Jorge Valdano: Messi hat gelernt, die Dinge zu genießen

Er spielte mit Maradona, er gewann mit ihm die WM, er traf im Endspiel gegen Deutschland. In einem Interview vergleicht er Maradona mit Messi und kommt zu bemerkenswerten Schlussfolgerungen.

Jorge Valdano, argentinischer Fußball-Weltmeister von 1986, hat mit großer Bewunderung von Lionel Messi und dessen Umgang mit der weltweiten Berühmtheit gesprochen.

In einem Interview der «Süddeutschen Zeitung» verglich der 67 Jahre alte Fußball-Philosoph dabei den aktuellen Superstar der Südamerikaner mit dem ehemaligen, mit Diego Maradona. «Leo hat einen bewundernswerten Grad an Selbstkontrolle, was ihn vor den Folgen eines Lebens schützt, das schrecklich ist», sagte Valdano.

Messi könne sich nirgends verstecken. «Egal wo, ob in Asien oder in Arabien: Er ist immer Messi. Auch Diego hat darunter gelitten, und ich muss sagen: Ich halte es für logischer, so zu enden wie Maradona, als so zu sein wie Messi.»

Maradonas Fußball-Karriere, gekrönt mit dem WM-Triumph zusammen unter anderem mit Valdano, der beim 3:2-Sieg im Finale gegen Deutschland ein Tor erzielt hatte, war auch von Skandalen geprägt. Maradonas Leben, er starb vor zwei Jahren, erst recht.

Messi indes ist praktisch frei von Skandalen, er ist Vater von drei Söhnen und verheiratet mit seiner Jugendliebe. Nur fehlt Messi sportlich noch der WM-Titel, an diesem Freitag (20.00 Uhr MEZ/ARD und MagentaTV) spielt er mit Argentinien um den Einzug ins Halbfinale, Gegner sind die Niederlande.

Team hat «ökologisches Gleichgewicht gefunden»

Dass Messi in diesen Tagen in Katar glücklicher, befreiter und lustvoller wirkt als bei manchen seiner vier WM-Teilnahmen vorher, hat für Valdano Gründe. «Die Gruppe. Das Glück, das er erkennbar spürt. Und der Sieg bei der Copa América in Brasilien 2021. Er markiert ein Vorher und Nachher - für die Mannschaft, und vor allem für Leo.»

Vor knapp anderthalb Jahren hatten sich die Argentinier im Finale in Rio gegen Brasilien durchgesetzt, Messis Ansprache an die Mannschaft vor dem Anpfiff ist längst auch schon legendär. Es war sein erster großer Titel mit der A-Nationalmannschaft.

Trainer Lionel Scaloni habe «keine Auswahl, sondern eine Mannschaft, das ist ein Unterschied von riesiger Bedeutung. Man merkt, dass sie ihr ökologisches Gleichgewicht gefunden hat», befand Valdano. Und Messi, mittlerweile 35 Jahre alt, sei reifer geworden. «Ich habe den Eindruck, Leo hat gelernt, die Dinge zu genießen. Das hat damit zu tun, dass er am Ende seiner Karriere ankommt.»

© dpa
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