Die Sterne veröffentlichen neues Album «Hallo Euphoria»

«Hallo Euphoria» heißt das 13. Studioalbum der Hamburger Band Die Sterne. Es stellt mehr Fragen, als dass es Antworten liefert und macht mit luftig-schwebenden Melodien gute Laune.
Die Sterne funkeln. © Brigitta Jahn/Pias/dpa

Es gibt Bands, die irgendwie immer da waren. Die ohne Megahits auskommen, aber doch regelmäßig Alben veröffentlichen und ihre Fans begeistern. So eine Band ist Die Sterne aus Hamburg, die mit «Hallo Euphoria» ihr 13. Studioalbum veröffentlicht.

Es ist bereits das zweite in neuer Formation, nachdem sich Sänger Frank Spilker (56) von seinen langjährigen Musikerkollegen Thomas Wenzel und Christoph Leich getrennt hatte.

«Hallo Euphoria» also, ein Titel, der merkwürdig anmutet für ein Album, das während der Corona-Lockdowns entstand. Doch Frank Spilker, der die Songs geschrieben hat, sagt: «Der Titelsong beschäftigt sich mit der Entstehung von Euphorie. Plötzlich verändert sich etwas in der Gehirnchemie und man wechselt von traurig, verstimmt oder depressiv in den euphorischen Status und man weiß gar nicht, woher das kommt. Der Hintergrund war vielleicht, dass wir im Hinterkopf die Hoffnung hatten, dass irgendwann dieser Scheiß vorbei ist und man euphorisch da raus geht. Das kam so nicht, aber die Euphorie hat trotzdem Platz.»

Das ist typisch für Die Sterne

Ein bisschen Trotz, ein bisschen Gesellschaftskritik - genau so kennen Fans die Texte von Die Sterne. Und dazu locker-luftige Melodien, die oft im Gegensatz zu den Texten stehen. Auch auf dem neuen Album arbeitet Frank Spilker mit genau dieser Mischung: Schwebende Melodien und hinterfragende Texte, die keine Antworten liefern, sondern selbst Fragen bleiben.

«Ich bin kein Missionar», sagt der Sänger. «Ich probiere aus, was mehr bei Menschen bewirkt, wenn sie Songs hören. Mein Herangehen ist dieses Offenlassen und die Leute dazu zu bringen, mitzudenken. Das Typische für Die Sterne ist, nicht alles zu Ende zu formulieren, sondern Dinge offen zu lassen.»

Die zehn Songs sind also eine Art Erzählung, erklären nichts, stehen für sich und lassen Freiräume zum Selberdenken. So kann etwa «Die Kinder brauchen Platz» von Kinder mehr draußen spielen zu lassen bis hin zur Hausbesetzung alles bedeuten, was die Hörerinnen und Hörer hineinlegen wollen. «Alles was ich will» ist eine musikalische Konsumkritik, eine Kritik an unserer Haltung, alles immer und sofort haben zu wollen. Der letzte Song «Wir wissen nichts» ist eher melancholisch und kann als eine Art Konklusion der Platte verstanden werden.

Frank Spilker sagt: «Die Platte fängt sehr klein an mit 'Stellt mir einen Clown zu Seite'. Da geht es um das Gefühl: Ich kann gerade nicht mehr, gib mir einen Assistenten, der das für mich macht, was ich immer machen muss, weil ich keine Lust mehr habe. Und am Ende ist es ganz groß. Es geht um das größte Thema des Universums: das Leben selbst. Das Ganze mit einer kitschigen Melodie. Das macht total Spaß, diesen Weg von klein zu groß auf dem Album zu gehen.»

«Der Ball rollt»

Und auch wenn es größer als dieses fulminante Finale nicht werden kann, ist sich Frank Spilker sicher, dass «Hallo Euphoria» nicht das letzte Album der Sterne sein wird: «Der Ball rollt. Im neuen Team ist die Stimmung total gut und wir kommen schnell zu Ergebnissen. Nicht weiterzumachen wäre einfach blöd.» Stimmt.

Die Sterne zählen neben Blumfeld und Tocotronic zu den wichtigsten Vertretern der sogenannten Hamburger Schule. Dieser lose Verbund an Bands hatte vor allem als Ziel, deutschsprachige Musik zu vermarkten, wobei die Texte tiefgehend, intellektuell anspruchsvoll und meist auch gesellschaftskritisch sind. Frank Spilker selbst lehnt diese Zuschreibung bis heute jedoch ab: «Diese Schublade wird von außen aufgemacht. Aber die Zeit ist lange vorbei, das war vor 30 Jahren.»

© dpa

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