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Siegemund schimpft und weint: Wie «Betrügerin» behandelt

Zunächst erhält Laura Siegemund bei den US Open nicht nur von den Obamas Applaus. In einem hitzigen Duell wenden sich aber viele Zuschauer gegen die Schwäbin - was diese schwer enttäuscht.
Laura Siegemund
Coco Gauff
Barack und Michelle Obama

Mit Mühe hielt Laura Siegemund ihre Tränen zunächst zurück, nach mehreren Minuten einer aufwühlenden Pressekonferenz weinte sie dann doch bitterlich. Wütend und enttäuscht schimpfte die 35 Jahre alte schwäbische Tennisspielerin nach der knapp verpassten Sensation gegen Mitfavoritin Coco Gauff bei den US Open auf das amerikanische Publikum.

«Sie hatten keinen Respekt für mich, sie hatten keinen Respekt für gutes Tennis, das tut sehr weh», klagte Siegemund kurz nach Mitternacht. Sie sei wie «eine Betrügerin» und «eine schlechte Person» behandelt worden.

Nicht nur der frühere US-Präsident Barack Obama und Ehefrau Michelle aus der Loge hatten der großen Außenseiterin nach einem gelungenen Punkt im ersten Satz noch applaudiert. Doch nach mehreren Wortduellen mit der Schiedsrichterin und der Klage von Gauff über eine zu langsame Spielweise ihrer Gegnerin kippte die Stimmung im Arthur Ashe Stadium. Viele Zuschauer buhten Siegemund beim 6:3, 2:6, 4:6 vom zweiten Durchgang an aus, klatschten nach verschlagenen ersten Aufschlägen.

Tränen bei der PK

«Dieses unfaire, respektlose Verhalten gegen eine Nicht-Amerikanerin, das habe ich bislang nur auf diesem Court erlebt», sagte Siegemund. «Es ist das erste Mal, dass ich in einer Pressekonferenz weine.»

Ihre 19 Jahre alte Gegnerin Gauff hatte während der knapp dreistündigen Partie bemängelt, dass Siegemund zwischen den Ballwechseln länger als die erlaubte Zeit zur Vorbereitung brauche. «Sie ist nie bereit, wenn ich aufschlage - wie kann das fair sein?», beschwerte sich die Weltranglistensechste bei der Unparteiischen Marijana Veljovic. Die Deutsche kassierte wegen Verstößen gegen die Zeitregeln zwei Verwarnungen, wodurch Gauff einen Punkt zugesprochen bekam.

Auch anderes Verhalten missfiel Gauff. «Ich habe noch nie eine Spielerin so viel mit der Schiedsrichterin sprechen gesehen», kritisierte der US-Star vor der Weltpresse. «Die große Diskussion hat ja sie gemacht», erwiderte Siegemund wenige Minuten später einen Raum weiter.

Starker Auftritt

Durch die Nebengeräusche geriet der starke Auftritt der Weltranglisten-121. in den Hintergrund. Siegemund hatte sich durch die Qualifikation gekämpft und für die schwere Aufgabe einen klaren Plan zurechtgelegt. Immer wieder ging sie aggressiv ans Netz, returnierte mit Unterschnitt und ließ ihre 16 Jahre jüngere Gegnerin mit Stoppbällen laufen. Im ersten Satz wirkte Gauff zusehends entnervt, nach 43 Minuten segelte eine Rückhand zum überraschenden Satzgewinn für Siegemund ins Aus.

Das erste Spiel des zweiten Durchgangs wurde zur großen Nervenprobe, dauerte alleine 26 Minuten. Siegemund debattierte plötzlich mit der Schiedsrichterin, Gauff nutzte den achten Breakball im Spiel, ging in Führung und holte sich den Satz souverän. Im dritten Durchgang kämpfte Siegemund gegen die Niederlage, musste sich jedoch mit physischen Nachteilen geschlagen geben.

Sie wird bei den US Open nun noch im Damen-Doppel im Einsatz sein und hat auch für das Mixed gemeldet. Beide Titel hat Siegemund in der Vergangenheit in Flushing Meadows bereits gewonnen. Auf die Frage, ob sie sich mit 36 erneut zu den US Open zurückkehren würde, antwortete sie: «Ich würde nur wiederkommen, weil es ein Slam ist. Aber bestimmt nicht, um den Leuten eine Show zu bieten. Wenn sie so agieren, verdienen sie keine Show. Ich bin geschockt.»

© dpa ⁄ Florian Lütticke, dpa
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