Rückschläge für deutsche Ruder-Flotte - Weitere Kritik

Im Gegensatz zum WM-Auftakt gab es für die deutsche Ruder-Flotte am zweiten Regatta-Tag keine weiteren Lichtblicke. Zudem hält die Debatte zwischen Sportlern und Verbandsführung um nötige Reformen an.
Der Deutschland-Achter kam im WM-Vorlauf nur auf den vierten Rang. © Sven Hoppe/dpa

Vier Starts, kein Sieg - für die deutsche Ruder-Flotte hat es bei der WM in Tschechien erste Rückschläge gegeben. Am zweiten Tag der Titelkämpfe auf der Regattastrecke von Racice konnte sich keine DRV-Crew auf direktem Weg für die Halbfinals qualifizieren.

Anders als am Vortag mit Vorlaufsiegen von Oliver Zeidler und Alexandra Föster im Einer blieben ermutigende Ergebnisse diesmal aus. So kam der Frauen-Doppelvierer, der bereits beim sechsten EM-Rang vor fünf Wochen in München enttäuscht hatte, im Vorlauf nicht über Platz vier hinaus.

Auch die anderen drei in den 14 olympischen Klassen gestarteten deutschen Boote müssen in den Hoffnungslauf. Den besten Eindruck hinterließ der leichte Frauen-Doppelzweier, der sich nur der Crew aus Irland geschlagen geben musste. Der Vierer ohne Steuermann und der Frauen-Doppelzweier verpassten als Dritte den direkten Halbfinaleinzug.

Achter-Schlagmann kritisiert Verband

Begleitet wurden die Wettkämpfe von neuerlicher Kritik aus Sportlerkreisen an der Verbandsführung, die schon vor der EM in München aufgekommen war. Die bisherigen Versuche des DRV, Spannungen durch die Einberufung eines Expertenrates abzubauen, bezeichnete Achter-Schlagmann Torben Johannesen als «Farce» und monierte, dass in diesem Rat «Leute drinsitzen, die im Fokus der Kritik stehen. Die kontrollieren sich quasi selbst.» Der Hamburger forderte in den «Ruhr Nachrichten» weiterreichende Reformen: «Man verliert das Vertrauen in den Verband, weil viel angekündigt, aber nichts umgesetzt wird.»

Der vorzeitige WM-Ausstieg des Männer-Doppelzweiers dezimiert die ohnehin kleine DRV-Flotte zusätzlich. Wie Sportdirektor Mario Woldt der Deutschen Presse-Agentur bestätigte, verzichtet das Duo Max Appel (Magdeburg) und Moritz Wolff (Berlin) «aus persönlichen Gründen» auf einen Start im Viertelfinale am Mittwoch. Das Duo hatte sich am Vortag als Vorlaufvierter nur mit Mühe für das Viertelfinale qualifiziert. Nach dem WM-Ende der offenbar zerstrittenen beiden Ruderer ist der DRV nur noch mit acht Booten in den olympischen Disziplinen vertreten.

Für den Deutschland-Achter beginnt die WM am Dienstag. Im Vorlauf (13.01 Uhr) trifft die Crew auf Australien, Kanada, Tschechien und die Niederlande. Nach dem vierten Rang bei der EM in München ist die Ungewissheit über das Leistungsvermögen groß. «Vom verpassten A-Finale bis hin zum Gewinn einer Medaille ist alles drin», sagte Johannesen. Trainer Uwe Bender schöpft Mut aus den guten Leistungen in der WM-Vorbereitung: «Wir sind eingespielter als vorher und haben uns in jeder Hinsicht weiterentwickelt.»

© dpa
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