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Handballerinnen stehen im Viertelfinale: «Großes geschafft»

Deutschlands Handballerinnen sind bei der WM nicht zu stoppen. Das DHB-Team gewinnt auch gegen Serbien und erreicht sein Minimalziel. Der fünfte WM-Sieg hat Folgen für Olympia.
Meike Schmelzer
Meike Schmelzer jubelt während des Spiels gegen Serbien. © Henning Bagger/Ritzau Scanpix/AP/dpa

Die deutschen Handballerinnen feierten zu Tina Turners Party-Klassiker «Simply the best» ausgelassen ihren Viertelfinaleinzug bei der Weltmeisterschaft in Skandinavien.

Dank einer deutlichen Leistungssteigerung setzte die DHB-Auswahl ihren beeindruckenden Erfolgslauf auch gegen Serbien fort und sicherte sich durch ein 31:21 (14:13) das Ticket für eines der Olympia-Qualifikationsturniere im Frühjahr. In der lange Zeit hart umkämpften Partie war Antje Döll mit fünf Treffern beste deutsche Werferin.

«Wir haben etwas ganz Großes geschafft. Die Mädels sind ruhig geblieben und haben das in der zweiten Halbzeit gebogen», lobte Bundestrainer Markus Gaugisch und sparte mit Kritik: «Aus meinem Mund wird heute kein «aber» kommen. Wir haben es gemeinsam gerockt und Großes erreicht.»

Arm in Arm hüpfen die Siegerinnen über das Parkett. Dann startete Co-Kapitänin Emily Bölk nach ihrem 100. Länderspiel eine La Ola vor dem deutschen Fanblock.

Highlight-Spiel gegen Dänemark

Zum Abschluss der Vorrunde geht es für das deutsche Nationalteam am Montag in Herning gegen Titelkandidat und Co-Gastgeber Dänemark. «Das ist ein Highlight-Spiel, das wir uns verdient haben. Wir wollen alles raushauen, was geht», kündigte Gaugisch an. Im Viertelfinale könnte es zu einem lösbaren Duell mit Schweden, Ungarn oder Montenegro kommen.

Die Runde der besten Acht war das Minimal des deutschen Kaders. Die letzte WM-Medaille liegt 16 Jahre zurück - 2007 holte die DHB-Auswahl Bronze. Der Auftritt gegen Serbien machte anfangs nur bedingt Hoffnung auf eine weitere Medaille.

Deutsche Abwehr muss geduldig sein

Gaugisch hatte «keinen handballerischen Leckerbissen» erwartet und der Bundestrainer sollte Recht behalten. 5000 Zuschauer sahen die erwartet eklige Partie, in der die Serbinnen das Tempo verschleppten und ihre Angriffe sehr lange ausspielten. Gegenstöße lief der Gruppenletzte fast überhaupt nicht. Die deutschen Abwehrspielerinnen um Meike Schmelzer mussten geduldig sein.

Die Defensive stand kompakt, doch erneut zeigte das DHB-Team Schwächen im Angriffsspiel. Ohne Spielmacherin Alina Grijseels (Oberschenkelprellung) leistete sich Deutschland zu viele Fehlwürfe in den ersten Minuten. Gaugisch schimpfte an der Seitenlinie und nahm nach 15 Minuten die erste Auszeit. «Vollgas», forderte der 49-Jährige lautstark beim Stand von 5:7.

Ein prominenter Gast

Die Ansprache wirkte. Bölk und Maren Weigel drehten mit gewaltigen Würfen aus dem Rückraum die Partie. Vor den Augen von Ex-Bundestrainer Henk Groener blieb die deutsche Offensive aber anfällig für Fehler und ließ zu viele aussichtsreiche Chancen ungenutzt. Das schnelle Spiel funktionierte nicht.

Die intensive Videoanalyse in der Pause brachte zunächst nicht den gewünschten Erfolg. Der deutsche Kader ließ sich von den Gegnerinnen einlullen und fand keine Lücken in der serbischen Defensive. Fünf Minuten waren in der zweiten Halbzeit gespielt und Deutschland wartete immer noch auf seinen ersten Treffer.

Dass der Außenseiter nun zu ungestüm agierte und sich mehrere Foulspiele leistete, kam dem DHB-Team entgegen. In doppelter Überzahl drehte Deutschland die Partie erneut und ging 15 Minuten vor Ende erstmals mit fünf Toren in Führung (21:16). Die serbische Gegenwehr war gebrochen und Deutschland baute seine Führung aus.

© dpa ⁄ Jordan Raza, dpa
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