EU-Parlament kritisiert Fußball-WM in Katar

Das Europaparlament hat den Tod von ausländischen Arbeitern bei der Vorbereitung auf die Fußball-Weltmeisterschaft in Katar kritisiert.
Das Europäische Parlament äußert scharfe Kritik am Fußball-Weltverband FIFA. © Philipp von Ditfurth/dpa

Man fordere von Behörden, Sportverbänden und Organisatoren bei künftigen Vergaben großer Sportevents Werten wie Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit Geltung zu verschaffen, heißt es in einer verabschiedeten Resolution.

Man sei entsetzt über die Entscheidung, die «One Love»-Armbinden, mit denen ein Zeichen gegen Diskriminierung gesetzt werden sollte, zu verbieten. Darüber hinaus rufe man die Behörden in Katar auf, Vorschriften zum Verbot von Folter und Misshandlung vollständig durchzusetzen und die Kriminalisierung von Homosexualität abzuschaffen.

Zudem wird bekräftigt, dass die Auffassung des Parlaments bestehen bleibe, dass Korruption innerhalb der FIFA weit verbreitet, systemisch und tief verwurzelt sei. Deutschland und andere EU-Staaten sollten Druck auf die UEFA und die FIFA ausüben, damit sich die FIFA reformiert und demokratisch sowie transparent die nächsten Weltmeisterschaften vergibt.

Kritik und Forderungen an Weltverband FIFA

Der Weltverband solle zudem Familien toter Gastarbeiter und andere Opfer entschädigen. Hervorgehoben wird auch, dass die FIFA Katar den Zuschlag für die WM erteilt hätte, ohne etwa Bedingungen für den Schutz von Wanderarbeitern festzulegen und es glaubwürdige Anschuldigungen von Bestechung und Korruption gebe. Es wird aber auch begrüßt, dass Katar Reformen auf den Weg gebracht habe, um die Lage von Arbeitern zu verbessern.

Noch deutlichere Worte fanden deutsche Abgeordnete zur WM. «Diese Fußball-Weltmeisterschaft der Männer ist aus menschenrechtlicher Perspektive eine Katastrophe», sagte der SPD-Europaabgeordnete und Außenpolitiker Dietmar Köster. Kritisch sieht die Resolution die außenpolitische Sprecherin von Die Linke im Europaparlament, Özlem Demirel. Deutsche und europäische Firmen, die mit der WM Profite machten, müssten zur Verantwortung gezogen werden, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.

Auch Viola von Cramon-Taubadel von den Grünen äußerte Kritik an der Position des Parlaments. «Wenn es ums Klima, Menschenrechte, Homophobie und Korruption geht, finden andere Gruppen minimale Verbesserungen würdig einer Auszeichnung, die aber unseren Grundvorraussetzungen und Standards nicht einmal annähernd entsprechen», sagte sie mit Blick auf die Position anderer Fraktionen.

Der FDP-Europaabgeordnete Jan-Christoph Oetjen betonte, das Parlament habe mit der Resolution klargestellt, dass Menschenrechte überall gelten würden. Zudem sagte er: «Die WM hätte niemals in Katar stattfinden dürfen. Die FIFA muss sich dringend reformieren, damit sich solch eine Blamage nicht wiederholt.»

Der CDU-Abgeordnete Michael Gahler stellte klar: «Die Gastgeberländer müssen zu Hause die Menschenrechte respektieren und dürfen die Gäste in keiner Weise diskriminieren.» Dies müssten Ausschlusskriterien werden.

© dpa
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