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Antje Schomaker: «Ich liebe Musik, die nach vorne geht»

Mit ihrer typischen Leichtigkeit geht die Singer/Songwriterin Antje Schomaker auf ihrem neuen Album «Snacks» Themen wie Liebeskummer und Beziehungen an - und streut auch eine Prise Melancholie mit ein.
Antje Schomaker
Sängerin Antje Schomaker bringt ihr zweites Album mit dem Titel «Snacks» auf den Markt. © Franziska Spiecker/dpa

Beziehungen, Liebeskummer und Verliebtsein - es sind die klassischen Popthemen, denen sich die in Hamburg lebende Singer/Songwriterin Antje Schomaker auf ihrem neuen Album «Snacks» widmet. Doch sie tut das auf eine so lässig-lockere und emanzipierte Art sowie mit Witz und Begeisterung, dass die Songs einfach ins Herz und in die Beine gehen.

Da wundert es nicht, dass sie im vergangenen Jahr den Preis für Popkultur in der Kategorie Lieblingskünstler:in gewann und sie dieses Jahr sogar in der Jury Platz nehmen darf.

«Ich glaube tatsächlich, dass in allem Schlechten auch etwas Gutes ist. Weil ich die Songs oft live spiele, ist es vielleicht etwas, das ich für mich tue, einen leichten Blick auf das Leben zu werfen. Außerdem liebe ich Musik, die nach vorne geht und Drive hat», sagte die 31-Jährige der dpa in Hamburg.

Zweideutige Songtexte rund ums (Ver-)Naschen

In den zwölf Songs auf ihrem neuen Album verarbeitet die Musikerin Alltägliches: «Meine Songs sind autobiografisch geprägt. Ich schreibe über alles, was in meinem Leben passiert.» So geht es in dem Titeltrack «Snacks» ums (Ver-)Naschen. Auf verspielt-zweideutige Weise singt sie etwa «Ich will sie alle, egal welche Sorte. Ich will die salzigen und auch die Torte. Gib mir ein Küsschen, doch kein Ferrero. Ich nehm' die meisten eh nur für mein Ego. Ich will Snacks!»

Schomaker sagt dazu: «Ich hatte schon länger die Idee, mit diesen Metaphern zu spielen, und habe in meine Handynotizen Formulierungen wie «manchmal nehme ich sie mit ins Bett» oder «die Verpackung ist so trügerisch» geschrieben. So ist immer mehr dazugekommen.» Überhaupt sei bei ihren Songs «erst der Text da». Die Melodie und das ganze Drumherum entstünden dann entweder im Studio bei einer gemeinsamen Session mit ihrem Gitarristen Felix, mit ihrer Produzentin Novaa oder auch allein auf der Klampfe zu Hause.

Viele persönliche Songs

Trotz aller Leichtigkeit findet sich auch ein tiefgehender, melancholischer Song auf dem Album. «Wenn ich mal Kinder hab» ist ein sehr persönliches Lied, in dem Antje Schomaker ein Ereignis verarbeitet, das sie verändert hat: «Meine Mutter ist vor ein paar Jahren fast gestorben. Das habe ich lange in mir getragen und verarbeitet. In diesem Song habe ich alles rausgelassen.»

Ein weiterer sehr persönlicher Song ist «Die Zeit heilt einen Scheiß», der trotz der schweren Thematik nach vorn geht und hoffnungsvoll klingt. «In dem Song geht es um eine toxische Beziehung, in der ich zwei Jahre lang war», sagt Antje Schomaker. Später habe er sie gestalkt und sie zeigte ihn an. Diese psychische Gewalt habe sehr tief gesessen.

«Ich merke immer noch, dass dieser Mensch Wunden hinterlassen hat. Das ist nichts, wo die Zeit alle Wunden heilt oder, wie manche Menschen sagen, alles gut wird und man zumindest etwas gelernt hat. Denn er hat mir eigentlich nur beigebracht, dass meine Grenzen nicht zählen und ich wertlos bin.»

Schomaker: Es ist «hart, sich so zu öffnen»

Es ist diese ehrliche Art, die ihre Fans und Kritiker lieben. So hieß es in der Musiksendung «Sputnik Soundcheck» vom MDR: «Wenn Antje Schomaker singt, klingt es, als könnte sie direkt in dein Herz blicken und fühlen, was du fühlst. So intim und ehrlich, als würde man sich schon ewig kennen.» Bei ihrem Liveauftritten erlebt die Sängerin oft diese Nähe, gerade bei dem Song «Die Zeit heilt einen Scheiß»: «Wenn ich ihn Ansage und über solche Beziehungen und was die mit einem machen rede, bekomme ich viel Zuspruch. Es scheint ein Thema zu sein, das viele in meinem Alter beschäftigt. Zwar ist es hart, sich so zu öffnen, aber es ist toll zu sehen, was ich zurückbekomme. Die Zeit heilt zwar nicht alles, aber wir sind da gemeinsam drin.»

Dieses Mal befindet sich auch ein Coversong auf dem Album - «Alles neu» von Peter Fox. Dort versucht sich die Sängerin auch im Rappen. Auch thematisch passte der Song in das Leben der Wahlhamburgerin: «Ich habe in meinem Team viel verändert, mich etwa von meinem ersten Label und Management getrennt. Ich habe geguckt, mit was und wem ich mich umgebe, was gut für mich ist. Ich will mehr Grenzen setzen, mehr auf mich aufpassen. Denn in der Musikbranche und als Musikerin werde ich ständig bewertet. Auf Instagram und Youtube wird immer kommentiert, egal, was ich tue.» Sie merke nun, dass ihr diese Grenzen gut tun.

«Snacks» ist nach ihrem Debüt «Von Helden und Halunken» das zweite Album der Musikerin. 2022 gewann Antje Schomaker den Preis für Popkultur in der Kategorie Lieblingskünstler:in. Im März 2024 geht sie auf Deutschlandtour.

© dpa ⁄ Janina Heinemann, dpa
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