Flauschiges

17.09.2021 Neuer Trend aus Dänemark: flauschige Meeresumhänge. In denen kann man sehr Vieles tun, auch Männern zuhören.

© ingimage.com

Drei Wochen lang führte ich das Leben eines dänischen Trolls, trieb mich nackt an einsamen Stränden herum, leckte an Steinen, baute Höhlen und tollte in der Nordsee. Das Wasser war kalt und immer war ein Wind zugange. Hin und wieder waren breite, bärenartige Wesen am Strand zu sehen - dynamische Surfer*innen und gemütliche Best Ager in weiten, langen Frotteekutten mit riesigen Kapuzen. Ich habe das unglaublich behaglich aussehende Kostüm sofort gegoogelt und gelernt, was man darin alles tun kann: sich abtrocknen, umkleiden, wärmen, picknicken, andere Strandgänger*innen hineinbitten, also det er et mirakel, es ist ein Wunder. Aus dem Dänischen übersetzt, heißt das Gewand „flauschiger Meeresumhang“. Allein schon deshalb: Ist bestellt.

Überhaupt kommen verführerische Sachen heraus, sobald man das Dänische ins Deutsche überträgt. Über die Gegend, in der ich urlaubte, heißt es in einer Broschüre: „Hier wird nicht alles mit einem Laptop erledigt. Große, starke Fischer mit breitem Kreuz und großen Händen, die jedem Sturm auf der hohen See entgegenhalten können, bringen Fisch heran.“ Ja, dachte ich da, Du großer, starker Fischer, bring mir den Fisch und pack ihn direkt mal aus, hier auf meinem Küchentisch!“

Aber ich kenne nur feingeistige Städter, einer kam für einige Tage zu Besuch. Wir kannten uns noch nicht so wirklich, deshalb gab es Vieles zu bedenken. Der Sand zum Beispiel – er knirschte unter den Füßen in meinem kleinen Ferienhaus. Ich fegte ihn nicht weg, denn Sand auf dem Boden hat Stil, sagte ich mir. Aber wenn der Mann kommt… sollte ich dann zumindest meine Nägel neu lackieren und alles Mögliche rasieren? Und insgesamt einen etwas aktiveren Eindruck vortäuschen? Als der Mann eintraf, wollte er sofort allerlei erleben, den nächsten Leuchtturm erklettern zum Beispiel und mir dort erklären, wie genau das mit dem Geblinke funktioniert. Viele Männer interessieren sich ja für etliche Dinge, sie sammeln Wissen an und stehen später beim Erklären irgendwie schlau da. Was machen wir Frauen derweil? Einiges handarbeiten? Uns kümmern? Kaltes Wasser oder unser Innenleben erkunden? Wir wollen uns in keine Antwort verbeißen, meine Damen. Besser, wir schieben die Frage erstmal auf die lange Bank und legen einen flauschigen Meeresumhang drüber.

© Nele Nielsen

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