Paolo Nutini: Comeback nach acht Jahren

30.06.2022 Acht Jahre sind seit dem bisher letzten Studioalbum von Paolo Nutini vergangen. Nun meldet sich der schottische Sänger und Songwriter mit seinem vierten Longplayer als genreübergreifendes Musikgenie zurück.

Paolo Nutini kennt keine Stilgrenzen. © Shamil Tanna/Atlantic/Warner/dpa

Es war still geworden um Paolo Nutini. Nach seinem dritten Studioalbum «Caustic Love» von 2012 und einer erfolgreichen Tournee hörte man lange kaum etwas von dem begnadeten schottischen Sänger und Songwriter.

2017 spielte Nutini seinen vorerst letzten Gig, ehe er sich kürzlich mit Konzerten in Sheffield und London zurückmeldete. Im legendären 100 Club der britischen Hauptstadt gab er an vier ausverkauften Abenden dem Publikum einen Vorgeschmack auf sein viertes Album «Last Night In The Bittersweet».

Passenderweise bei psychedelischem Licht eröffnete der 35-Jährige sein Set mit dem nach Psychedelic Rock der späten 60er klingenden «Lose It», einem Song, der sich in sich selbst verliert. Erinnerungen an Jefferson Airplane werden wach.

Oder an Led Zeppelin, deren Einfluss beim Album-Opener «Afterneath» kaum zu überhören ist. Da ächzt und jammert Nutini wie einst Robert Plant, bevor sich der Song zu einer treibenden R&B-Nummer mit Spoken-Word-Passagen wandelt.

Musikalische Vielfalt

Die neue Platte hätte kaum vielseitiger werden können. «Radio» ist eine leicht melancholische, sanfte Easy-Listening-Ballade, «Acid Eyes» ein grooviger Softrocker und «Petrified In Love» ein launiger Poprock-Song zum Mitwippen.

Der mit einer ausdrucksstarken und wandelbaren Stimme gesegnete R&B-Spezialist beweist obendrein, dass die Ära der mitreißenden Soulballaden nicht mit Legenden wie Wilson Pickett, Percy Sledge oder Otis Redding zu Ende gegangen ist. Das zeigen «Through The Echoes», das als Ohrwurm nachhaltig im Kopf bleibt, und «Everywhere» - zwei herausragende und ergreifende Tracks dieses makellosen Albums.

Natürlich gibt es meist Gemeinsamkeiten zwischen unterschiedlichen Musikstilen, aber es ist wirklich phänomenal, wie Paolo Nutini eine Vielzahl von Genres meistert. Wie er rund 70 Minuten lang Rock, Psychedelic, Postrock, R&B, Soul, Blues, Funk und Pop scheinbar kinderleicht miteinander verschmelzen lässt, als handele es sich um ein einziges einheitliches Genre.

«Last Night In The Bittersweet» ist ein Album voller Gefühl, voller Leben, voller Kreativität und wahrhaft grenzenloser Spielfreude - das geniale Comeback eines Musikers, der eigentlich längst viel größere Hallen füllen müsste. Immerhin kann man Paolo Nutini in Zukunft wieder häufiger auf der Bühne erleben. Bei seiner laufenden Tournee tritt er im September und Oktober auch in vier deutschen Städten auf.

© dpa

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