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Van Wilder holt Gesamtsieg - Bauhaus scheitert im Sprint

Ilan van Wilder krönt seine gute Deutschland Tour mit dem Gesamtsieg. Es ist der bisher größte Karriereerfolg des Belgiers. In Bremen landet zum Schluss doch noch ein deutscher Profi auf dem Podium.
Ilan van Wilder
Der Belgier Ilan Van Wilder hat bei der Deutschland Tour den Gesamtsieg eingefahren. © David Inderlied/dpa

Zum Schlussakt der Deutschland Tour hat es aus deutscher Sicht wieder nicht für einen Tagessieg gereicht. Sprinter Phil Bauhaus fuhr am Sonntag in einem Massensprint hauchdünn als Zweiter hinter dem Niederländer Arvid De Kleijn über die Ziellinie.

In der Hansestadt Bremen jubelte nach 175,6 Kilometern vor allem der Belgier Ilan van Wilder. Der 23-Jährige feierte den Gesamtsieg bei der Rundfahrt und holte damit seinen bisher größten Karriereerfolg. 

«Es ist ein tolles Gefühl», sagte van Wilder dem ZDF und fügte hinzu: «Ich habe hier meinen ersten Profisieg erreicht und jetzt den ersten Gesamtsieg - mehr geht nicht.» Mit elf Sekunden Abstand siegte er vor dem Österreicher Felix Großschartner.

Politt wird bester deutscher Fahrer

Nils Politt vom deutschen Team Bora-hansgrohe wurde als Neunter bester Deutscher. Aus deutscher Sicht bleibt es eine ernüchternde Heim-Tour - auch wenn Sprinter Bauhaus noch Zweiter wurde und am Samstag in Essen als Vierter über die Ziellinie gefahren war. 

Für Politt als Siebter und Georg Zimmermann als Achter etwa auf Etappe zwei wäre durchaus mehr drin gewesen. Politt war meistens vorn dabei, doch ihm glückte vor seinem Wechsel zur neuen Saison zum UAE-Team um Superstar Tadej Pogacar kein vorzeitiges Abschiedsgeschenk für seine Mannschaft.

Zimmermann, der in diesem Jahr knapp einen Etappensieg bei der Tour de France verpasst hatte, blieb in den vergangenen Tagen überraschend im Hintergrund. Im vergangenen Jahr hatte der 25-Jährige die «D-Tour» noch als Vierter beendet und damit als bester Nachwuchsfahrer beendet.

Junge Fahrer stellten sich ins Schaufenster

Die Organisatoren freuten sich dagegen über viele Zuschauer bei den meisten Etappen. «Es gibt wieder richtig große Lust auf Radsport in Deutschland», sagte Mitorganisator Matthias Pietsch dem ZDF. Für die Zukunft des Sports sei das «sehr positiv». 

Die Deutschland Tour musste allerdings ohne die vorher angekündigten Topstars Chris Froome - viermaliger Tour-de-France-Sieger - und den diesjährigen Tour-Dritten Adam Yates auskommen. Wie gewohnt bei kleineren Rad-Fernfahrten stellten sich junge und vielversprechende Fahrer ins Schaufenster. Neben van Wilder sorgte Madis Mihkels aus Estland durch seinen Sieg nach dem Massensprint am Samstag für eine Überraschung. 

Diese Erkenntnis nahmen sich auch fünf junge deutsche Fahrer aus der zweiten Reihe zu Herzen, die gleich nach dem Start in der niedersächsischen Hauptstadt Hannover nach vorn preschten und teils mehr als vier Minuten Distanz zum Hauptfeld aufbauten. Das Peloton holte die Gruppe um Silas Köch, Jan-Marc Temmen, der 18-jährige Vinzent Dorn, Tobias Nolde und Dominik Röber erst vor den Toren Bremens ein. Nolde hielt noch als Solist etwas länger durch. 

Knapp einen Kilometer vor dem Ziel setzten sich Arndt und Bauhaus an die Spitze.«Dieses Mal waren wir ein bisschen zu früh, sodass es für Nikias, meinen letzten Anfahrer, ein bisschen zu lang wurde», sagte Bauhaus.

© dpa ⁄ Felix Schröder, dpa
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