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Kultpopstar Rick Astley überzeugt auch als Soulsänger

Mit Ende 50 ist Rick Astley überraschend auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Auf seinem neuen Album huldigt er mit Leichtigkeit dem Soul der 70er und 80er Jahre.
Rick Astley
Rick Astley singt im Victoria Park in Leicester. © Joe Giddens/PA Wire/dpa

Rick Astley ist ein Phänomen. Während manche Popstars der 80er Jahre ihr Geld heute mit Oldie-Revivals und Reality-TV-Shows verdienen, gibt der britische Popstar Konzerte auf der ganzen Welt und trat dieses Jahr sogar gleich zweimal beim berühmten Glastonbury Festival auf. Zu verdanken hat er das einerseits dem kuriosen Kult um seinen Hit «Never Gonna Give You Up», der ihm seit Jahren ein wachsendes Publikum beschert. Andererseits veröffentlicht der 57-Jährige regelmäßig gute Musik. Das gilt auch für sein neuntes Studioalbum «Are We There Yet?».

Es muss den Vergleich mit früheren Werken des Briten jedenfalls nicht scheuen. Einmal mehr präsentiert sich Rick Astley als hervorragender Sänger, der jedes Genre mühelos meistert. Der Opener «Dippin My Feet» ist mitreißender Gute-Laune-Pop. Die zwölf neuen Songs sind aber vor allem vom klassischen Soul geprägt. Der Einfluss des Stax- und Motown-Sounds, von Größen wie Bill Withers oder Al Green, ist bei Liedern wie «Golden Hour», «Forever More» und «Maria Love» nicht zu überhören. «Never Gonna Stop» darf man durchaus als Hommage an Marvin Gayes «Mercy Mercy Me» verstehen.

Astley liefert mit dem Album zeitlose, erwachsene Musik ohne Auto-Tune oder anderen Schnickschnack, der bei ihm nur überflüssig und albern wirken würde. «Ich bin alt», sagt der 57-Jährige, der nach eigener Aussage kein Interesse an Trends hat. «Ich bin in einem Alter, wo ich mich für bestimmte Sachen interessiere. Ich schaue mir auf Instagram endlos Gitarren und Schlagzeuge an, wirklich endlos, und auf Youtube suche ich nach alter Musik, die ich früher geliebt habe - oder eigentlich vielleicht noch immer liebe.»

Cover von US-Tournee inspiriert

Der Albumtitel und das Cover, das eine Wüstenstraße in den USA zeigt, wurden von einer großen US-Tournee inspiriert, die Astley mit der einstigen Boygroup New Kids On The Block absolvierte. «Wir waren fünf Monate in Amerika letztes Jahr, meine Frau und ich», erzählt er im Begleittext zur Platte. Rund 35.000 Kilometer habe er mit seiner Frau, die auch seine Managerin ist, absolviert. «Wir haben Amerika aus dem Bus gesehen. Wir wollten nicht nachts fahren, weil wir was sehen wollten. Wir saßen also vorn und dachten oft "Sind wir schon da?".»

Gleichzeitig gehe es auch um seine eigene Entwicklung. «Bin ich persönlich schon da, bin ich angekommen», sagt Astley. «Wann hat man das Gefühl, dass man wirklich etwas erreicht hat? Wann hat man das Gefühl, dass man das Album gemacht hat, bei dem man sagt, es war das Album, was ich schon immer machen wollte? Ich habe das jetzt tatsächlich gemacht.» Das ist natürlich ein bisschen PR-Gerede. Für die meisten Künstler ist das neueste Album schließlich das beste. Herausgekommen ist aber zweifelsohne ein weiteres gutes Popalbum ohne Ausfälle, das man gern mehrfach durchlaufen lässt.

Bei seinen Konzerten setzt sich Rockfan Astley gelegentlich ans Schlagzeug und schmettert «Highway To Hell» von AC/DC oder schnappt sich eine Gitarre, um «Everlong» von den Foo Fighters - mit denen er schon häufiger auf der Bühne stand - zu singen. Auf dem neuen Longplayer rockt er zwar nicht hart, zeigt aber etwa beim bluesigen «Close (Your Shoes)» oder bei der Pianoballade «Blue Sky» seinen beeindruckenden - und für manche Hörer vielleicht überraschenden - Stimmumfang. Wie schon auf den beiden vorherigen Alben spielte Astley auf «Are We There Yet?» auch die meisten Instrumente selbst.

Vier Auftritte in Deutschland

Auf seiner kommenden Tournee wird Rick Astley seine neuen Songs auch bei vier Konzerten in Deutschland singen - in Köln, Berlin, Hamburg und Bochum. Dabei darf natürlich auch sein Kulthit «Never Gonna Give You Up» von 1987 nicht fehlen, der rund 20 Jahre nach seinem Erscheinen ein Eigenleben entwickelte und Astleys Karriere damit einen ungeahnten neuen Schub gab.

2007 ging das Phänomen des «Rickrolling» in Internet viral, bei dem der tanzende Rick plötzlich und unerwartet in unterschiedlichsten Videoclips und Memes auftauchte. «Das Großartige ist, dass ich nichts damit zu tun hatte. Meine Plattenfirma hatte auch nichts damit zu tun, auch nicht die Leute, mit denen ich arbeite», sagt Astley, der die Entwicklung damals erstaunt beobachtete und sich glücklich darüber schätzt. «Ich habe Glück, dass ich "Never Gonna Give You Up" habe. Es ist eine tolle Visitenkarte, ein großartiger Türöffner.»

Das «Rickrolling» ebnete ihm letztlich wohl auch den Weg nach Glastonbury. Nachdem er zuvor schon mit so unterschiedlichen Künstlern wie den Foo Fighters oder den New Kids On The Block auf der Bühne stand, performte er beim traditionsreichen englischen Festival als Solokünstler und mit der Band Blossoms, mit denen er Songs von The Smiths spielte. Was er in diesen Tagen auch anpackt, es klappt. Das gilt auch für «Are We There Yet?». Rick Astley ist angekommen.

© dpa ⁄ Philip Dethlefs, dpa

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