«Sportschau»-Bericht: Katar bezahlt Fanreisen - mit Vorgaben

Das Organisationskomitee der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar bezahlt nach einem «Sportschau»-Bericht auserwählten Fans Reisen zum Turnier - damit sie dort und in den sozialen Netzwerken für gute Stimmung sorgen. Flüge, Unterkünfte und ein Taschengeld sind demnach für Teilnehmer des «Fan Leader Network» inklusive.
Doha ist einer der Austragungsorte der WM in Katar. Einem Bericht zufolge bezahlt der Staat bestimmten Fans eine Reise ins Land. © Kamran Jebreili/AP/dpa

«Dass Katar kurz vor Turnierstart noch Fans einkauft, spricht auch dafür, dass die Begeisterung unter aktiven Nationalmannschafts-Fangruppen in vielen Ländern eher gering ausgeprägt ist», sagte Martin Endemann vom europäischen Fan-Bündnis Football Supporters Europe (FSE) der dpa. «Diese Leute darf man nicht als repräsentative Fanvertreter betrachten, sondern höchstens als freiwillige Helfer für die FIFA und das Organisationskomitee.»

Vorgabe: «Qatar - the fans' world cup»

Nachfragen zu den Details beantwortete das WM-Organisationskomitee auf Anfrage der ARD nicht. Ein Sprecher habe mitgeteilt, dass die Fans «ein unbezahltes Ehrenamt» einnehmen würden, hieß es in dem Bericht. Rund 450 Fans aus 59 Ländern seien beteiligt. Der Deutsche Fußball-Bund sagte nach Angaben der «Sportschau», dass dem Verband das Programm des Organisationskomitees bekannt sei, es werde aber weder durch den DFB noch durch den Fan-Club Nationalmannschaft unterstützt. Man wisse, «dass deutsche Fans teilgenommen haben/teilnehmen werden, aber wir wissen nicht, wie viele Fans sich daran beteiligen».    

Ein Verhaltenskodex beinhaltet dem Bericht zufolge klare Vorgaben für die teilnehmenden Fans. Vereinbart werde unter anderem die Nutzung des Slogans «Qatar - the fans' world cup» («Katar - die WM der Fans») und des Hashtags #IAMAFAN («Ich bin ein Fan»). Das WM-OK teile den Fans mit, dass Social-Media-Beiträge beobachtet werden. Man behalte sich das Recht vor, Änderungen oder das Löschen von Posts zu verlangen. Nicht zugelassen bei dem Programm seien Fans «mit offensichtlicher politischer Gesinnung».

© dpa
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