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«Großer Champion»? Zverev vor viel Arbeit in New York

In der dritten Runde der US Open trifft Alexander Zverev auf einen Lieblingsgegner. Vor möglichen Duellen mit den ganz Großen muss sich der Olympiasieger noch steigern.
Alexander Zverev
Steht bei den US Open in der dritten Runde: Alexander Zverev. © Eduardo Munoz Alvarez/ AP/dpa

Alexander Zverev verzog kurz das Gesicht. Den Vergleich mit Carlos Alcaraz und Novak Djokovic schob der Olympiasieger nach dem holprigen Drittrunden-Einzug bei den US Open möglichst weit weg.

«Um ehrlich zu sein, bin ich in meinem Comeback-Jahr. Ich bin die Nummer zwölf der Welt, nicht die Nummer drei», sagte der 26-Jährige auf die Frage, ob es ihn besonders anstachele, dass sich der öffentliche Fokus in New York auf die beiden Superstars der Szene und nicht auf ihn selbst richte. «Nächstes Jahr ist ein vernünftigerer Zeitpunkt, um darum zu reden.»

Dass er wieder zur absoluten Weltspitze gehört, will Zverev bereits bei dieser Auflage des letzten Grand-Slam-Turniers des Jahres beweisen. In vier Sätzen gegen Davis-Cup-Kumpel Daniel Altmaier zeigte er jedoch noch keine Titelform. Vor Gedankenspielen zu einem möglichen Achtelfinale gegen den formstarken Italiener Jannik Sinner oder einem Viertelfinal-Duell mit Titelverteidiger Alcaraz wartet nun am Samstag (Ortszeit) ein Lieblingsgegner auf den Hamburger. 

Lieblingsgegner wartet

Die vergangenen fünf Aufeinandertreffen mit dem Bulgaren Grigor Dimitrow entschied Zverev für sich, dieses Jahr gab es zwei lockere Siege bei den French Open und der US-Open-Generalprobe in Cincinnati. «Er ist ein unglaublicher Spieler», lobte der 32-Jährige seinen deutschen Kontrahenten. «Wir haben ein paar Matches gespielt - und ja, die letzten paar Mal war er besser als ich.» 

Doch Zverev verwies warnend auf den starken Zweitrunden-Auftritt von Dimitrow gegen einen großen Champion vergangener Tage aus Großbritannien. «Wenn er (Andy) Murray glatt in drei Sätzen schlägt, spielt er gut, richtig?», sagte der Finalist von 2020. «Ich denke, jedes Turnier ist anders. Ich erwarte etwas ganz anderes hier.» Mit einem Sieg würde Zverev verhindern, dass das Achtelfinale von New York erstmals seit 2009 wieder komplett ohne deutschen Profi im Einzel der Herren oder Damen stattfindet.

Bei Grand-Slam-Turnieren teilt er ein Schicksal mit seinem nächsten Gegner. Auch wenn Dimitrow dreimal in einem Halbfinale stand, gelang dem früheren Weltranglistendritten in der Ära von Djokovic, Rafael Nadal und Roger Federer nie der große Coup. In der Aufzählung von Weltklasse-Spielern wie Tomas Berdych, David Ferrer, David Nalbandian und Robin Söderling, denen dies nicht geglückt war, vergaß Zverev auch sich selbst nicht: «Ich habe auch keinen Slam gewonnen.»

Optimistischer Altmaier

Dass Zverev dieser Triumph auch nach seiner schweren Knöchelverletzung im Vorjahr noch gelingen kann, traut ihm sein Teamkollege Altmaier zu - und nennt dafür die entscheidende Voraussetzung. «Die Qualität haben sehr, sehr viele Spieler bei dem Turnier», sagte der 24-Jährige. «Das Ding ist, ob man das auf den Platz bringen kann, wenn es zur Sache geht.»

Zumindest gegen Altmaier war Zverev in den entscheidenden Phasen da. Allerdings ließ ihn längere Zeit der Aufschlag im Stich, dazu unterliefen dem früheren Weltranglistenzweiten erstaunliche 52 unerzwungene Fehler. In der Analyse dieses wankelmütigen Auftritts wurde Zverev zum Tennis-Philosophen: «Gewinnen, wenn du gut spielst, ist einfach. Gewinnen, wenn du nicht gut spielst, ist schwieriger», sagte Zverev. «Ich denke, große Champions schaffen das immer.» Dieses Prädikat muss er sich bei Grand-Slam-Turnieren noch verdienen. 

© dpa ⁄ Florian Lütticke, dpa
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