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Politt punktet in St. Wendel - Vernon gewinnt Sekundenhatz

Beim Start der Deutschland Tour verpasst Nils Politt nur knapp den Sieg, punktet aber dennoch. Ein ursprünglich als Starter angekündigter Branchenstar fehlt.
Nils Politt
Sammelte beim Prolog wertvolle Sekunden: Nils Politt. © Alexander Neis/Eibner-Pressefoto/dpa

Mit einem Tigersprung wie bei einem Massensprint hechtete Nils Politt beim Sekundenkampf im saarländischen St. Wendel über den Zielstrich.

Bei hochsommerlichen Temperaturen wollte sich der deutsche Meister im 2,3 Kilometer langen Zeitfahren zum Auftakt der 38. Deutschland Tour ein möglichst gutes Polster für den weiteren Ausgang der Heimat-Rundfahrt und einen möglichen zweiten Gesamtsieg sichern. Das gelang dem Rad-Profi vom Team Bora-hansgrohe auch.

«Ich bin eigentlich relativ zufrieden. Zu der Konkurrenz habe ich nicht viel Zeit verloren. Ich schaue von Tag zu Tag, morgen wird die erste schwere Etappe sein», sagte Politt im Anschluss an die Sekundenhatz.

Engländer gewinnt Sekundenhatz

Mit einer Zeit von 2:26,910 Minuten wurde der gebürtige Kölner letztlich gestoppt und landete damit auf dem fünften Platz. Dem 29-Jährigen fehlten auf den britischen Auftaktsieger Ethan Vernon 3,34 Sekunden. Die Plätze zwei und drei belegten der dänische Ex-Weltmeister Mads Pedersen (+1,27) und der Niederländer Maikel Zijlaard (2,81). Jannik Steimle landete mit einer Zeit von 2:27,21 Minuten als zweitbeser Deutscher auf Platz sechs.

Vernon, eigentlich ein Sprintspezialist, wird am Donnerstag im Roten Trikot des Gesamtführenden auf die erste Etappe gehen - beim Kampf um den Gesamtsieg jedoch wohl keine große Rolle spielen. Das will jedoch Politt, um seinen zweiten Gesamtsieg nach 2018 einzufahren. «Wir wollen die bestmögliche Ausgangssituation für die kommenden Etappen schaffen. Ich denke, dass es dieses Jahr eine knappe Geschichte wird», sagte der Tour-de-France-Etappensieger des Jahres 2021.

Froome doch nicht dabei

Auf einige große Namen, deren Teilnahme rund 14 Tage vor dem Start von den Organisatoren noch angekündigt wurde, fanden doch nicht den Weg ins Saarland. So verzichtet der britische Titelverteidiger Adam Yates, in diesem Jahr Dritter der Tour de France, ebenso auf einen Start wie sein Landsmann Chris Froome, seines Zeichens viermaliger Gewinner der Frankreich-Rundfahrt. Das Fehlen Froomes habe keine besonderen Gründe, wie sein Team Israel - Premier Tech am Rande des Auftakts auf dpa-Anfrage mitteilte. 

Am Donnerstag könnte die Spitze der Gesamtklassement dann ein neues Gesicht bekommen. Die 179 Kilometer von St. Wendel nach Merzig haben durchaus ansprechenden Klassikercharakter. Ein ständiges Auf und Ab, teilweise mit sehr steilen Rampen, prägt vor allem den Mittelteil der Etappe. Zum Finale in Merzig wartet eine schwere Zielrunde mit einem Anstieg, den einige Profis bereits aus dem Jahr 2018 kennen.

Zu Ende geht die 2018 nach einer zehnjährigen Pause wieder aufgelegte Deutschland Tour nach insgesamt 732 Kilometern am Sonntag in Bremen. Winterberg und Essen sind zuvor die Zielorte der Rundfahrt.

© dpa ⁄ Christoph Sicars, dpa
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