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IOC lässt Olympia-Zukunft für Boxen weiter offen

Die IOC-Spitze lässt die olympische Zukunft des Boxsports weiter offen. Der Deutsche Verband bleibt gelassen. Kricket soll dagegen 2028 in Los Angeles dabei sein.
IOC
Die IOC-Exekutive tagt derzeit in Mumbai. © Rafiq Maqbool/AP/dpa

Boxen ist weiter nicht Teil des olympischen Programms der Sommerspiele 2028 in Los Angeles. Die Spitze des Internationalen Olympischen Komitees entschied in Mumbai, den skandalgeplagten Sport vorerst nicht für die Spiele in fünf Jahren zu berücksichtigen.

Hintergrund ist der anhaltende Streit mit der vom IOC wegen Korruption und Wettbewerbsverzerrung ausgeschlossenen International Boxing Association (Iba). Boxen ist daher derzeit ohne olympischen Verband. 

Endgültig ist der Ausschluss aber nicht. «Ich werde nicht müde zu sagen, dass wir Boxen im olympischen Programm haben wollen», sagte IOC-Präsident Thomas Bach nach der Sitzung der Exekutive. Das IOC habe kein Problem mit den Boxern, sondern nur mit der Iba. 

IOC-Taskorce kümmert sich um Boxen in Paris

Allerdings steht schon ein Konkurrenzverband namens World Boxing bereit. Im Falle einer Anerkennung durch das IOC könnte dieser Verband als Ausrichter des olympischen Turniers in Los Angeles auftreten. Die Qualifikation für Paris 2024 und die olympischen Kämpfe liegen in den Händen einer vom IOC eingesetzten Taskforce - wie schon zuletzt bei Olympia in Tokio.

Der Deutsche Boxsport-Verband (DBV) reagierte gelassen auf die Entscheidung. «Ich bin weiter optimistisch, dass Boxen 2028 auch wegen der bis in die Antike zurückreichenden Geschichte olympisch sein wird», sagte Präsident Jens Hadler auf dpa-Anfrage. «Die Entscheidung war zu erwarten, weil der alte Weltverband abgesetzt ist und der neue Verband World Boxing sich erst finden muss», fügte er hinzu. Ende November soll die Satzung von World Boxing in Frankfurt/Main verabschiedet werden.

Der bislang nicht für 2028 berücksichtigte Moderne Fünfkampf und das Gewichtheben werden in Los Angeles doch wieder dabei sein. Im Falle des Fünfkampfs erteilte die IOC-Spitze den Zuschlag, weil nach Olympia 2024 in Paris die umstrittene Teil-Disziplin Reiten durch einen Hindernisparcours ersetzt wird.

Zudem stimmte die IOC-Exekutive dem Vorschlag der Organisatoren aus Los Angeles zu, bei Olympia 2028 Kricket, Baseball/Softball, Lacrosse, Flag Football und Squash ins Programm aufzunehmen. Kricket, das angeblich weltweit die zweitgrößte Fanbasis nach Fußball vereint, war bislang nur 1900 in Paris olympisch. 

Auch Lacrosse kehrt nach langer Zeit zurück ins Programm. Für Squash und Flag Football ist eine Premiere. Zustimmen muss nun noch die IOC-Generalversammlung, die von Sonntag an in Mumbai tagt.

© dpa
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