«All That You Can Dream» - Folksongs von Grant-Lee Phillips

23.05.2022 Einst stand er mit seiner Akustikgitarre an der Straßenecke und klampfte für die «Gilmore Girls». Nun zieht Grant-Lee Phillips das Publikum wieder mal mit schönen Folksongs in Bann.

«All That You Can Dream»: Grant-Lee Phillips legt ein neues Album vor. © Denise Siegel-Phillips/Yep Roc/Bertus/dpa

Er war in den 90ern Frontmann des formidablen Folkrock-Trios Grant Lee Buffalo und beglückt seine Fans seit nunmehr gut 20 Jahren mit feinen Soloalben.

Und doch werden viele nicht ganz so Eingeweihte diesen Grant-Lee Phillips vor allem aus einer Fernsehserie kennen: Mit charmanten Straßenklampfer-Auftritten verkörperte er in «Gilmore Girls» den Stadttroubadour.

Für Leute, die die Lieder und vor allem die Stimme des mittlerweile 58-jährigen Sängers und Multiinstrumentalisten schon damals mochten, könnte sein neues Album «All That You Can Dream» genau das Richtige sein. Denn obwohl Phillips immer schon einer der Hochsensiblen der Singer-Songwriter-Zunft war, übertrifft er sich in diesen elf ruhigen Liedern noch einmal selbst. Man muss nur den von einem wunderschön melancholischen Piano-Motiv getragenen Titelsong oder die Folkballade «Rats In A Barrel» hören, um die Gilmore Girls und ihr freundliches Städtchen Stars Hollow vor sich zu sehen.

Auch Phillips nutzte die Corona-Pause: «Ich habe in diesem Prozess eine Pause gefunden, als ich kaum etwas anderes tun konnte», sagt er über den Weg zu seinem elften Studioalbum. «Es wurde zu einer Art Meditation über diese Zeit in meinem Leben und die Ereignisse, die wir alle gemeinsam erlebt haben.» Dabei konzentrierte er sich auf die Akustikgitarre und seine sehnsüchtige, einfühlsame Stimme.

Das erste Lied des Albums, «A Sudden Place», geht indes auf eine andere Inspiration aus der Zeit vor der Pandemie, auf das Jahr 2019, zurück: «Ich habe es über den Brand der Kathedrale von Notre Dame geschrieben. Wie schnell sich unser Leben ändern kann. Wie plötzlich die Denkmäler und Institutionen, die unsere kollektive Identität definieren, verändert werden können. Das waren meine Gedanken.»

Zwar ist «All That You Can Dream» eine recht reduzierte Platte. Jedoch hatte Phillips, längst einer der in Kollegen- und Fachkreisen anerkanntesten US-Songpoeten, eine tolle Band an der Seite, etwa den Schlagzeuger Jay Bellerose und die Bassistin Jennifer Condos. Das Ergebnis dieser Sessions sollte dem in Nashville lebenden Kalifornier auch ohne «Gilmore Girls»-Auftritte mehr Bekanntheit verschaffen.

© dpa

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