Zverev wieder auf dem Tennisplatz - US-Open «noch weit weg»

Olympiasieger Alexander Zverev schlägt wieder die ersten Bälle. Aber noch «sehr, sehr vorsichtig». Bei den US-Open wird er wohl noch fehlen.
Ist mit Blick auf sein Comeback zurückhaltend: Alexander Zverev. © Christophe Ena/AP/dpa

Nach seinen ersten Schlägen auf dem Tennisplatz nach über zwei Monaten kam bei Olympiasieger Alexander Zverev große Erleichterung auf, mit Blick auf sein Comeback bleibt er aber zurückhaltend.

«Ich bin froh. Erstens wie ich gespielt habe, das war sehr überraschend nach über zwei Monaten und zweitens, dass ich wirklich gar keine Schmerzen habe», sagte der 25-Jährige nach seinem ersten leichten Training am Samstag den Fernsehsendern RTL und ntv. «Klar habe ich mich sehr vorsichtig bewegt, habe noch keinen Druck aufgebaut auf meinen Fuß - aber jetzt können wir weiterschauen.»

Nach seiner schweren Fußverletzung am 3. Juni im Halbfinale der French Open gegen Rafael Nadal, wo er umknickte und sich alle drei seitlichen Bänder im rechten Sprunggelenk gerissen hatte, arbeitet Zverev hart an seinem Comeback. Die US-Open ab 29. August werden aber wohl ohne ihn stattfinden. «Das ist noch zu früh. Ich habe jetzt zum ersten Mal Tennis gespielt, sehr, sehr vorsichtig. Aber um bei einem Grand Slam zu spielen, ist es noch weit weg. Mal schauen, wie das funktionieren wird», sagte Zverev. Er hofft eher auf den Davis Cup in seiner Heimatstadt Hamburg Mitte September: «Klar, da hoffe ich mal, dass ich zu 100 Prozent fit bin.»

Zverev offenbart Diabetes-Erkrankung

Zugleich überraschte Zverev mit seiner Offenbarung, dass er seit seinem vierten Lebensjahr mit der Diagnose Diabetes Typ 1 lebt. «Als kleiner Junge habe ich mir darüber keine großen Gedanken gemacht, später mehr und mehr. Ich will zeigen, dass man es mit dieser Krankheit ganz weit schaffen kann», sagte Zverev und gab zudem die Gründung seiner Stiftung «Alexander Zverev Foundation - Aufschlag gegen Diabetes» bekannt.

«Jetzt, viele Jahre später und auch mit den Erfolgen im Rücken, fühle ich mich wohl dabei und sicher genug, um mit dieser Initiative an die Öffentlichkeit zu gehen», sagte Zverev.

Neben der Bereitstellung von Insulin und weiteren lebensnotwendigen Medikamenten finanziert seine Stiftung Projekte für betroffene Kinder und Jugendliche. «Ich bin in der privilegierten Situation, ein Leben zu führen, das ich immer führen wollte. Ich wollte immer Tennis spielen, auf Turniere rund um den Globus reisen und zu den besten Tennisspielern der Welt gehören», sagte Zverev. Das sei ihm nur durch die bedingungslose Unterstützung seiner Familie gelungen.

Ihm sei bewusst, dass nicht alle Kinder solches Glück hätten und «daher ist es mir ein großes Anliegen, etwas zurückzugeben und anderen Betroffenen auf ihrem Weg zu helfen».

Diabetes (Zuckerkrankheit) ist eine Stoffwechselkrankheit, der Körper kann dadurch kaum oder kein Insulin mehr produzieren. Der Typ 1, wie bei Zverev, ist bisher nicht heilbar, so dass die Betroffenen ihr Leben lang Insulin spritzen müssen.

© dpa
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