Djokovic spielt um siebten Wimbledon-Titel

Nach schwachem Start erreicht Novak Djokovic souverän sein viertes Wimbledon-Finale in Serie und erwartet ein «emotionales Feuerwerk». Das bevorstehende Endspiel bringt seinen Gegner um den Schlaf.
Hat erneut das Finale in Wimbledon erreicht: Novak Djokovic. © Adam Davy/PA Wire/dpa

Rafael Nadal verabschiedete sich traurig mit dem Wunsch auf eine Wimbledon-Rückkehr im kommenden Jahr, Novak Djokovic darf ohne seinen großen Widersacher auf den nächsten Triumph hoffen.

Nach holprigem Start gewann der topgesetzte Titelverteidiger sein Halbfinale gegen den Briten Cameron Norrie mit 2:6, 6:3, 6:2, 6:4 und spielt am Sonntag um seinen siebten Tennis-Titel beim Rasen-Klassiker. Ins Finale geht Djokovic als Favorit gegen den ungesetzten Australier Nick Kyrgios, der nach dem Rückzug von Nadal seine Premiere in einem Grand-Slam-Endspiel feiert.

Djokovic schrie erleichtert seine Freude heraus und erwartet ein aufsehenerregendes Finale gegen Kyrgios. «Eins ist sicher, es wird von beiden Seiten reichlich emotionales Feuerwerk geben. Er hat nicht viel zu verlieren, und so spielt er auch», sagte der 35-Jährige und erinnerte an seine bislang schlechte Bilanz bei zwei Niederlagen: «Ich habe noch nie einen Satz gegen ihn gewonnen, hoffentlich ist es dieses Mal anders.»

Djokovic könnte mit seinem 21. Grand-Slam-Titel und dem vierten Wimbledon-Triumph in Serie bis auf einen Erfolg an Nadal herankommen. Der 36 Jahre alte Spanier hatte mit einem Bauchmuskel-Riss für das Halbfinale abgesagt und will in einer Woche wieder mit dem Training für die US Open Ende August beginnen. Bevor Nadal in Wimbledon endgültig in einem kastenartigen Shuttlewagen verschwand, schüttelte er noch die Hände zahlreicher Mitarbeiter auf der Anlage und verkündete zum Abschied: «Ich hoffe, euch nächstes Jahr zu sehen.»

Finalteilnahme bringt Kyrgios um Nachtruhe

So bietet sich für Kyrgios gegen Djokovic eine unerwartete Chance, die ihn um die Nachtruhe brachte. «Ich hatte einen schockierenden Schlaf, um ehrlich zu sein», berichtete der wegen seiner Eskapaden und Debatten mit den Unparteiischen umstrittene Australier. Er habe nur eine Stunde geschlafen. «Ich hatte so viel Angst, ich habe mich bereits so nervös gefühlt, und normalerweise bin ich nicht nervös.»

Mit Djokovic verbinde ihn eine Art «Bromance», eine freundschaftliche Beziehung zwischen Männern, sagte Kyrgios. «Ich denke, jeder weiß, dass es für eine Weile keine Liebe zwischen uns gab. Das war gesund für den Sport. Jedes Mal, wenn wir gegeneinander gespielt haben, gab es einen Hype», erinnerte der streitbare Australier.

Djokovic im ersten Satz mit Problemen

Sollte Djokovic am Sonntag so wie zu Beginn des Halbfinals spielen, würde alles für einen Überraschungserfolg Kyrgios' sprechen. Gleich dreimal gab Djokovic im ersten Durchgang den Aufschlag ab, erlaubte sich viele Fehler von der Grundlinie. Mit einer soliden Leistung sicherte sich Norrie per Ass den Auftaktsatz nach nur 32 Minuten.

Lautstark trieben die Fans auf dem Centre Court ihren britischen Liebling an. Doch langsam stabilisierte sich auch Djokovic, ohne jedoch zunächst noch seine Brillanz aufblitzen zu lassen. Nach einem völlig missglückten Volley geriet Norrie aus dem Konzept und musste das Break zum 3:5 und wenig später den Satzverlust hinnehmen.

Norrie zunehmend überfordert

Djokovic erlaubte sich bei eigenem Service keine Schwächen mehr, bei Norrie lief nicht mehr viel zusammen. Unter dem Druck des Publikums, das nach Andy Murray den zweiten britischen Wimbledon-Sieger in der Geschichte des Profitennis feiern wollte, schien der 26-Jährige zunehmend überfordert. So zog Djokovic davon und durfte nach 2:34 Stunden jubeln.

Für den weiter ungeimpften 35-Jährigen könnte es für diese Jahr die letzte Chance auf einen Grand-Slam-Titel sein, sollten die USA nicht doch noch ihre Einreisebestimmungen ändern. Kyrgios hatte Djokovic für dessen Verhalten während der Corona-Pandemie zunächst kritisiert. Als dem Serben allerdings die Einreise nach Australien verweigert worden war, erhielt er Unterstützung von Kyrgios. «Ich war beinahe der einzige Spieler, und jemand musste für ihn rund um das Drama bei den Australian Open aufstehen», sagte der Australier. «Dort wird Respekt verdient. Nicht auf dem Tennisplatz, sondern wenn es eine echte Lebenskrise gibt und jemand sich für dich einsetzt.»

© dpa
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