Drittrunden-Aus für Kerber bei French Open

27.05.2022 Angelique Kerber ist bei den French Open raus. In der dritten Runde geht der deutschen Nummer eins etwas die Kraft aus. Nun freut sich Kerber auf ihren Lieblingsbelag.

Ist bei den French Open in Runde drei ausgeschieden: Angelique Kerber. © Michel Euler/AP/dpa

Nach ihrem ebenso bitteren wie unnötigen Aus in der dritten Runde der French Open blickte Angelique Kerber bereits voller Vorfreude auf ihre geliebte Rasen-Saison.

«Ich bin froh, dass es jetzt auf Rasen geht. Das Kribbeln ist immer noch da, gerade jetzt auch mit Blick auf Wimbledon», sagte Kerber in Paris nach ihrem 4:6, 6:7 (5:7) gegen Alexandra Sasnowitsch aus Belarus.

Als Vorbereitung auf den Klassiker in Wimbledon, wo Kerber im vergangenen Jahr bis ins Halbfinale kam, wird sie in diesem Jahr aber nur ihr eigenes Turnier in Bad Homburg (18. bis 25. Juni) spielen. In Berlin wird sie in der Woche davor dagegen fehlen - mit einer überraschenden Begründung.

Kein Start in Berlin - Rittner perplex

«Ich spiele immer gerne Turniere in Deutschland, das weiß auch jeder. Aber ich werde dieses Jahr in Berlin nicht spielen, weil manchmal fehlt die Wertschätzung hier und da», sagte Kerber mit Blick auf das Turnier in der Hauptstadt, bei der ihre langjährige Wegbegleiterin Barbara Rittner als Turnierdirektorin fungiert. Näher darauf eingehen wollte Kerber aber nicht.

Rittner zeigte sich völlig überrascht von Kerbers Aussagen. «Ich bin echt perplex und auch ein bisschen traurig», sagte die Damen-Bundestrainerin der Deutschen Presse-Agentur. Es habe ständig Gespräche mit Kerbers Management gegeben. «Ich habe immer gesagt, dass Kerber unsere Nummer-eins-Wunschspielerin für das Turnier ist», sagte Rittner. Sie wolle jetzt das persönliche Gespräch mit Kerber suchen. Das Angebot, bis kurz vor Turnierbeginn eine Wildcard zu bekommen, stehe weiter, sagte Rittner.

Stattdessen zog sie trotz des verpassten Achtelfinaleinzugs im Stade Roland Garros ein zufriedenes Fazit. «Ich habe alles aus mir rausgeholt in den vergangenen Tagen», sagte Kerber auch mit Blick auf die vergangene Woche, in der sie das Turnier in Straßburg gewonnen und ihren ersten Titel in diesem Jahr geholt hatte. Dennoch bleiben die French Open das einzige Grand-Slam-Turnier, das Kerber in ihrer Karriere bislang nicht gewinnen konnte.

Der Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros geht nun bei den Damen ohne deutsche Beteiligung weiter. Bei den Herren hatte Alexander Zverev am späten Freitagnachmittag gegen den Amerikaner Brandon Nakashima noch die Chance auf den Einzug ins Achtelfinale.

Guter Start, aber viele leichte Fehler

Gegen Sasnowitsch erwischte Kerber eigentlich einen ganz guten Start. Die dreimalige Grand-Slam-Turnier-Siegerin nahm ihrer Gegnerin gleich den Aufschlag ab. Allerdings musste Kerber danach sofort selbst ihr Service abgeben. Insgesamt wirkte die Kielerin nicht so frisch, kam häufig einen Schritt zu spät und leistete sich viele leichte Fehler.

Erst im zweiten Satz pushte sich Kerber mit lauten Anfeuerungsrufen selbst nach vorne, auch das Publikum feuerte sie nun an. Laute «Angie, Angie»-Sprechchöre waren im drittgrößten Stadion der Anlage zu hören. Die Entscheidung fiel schließlich im Tiebreak, wo Kerber am Ende knapp den Satzausgleich verpasste. «Wenn es in den dritten Satz gegangen wäre, wer weiß, was dann noch möglich gewesen wäre», sagte Kerber.

So geht es für die deutsche Nummer eins zurück nach Deutschland, wo nach ein paar freien Tagen die Vorbereitung auf Rasen beginnt. Kommt sie im nächsten Jahr denn noch einmal wieder nach Paris? Das ließ die 34-Jährige offen. «Es sind dieses Jahr noch zwei Grand-Slam-Turniere. Was danach kommt, werden wir sehen. Ich schaue nicht mehr so weit nach vorne.»

© dpa

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