Beinahe ein Toto-Album: «Forgotten Toys» von David Paich

Als Sessionmusiker spielte er die Keyboards für Michael Jackson und Aretha Franklin, als Mitglied der Band Toto sang er den Megahit «Africa». Nun veröffentlicht David Paich sein erstes Soloalbum.
David Paich bleibt Toto eng verbunden. © Alessandro Solca/Another Dimension PR/dpa

Neue Musik von Toto ist eine Rarität. In den vergangenen 20 Jahren hat die Rockband («Hold The Line») aus Los Angeles gerade mal zwei Studioalben mit Originalsongs herausgebracht. Das bislang letzte, «Toto XIV», ist schon sieben Jahre alt.

Immerhin veröffentlichen einige Toto-Mitglieder gelegentlich Soloalben. Nach Gitarrist Steve Lukather und Frontmann Joseph Williams legt nun Keyboarder, Pianist und Sänger David Paich sein Debüt vor.

Wirklich solo ist der 68-Jährige auf «Forgotten Toys» jedoch nicht unterwegs. Denn seine Bandkollegen Lukather und Williams, die gerade mit neuer Toto-Besetzung ohne Paich auf Europa-Tournee sind, mischen kräftig mit. Den Refrain des seltsam betitelten «willibelongtoyou» singt unüberhörbar Williams, Lukather spielt das Gitarrensolo - so dass die Nummer von einem Toto-Song nicht zu unterscheiden ist. Dasselbe gilt für das hervorragende «Spirit Of The Moonrise».

Als Sänger war David Paich bei Toto nur die Nummer drei hinter dem jeweiligen Frontmann - Bobby Kimball, Fergie Frederiksen oder aktuell wieder Williams - und dem mit einer großartigen Stimme gesegneten Lukather. Mit «Africa» sang Paich einen der größten Hits der Band, allerdings nicht den Refrain. Seine mitunter leicht nasal klingende Bariton-Stimme ist unverkennbar, nur nicht ganz so ausdrucksstark.

Prominente Gäste

Neben den Toto-Kollegen wirken auf «Forgotten Toys» Studiogrößen und ehemalige Weggefährten von Paich mit, der als Sessionmusiker schon für Michael Jacksons «Thriller» in die Tasten griff. Unter den Gästen sind Michael McDonald, Brian Eno, Ray Parker Jr., Ex-Eagles-Mitglied Don Felder und der neue Rolling-Stones-Schlagzeuger Steve Jordan.

Ob entspannte Soulnummer («First Time») oder Rock'n'Roll vom Reißbrett («Queen Charade»), solche Lieder gab es auch gelegentlich von Toto. Mit «All The Tears That Shine» enhält das Album sogar die Coverversion eines Songs von «Toto XIV». Die verspielte Jazz-Nummer «Lucy» bildet bereits den Abschluss einer Platte, die mit sechs Songs und knapp 30 Minuten Laufzeit ungewöhnlich kurz geraten ist.

Aus gesundheitlichen Gründen steht David Paich kaum noch mit Lukather und Co. auf der Bühne steht, trotzdem bleibt er der musikalische Direktor der 1976 gegründeten Band. Wie eng Toto und Paich verbunden sind, zeigt auch «Forgotten Toys», das beinahe ein Toto-Album ist.

© dpa

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