Biathlon-Staffeln ohne Podestplätze: «Niveau ist sehr hoch»

05.12.2021 Die deutschen Staffeln bleiben zum Auftakt der Olympia-Saison ohne Podestplätze. Beim Biathlon-Weltcup im schwedischen Östersund sind andere derweil schon in Galaform.

Die deutsche Staffel um Denise Herrmann (vorne) landete in Östersund auf Platz fünf. Foto: Fredrik Sandberg/TT News Agencyvia AP/dpa © dpa - Deutsche Presse-Agentur GmbH

Die Podestplätze sind zwar oft recht nah, doch für den Sprung nach ganz vorne reicht es für die deutschen Biathleten zum Auftakt des Olympia-Winters noch nicht.

«Man darf sich gerade einfach überhaupt nichts erlauben», sagte Ex-Weltmeisterin Denise Herrmann im schwedischen Östersund. Mit der Frauenstaffel belegte die Sächsin am Sonntag den fünften Platz, am Samstag hatten sich die Männer bereits Rang vier erkämpft. Gut zwei Monate vor dem Beginn der Winterspiele in Peking gibt es durchaus Grund zum Optimismus, aber andere Nationen scheinen schon sehr früh in Gold-Form und schockten die Konkurrenz.

So wie Frankreichs Frauen, die dank Schnellfeuereinlagen und starken Auftritten in der Loipe mit der Staffel dominierten. Belarus auf Platz zwei hatte schon fast eine Minute Rückstand, hinter Schweden und Norwegen lag Deutschland knapp eineinhalb Minuten zurück. Vanessa Voigt, Herrmann, Janina Hettich und Franziska Preuß brauchten nur vier Nachlader, zu Rang drei fehlten trotzdem rund 17 Sekunden.

Fünfter Platz «kein Weltuntergang»

Läuferisch reicht die Leistung derzeit insgesamt nicht, um in den Kampf um den Sieg einzugreifen. «Das Niveau ist einfach sehr hoch», sagte Preuß: «Der fünfte Platz ist kein Weltuntergang. Wir sind vorne mit dabei und machen so weiter.»

Einen Tag zuvor hatte das Herren-Quartett mit Erik Lesser, Roman Rees, Benedikt Doll und Philipp Nawrath Rang drei um 21,9 Sekunden verfehlt. Beim überlegenen Sieg von Weltmeister Norwegen, der mit den zweitplatzierten Franzosen in einer Liga war, leisteten sich die DSV-Skijäger sechs Nachlader und hinterließen einen guten Eindruck.

Zum Abschluss der beiden Weltcup-Wochen im bitterkalten Östersund kam Rees in der Verfolgung der Männer nach nur einem Schießfehler auf Platz 13. Johannes Kühn (3 Fehler) erfüllte als 14. die verbandsinterne Olympia-Norm. Sieger Vetle Sjastad Christiansen aus Norwegen lag allerdings mehr als 1:30 Minuten vor den beiden besten Deutschen. Erik Lesser (2 Fehler) verbesserte sich von Rang 48 auf 18, Benedikt Doll (3) musste sich mit Platz 22 begnügen.

Preuß und Herrmann überzeugen in der Verfolgung

Bei den Frauen überzeugten in den Einzelrennen vor allem Preuß und Herrmann. Die beiden Medaillenhoffnungen für Olympia waren in der Verfolgung Fünfte und Achte geworden. Auch im ersten Jagdrennen der Saison war beim Sieg der Norwegerin Marte Olsbu Röiseland für Preuß durchaus noch etwas mehr drin. Zwei Schießfehler waren aber zu viel. «Für mich ist es insgesamt gut, oft vorne dabei zu sein. Ich bin auf jeden Fall motiviert, dass es so weitergeht», sagte die 27-jährige Bayerin.

Genau wie Preuß und Herrmann, die als Einzel-Dritte bislang den einzigen Podestplatz geschafft hat, ist auch die Thüringerin Vanessa Voigt bereits für Peking qualifiziert. Die 24-Jährige ist die Entdeckung des noch jungen Winters und bestand ihr Staffel-Debüt zum Abschluss des Weltcups ausgezeichnet. «Ich war ein bisschen begeistert von meinem Schießen», sagte Voigt, die vor dem Start ziemlich nervös war, und bilanzierte: «Ich würde sagen: Top-Rennen.»

Sie schickte die diesmal an Position zwei laufende Herrmann als Vierte mit nur 7,4 Sekunden Rückstand auf die Spitze in die Loipe. Die Ex-Verfolgungsweltmeisterin schloss die Lücke schnell, konnte aber die Position nicht halten und wechselte als Dritte - 46,3 Sekunden hinter den führenden Französinnen. Hettich blieb auch fehlerfrei, fiel aber auf ihrer letzten Runde auf Rang fünf zurück. Sie verlor auf der Strecke mehr als eineinhalb Minuten auf die Schwedin Elvira Öberg. Preuß war zwar beim finalen Schießen in Schlagdistanz zu Schweden und Norwegen. Aber ihre fehlerfreie Einlage nützte nichts. «Die Lücke nach vorne war zu groß, da konnte ich nichts mehr machen», sagte Preuß.

© dpa-infocom GmbH

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