Schnell mal die Horste retten

Wir müssen das Klima retten und die ganze Welt, jawohl, sehr richtig und wichtig. Aber es gibt auch noch andere Missionen.
Foto: Fabian Sommer © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Irgendjemand muss sich um die vielen armen Horste kümmern, die sich in der Öffentlichkeit nicht mehr zurechtfinden. Neulich im Supermarkt an der Kasse: Hinter mir plappert Mutti mit Kinderkarre ins Handy und packt dabei ihre Einkäufe aufs Band. Kassiererin begrüßt Mutti mit „Hallo“ und sucht Blickkontakt, weil eigentlich ja gerade eine kleine zwischenmenschliche Handlung eingeleitet wird. Ein Mensch kauft ein, ein anderer ist ihm dabei behilflich. Da darf man schon kurz einige Worte wechseln und einander in die Augen schauen. Mutti kann aber nicht mitmachen, jedermann hört, dass ihr Telefonat ein extrem dringliches Thema hat: hat Klara sich neulich beim Grillen gegenüber Hellmut unmöglich benommen oder nicht? Nun ist das meinem Gespür nach genau der richtige Zeitpunkt, Mutti mit einer Gurke das Handy vom Ohr zu schlagen. Aber ich weiß mich zu benehmen. „Gucken Sie mal“, sage ich also zu Mutti. „Die Kassiererin. Total irre. Die ist lebendig, kein Roboter.“ Mutti gerät in Zorn, ihr Gespräch sei ein akuter Notfall, da müsse alles andere zurückstehen. In der Kinderkarre sitzt ein kleiner Junge und lernt tragisches über die Nutzung eines Mobiltelefons. Man kann nur hoffen, dass der Bub später mal zum Karpfenangeln findet.

Karpfenangeln, heissahopssassa, ist das neue Rollerfahren. Das sicherlich sehr interessante Magazin „Karpfen“ verkündet, dass es nun einen frischen Look und auch einen Instagram-Auftritt habe. Man möchte die junge Kernleserschaft besser bedienen. Viele Youngster hängen also anscheinend gerne an Karpfenteichen rum. Eine sehr schöne Nachricht ist das! Denn beim Karpfenangeln lernt der junge Mensch etwas Wesentliches: Konzentration auf genau eine Sache. Und: wer am Ufer ins Handy brüllt, fängt keinen Fisch.

Wenn Sie sich als Frau im kommenden Herbst etwas Frisches fürs Bett angeln möchten: legen Sie sich einen leichten Trenchcoat zu. In einem Trenchcoat fühlen Sie sich auf der Stelle stil- und irgendwie geheimnisvoll und das macht definitiv anziehend. Den Herren empfehle ich nichts, die aktuelle Männermode setzt auf rosa, da bin ich raus.  Aber tun Sie, was Sie nicht lassen können, es mag Frauen geben, denen ein rosa Kuschelhase gefällt.    

© Nele Nielsen
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