Blut, Sextipps und Camping

Bloody Marys und überflüssige Sexpositionen - lassen wir die Ereignisse des Vorsommers sanftmütig vorüberziehen. Stattdessen lieber weiterhin: gutgelaunte Astronauten verehren.
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Alle, die sich vor Blut fürchten, bitte kurz die Augen zuhalten.

Also: einmal im Monat menstruieren Frauen. Keine große Sache das, wir wissen alle, dass man darüber nicht spricht und handeln die Geschichte also irgendwie im Verborgenen. Die Tampons stecken unterwegs in süßen kleinen Täschchen, damit man sie unauffällig aufs Klo bugsiert bekommt. Männer würden das natürlich anders machen. Hätten die ihre Tage, würde jeder wissen, dass sie nur die größten Tampons benutzen.

Jetzt wollen die Frauen aber tatsächlich auch mal bisschen Tammtamm um ihr Blut machen: Auf drei Festivals rund um Berlin wird es diesen Sommer „red tents“ geben. In den Zelten gibt es Zyklus-Infos und Yoga. Man kann aber auch nur auf weichen Kissen abhängen, Bloody Marys trinken und über Gleichberechtigung diskutieren. Ist das irgendwie albern? Och, nö, irgendwie nicht. Mit einem guten Drink in der Hand ist ja überhaupt nichts albern. 

Allerdings selbst mit einem guten Drink nicht umzusetzen, sind scheinbar angesagte, neue Sextipps in glänzenden Frauenblättchen. An so was kann man nur scheitern:

„Sexstellung 77. Der Bauch des Mannes berührt den Rücken der Frau, beide schauen in dieselbe Richtung. Schlingen Sie nun beide Beine um sein oben liegendes Bein, Hintern in seine Richtung gestreckt, sodass er von hinten in Ihre Vagina eindringen kann. Nun strecken Sie beide Ihre Beine wieder aus, bleiben aber mit allen vier Beinen verschlungen. Ihre Hüften bleiben weiterhin auf derselben Höhe und Sie legen nun beide die Beine in einem 45-Grad-Winkel zu Ihrem Rumpf ab.“

Wer mit so einer Anleitung Spaß im Bett hat, den macht es auch scharf, Steuerformulare auszufüllen.

Weiter herrlich unkompliziert bleibt Alexander Gerst, der bestgelaunteste Astronaut aller Zeiten. Der Flug in der engen Kapsel war schön gemütlich und auf der ISS-Station ist alles klasseprima, sagt er in seinem ersten Interview aus dem All. Es seien gute Freunde da, man müsse sich den Trip einfach vorstellen, wie einen Campingurlaub. Man hat nicht allen Komfort, aber eben Spaß. Bisschen blöd sei nur, dass man sich abends nicht schmissig auf eine Matratze werfen kann, sondern irgendwie labberig schwerelos im Schlafsack rumhängt.

Solange es noch so entspannte Männer in unserem Universum gibt, ist die Welt nicht verloren.

© Nele Nielsen
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