Songpoet Jono McCleery begeistert mit feinstem Folk-Jazz

28.04.2022 Seit 15 Jahren macht der britische Singer-Songwriter Jono McCleery brillante Musik. Auf dem neuen Album «Moonlit Parade» klingt sein Fusion-Sound so natürlich und eigenständig wie noch nie zuvor.

Verträumt - Jono McCleery. © Jozua Dieleman/beats international/dpa

Mit so einer Sahnekaramell-Stimme kann man nicht mehr viel falsch machen - und ihr glücklicher Besitzer Jono McCleery tut es auf seinem neuen Album auch nicht. Im Gegenteil.

Mit einem Sound zwischen Folk, Soul und Jazz - ungefähre Koordinaten: Nick Drake trifft auf Bill Withers und Brad Mehldau - ist «Moonlit Parade» Seelenbalsam pur. Im Wettbewerb um die schönste Indiepop-Platte 2022 hat der Brite gewiss gute Argumente.

Schon McCleerys vorherige Alben seit dem Debüt «Darkest Light» von 2008 waren randvoll mit feinen Melodien und meist reduzierten, immer geschmackvollen Arrangements rund um seinen formidablen Gesang. Auf «Moonlit Parade» hat dieser bescheidene Singer-Songwriter seine Kunst nun auf die Spitze getrieben.

Das Album kulminiert im zentralen Sechsminüter «From A Place», in dem sich McCleerys dehnbare Baritonstimme, seine gestreichelte oder gezupfte Akustikgitarre und Steve Pringles virtuoses Jazz-Piano perfekt umspielen.

McCleery (39) entstammt einer stilbewussten Musikszene um Songwriter wie Nick Mulvey, José González oder Fink, für die der Stilbegriff «Folktronica» quasi erfunden wurde. Auf «Moonlit Parade» drängt der Londoner die elektronischen Sound-Elemente jedoch weit in den Hintergrund - die meisten der neun Songs könnte er auch auf sechs Saiten am Lagerfeuer spielen.

Das Ergebnis: Nie klang McCleerys Musik - die er nun nicht mehr beim englischen Kultlabel Ninja Tune, sondern bei der Berliner Firma Ninety Days Records veröffentlicht - natürlicher, poetischer, persönlicher. Die Platte, deren Texte durchaus schwere Themen wie Rassismus und Seelennöte spiegeln, endet mit dem sanft-verspielten Instrumental «The Sun Chime», zu dem der Musiker sagt: «Ich wollte, dass das Album mit einer leichteren Note ausklingt.» Die knapp 40 Minuten von «Moonlit Parade» hallen dennoch lange nach.

© dpa

Weitere News

Top News

Sport news

Schwimm-WM in Budapest: Die neue Leitwölfin: Punzel hadert mit eigenem WM-Auftakt

Gesundheit

Keine kostenlosen Tests mehr: So verwenden Sie Corona-Selbsttests richtig

Tv & kino

Filmproduzentin: Broccoli kündigt «Neuerfindung» von James Bond an

Tv & kino

Featured: Obi-Wan Kenobi Staffel 2: Das ist die Bedingung für die Fortsetzung

Auto news

Kompaktmodell: Neue Elektrobaureihe: Citroën kündigt SUV-Coupé e-C4 X an

Games news

Bestechende Visualisierung : «Trek to Yomi»: Wie ein Samurai im Abenteuerfilm

Das beste netz deutschlands

Featured: Instagram: Untertitel einschalten und deaktivieren – So geht’s

Das beste netz deutschlands

Für Notizen, Termine und Co.: Huaweis E-Ink-Tablet will Papier sein

Empfehlungen der Redaktion

Musik news

Berührende Sensibilität: Anaïs Mitchell gelingt ein Solo-Neustart

Musik news

Schauspieler und Musiker: «Epithymia»: Tom Schillings düstere Andere Seite

Musik news

Singer-Songwriter: Bruce Hornsby hält mutig Kurs Richtung Indiepop-Moderne

Musik news

Opulenter Klang: Cinemascope-Sound: Pop-Alben im Frühjahr

Musik news

Live-Events: Neustart für große Jazzfestivals - mit einer Lady als Star

Musik news

Musikpreise: Spannung vor den Grammys: Wird Jon Batiste zum Superstar?

Musik news

Epithymia: Tom Schilling über Film, Musik und Die Andere Seite

People news

Songwriter-Königin: «Natural Woman» - Carole King wird 80