scheppernde Bläser fügt James BKS zu einem sommerlichen Soundmix zusammen. Afrikanische Tradition trifft in den neun Tracks auf zeitgemäße Technologie und global anschlussfähige Melodien - eine sehr tanzbare, sehr gelungene World-Music/Pop-Fusion.

© dpa

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