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Volleyballer erstmals seit 2012 wieder bei Olympia

Die deutschen Volleyballer kamen als Außenseiter zum Quali-Turnier und fahren mit dem Olympia-Ticket nach Hause. Der überragende Akteur ist überwältigt, die Bedeutung für die Sportart groß.
Erfolgreich
Die deutschen Volleyballer sind bei Olympia in Paris dabei. © Joao Gabriel Alves/dpa

Mit einem ausgedruckten Ticket für Paris in der Hand, den olympischen Ringen auf einer Mütze und einem fast ungläubigen Lächeln auf den Lippen stand Deutschlands Ausnahme-Volleyballer Georg Grozer vor der Kabine. Der 38-Jährige war nach der ersten deutschen Olympia-Qualifikation seit 2012 überwältigt.

«Ich könnte jede Sekunde losheulen. Es ist ein unglaubliches Gefühl», sagte er nach dem 3:0 (25:15, 25:20, 25:16) gegen Katar, das vorzeitig den Weg zu den Sommerspielen in der französischen Hauptstadt im kommenden Jahr ebnete.

«Man sollte nie aufgeben, an seine Träume zu glauben. Wir haben es einfach gemacht und jetzt fahren wir nach Paris», sagte Grozer. Nach sechs Siegen aus sechs Spielen beim Qualifikationsturnier in Rio de Janeiro, darunter zwei sensationelle Erfolge gegen Weltmeister Italien und Gastgeber Brasilien, stand die Qualifikation sogar schon vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Ukraine fest. 

«Wie im Rausch»

«Das ganze Turnier war irgendwie wie im Rausch. Wir haben jedes Spiel konstant gespielt und unsere Leistung gebracht», sagte Außenangreifer Moritz Reichert.

Der Erfolg war alles andere als zu erwarten gewesen. In der enttäuschend verlaufenen Nationenliga hatte Grozer noch wie im ganzen vergangenen Sommer ausgesetzt. Doch auch seine Rückkehr zur EM brachte keine unmittelbare Verbesserung. Dazu musste die Mannschaft lange anhaltende Unruhe im Verband ausblenden und mit einem extrem eng getakteten Spielplan umgehen. 

Doch offensichtlich war die Auswahl des Deutschen Volleyball-Verbandes dann genau im richtigen Moment auf dem Höhepunkt ihres Schaffens. «Man hat schon in der Vorbereitung gemerkt: Es liegt was in der Luft», sagte Außenangreifer Erik Röhrs. Dass die Mannschaft das dann in jedem Spiel zeigen konnte, sei ein «unglaubliches Gefühl». 

Auch Kapitän Lukas Kampa, der wegen einer Verletzung vorzeitig ausscheiden musste, sagte dem Deutschlandfunk schon vor dem Spiel gegen Katar: «Manchmal ist es ein bisschen verrückt und paradox im Sport, dass man doch einen langen Anlauf braucht, um das abzurufen, was man sich eigentlich schon für den Beginn des Sommers vorgenommen hat.» Die Bedeutung der Qualifikation sei groß. «Das ist insgesamt das Lebenselixier für die Sportarten, die nicht ununterbrochen im Rampenlicht stehen.»

Unerwartete Siege gegen die Favoriten

Grozer betonte den Teamgedanken. Auch seine Mitspieler steigerten sich deutlich. «Wir haben gekämpft, wir waren eins», sagte der Diagonalangreifer. Doch der 38-Jährige ging emotional und sportlich voran, war der überragende Spieler des Turniers. 

Insbesondere in den Spielen gegen Italien und Brasilien, innerhalb von weniger als 24 Stunden, hievte er sich auf das absolute Weltspitzenniveau. Etwa im vierten Satz gegen den Weltmeister, als der Routinier fast im Alleingang jeden Zweifel am Sieg beseitigte. Leistungen, die auch wegen der Unterstützung von Grozers Freundin möglich sind. «Ich möchte ihr einen großen Dank sagen, dass sie immer an mich glaubt, mich in gutem Zustand hält und mich immer pusht, dass ich noch nicht zu alt zum Volleyballspielen bin.»

Die beiden Kumpels Kampa und Grozer sind neben Denys Kaliberda die einzigen drei Spieler, die schon bei der letzten Olympia-Teilnahme 2012 in London dabei waren. Damals gab es einen fünften Platz. Die Krönung für Grozer wäre nun, wenn sich auch seine Tochter Leana (16) mit dem Team der Frauen qualifizieren würde. Über die Weltrangliste hat die Auswahl im kommenden Jahr noch eine Chance.

© dpa ⁄ David Langenbein, dpa
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