Ministerpräsidentin als Fan - Finnlands Eishockey-Gold

30.05.2022 Im Eishockey führt kein Weg an Finnland vorbei. Wie zuvor nur Schweden 2006 gewann der Olympiasieger auch die WM. Toni Söderholm beschreibt den finnischen Weg als «unspektakulär», aber «effizient».

Selbst Ministerpräsidentin Sanna Marin trug als Zuschauerin in der WM-Arena das blau-weiße Eishockey-Trikot und sang die Nationalhymne mit.

Bundestrainer Toni Söderholm war als Fan zuhause beeindruckt vom packenden Triumph seines Heimatlandes. Emotionaler als mit dem 4:3 nach Verlängerung gegen Rekordchampion Kanada hätte das vierte WM-Gold für Finnlands Eishockey-Kollektiv nicht sein können. «Wenn Finnland in einem Jahr Olympia und die Weltmeisterschaft gewinnt, muss man den Hut ziehen. Es ist unglaublich», sagte Söderholm am Montag. «Sie haben es vor den heimischen Fans gemeistert, wo viele sagen, dass viel Druck da ist. Das ist eine gute Bestätigung für die Reise, auf der sie sind.»

Ein WM-Sieg vor eigenen Fans war zuletzt Schweden 2013 gelungen. Nur die Schweden hatten zuvor 2006 ebenfalls im gleichen Jahr bei den Winterspielen und der Weltmeisterschaft triumphiert. Wie 1995, 2011 und 2019 feierten die Finnen jetzt in ihrer Nationalsportart.

Söderholm: «Unspektakulär, aber effizient»

Trotz nur rund 5,5 Millionen Einwohnern hat sich Finnland zum momentanen Nonplusultra im Welt-Eishockey entwickelt. «Im Großen und Ganzen haben sie 2019 mit einer von den Namen her schlechteren Mannschaft die Weltmeisterschaft gewonnen. Dass sie da die WM gewonnen haben, hat einen Riesenpush gegeben», sagte Söderholm. Für seine deutsche Mannschaft war die WM im Viertelfinale gegen Tschechien zu Ende gegangen (1:4).

Als einen wichtigen Faktor für den Erfolg seines Heimatlandes hob Ex-Profi Söderholm die Zusammenarbeit im finnischen Eishockey hervor. «Es gibt diese Aussage vom Verband, dass du egal, in welche Halle du gehst, die gleichen Sachen trainiert werden. Es ist eine Zusammenarbeit auf allen Ebenen», sagte der 44-Jährige, der zuvor eine bessere Talentförderung im deutschen Eishockey angemahnt hatte: «Es ist ein Kollektiv. Es ist unspektakulär, aber es ist effizient.»

Zittern bis zum Schluss

Spektakulär verlief das Finale vor 11.486 Zuschauern am Sonntagabend in Tampere. Bis 132 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit hatten sich die Gastgeber schon wie Heim-Weltmeister gefühlt, ehe zwei späte Tore des 27-maligen Weltmeisters Kanada noch einmal Zweifel aufkommen ließen. Als Sakari Manninen dann in der siebten Minute der Verlängerung das Siegtor schoss, gab es auch bei der 36 Jahre alten Ministerpräsidentin Sanna Marin kein Halten mehr.

Selbstverständlich beglückwünschte sie die Weltmeister, der finnische Präsident Sauli Niinistö lud die Mannschaft in seine Sommerresidenz Gullranda ein. «Die Goldmedaille in der eigenen Arena am Hals zu tragen, ist das beste Gefühl überhaupt», sagte Siegtorschütze Manninen. Wie Manninen und der zweifache Final-Torschütze Mikael Granlund dürfen sich auch Nationalcoach Jukka Jalonen und Kapitän Valterri Filppula nun als Nationalhelden fühlen.

Finnlands Revanche

Viermal bei den vergangenen sechs Weltmeisterschaften standen sich Finnland und Kanada im Endspiel gegenüber. Vor einem Jahr hatte Finnland das WM-Finale noch gegen Kanada in Riga verloren, damals ebenfalls nach Verlängerung. 15 mit einigen NHL-Stars verstärkten Olympiasiegern von Peking gelang nun die Revanche. «Wenn die NHL-Spieler zu den Turnieren kommen, sind sie nicht die tragenden Spieler, sondern die Mannschaft ist der tragende Faktor», sagte Söderholm: «Es ist eine kollektive Mission.»

Zum ersten Mal gewannen die Finnen eine WM-Medaille daheim und können 2023 nachlegen. Gemeinsam mit der lettischen Hauptstadt Riga ist Tampere wieder Austragungsort. Auch Deutschland wird in der Vorrunde in Tampere voraussichtlich auf den Weltmeister treffen.

© dpa

Weitere News

Top News

Tv & kino

Featured: Nope: Das Ende und die Bedeutung des Sci-Fi-Horrors erklärt

Champions league

Supercup: Wunderreise vorbei: Frankfurt verliert gegen Real Madrid

Tv & kino

Hollywood: Johnny Depp als Ludwig XV. vor der Filmkamera

Tv & kino

RBB-Affäre: Unmut über mögliche Abfindung für Schlesinger

Internet news & surftipps

Wegen Streit mit Twitter: Musk verkauft so viele Tesla-Aktien wie noch nie

Internet news & surftipps

Kriminalität: BSI warnt vor Einsatz unsicherer Funk-Türschlösser

Job & geld

Arbeitsrecht: Nach Urlaub in Quarantäne: Wann Beschäftigten Lohn zusteht

Das beste netz deutschlands

Erkunden und Knobeln : «Escape Academy»: Ein kniffliges Escape-Room-Abenteuer

Empfehlungen der Redaktion

Sport news

Eishockey-Weltmeisterschaft: Emotionaler finnischer WM-Sieg vor heimischem Publikum

Sport news

Eishockey: DEB-Team bei WM 2023 gegen Weltmeister Finnland

Sport news

DEB-Team: Eishockey-WM als Olympia-Wiedergutmachung?

Sport news

Eishockey: WM 2023 wohl erneut in Finnland - Lettland Co-Ausrichter?

Ausland

Verteidigungsbündnis: Erdogan hält an Veto gegen Nato-Norderweiterung fest

Ausland

Krieg gegen die Ukraine: Finnland will Nato-Beitritt - Schweden dürfte folgen

Sport news

WM in Finnland: Eishockey-Bundestrainer Söderholm: «Es waren einige Fehler»

Sport news

Eishockey-Weltmeisterschaft: Auftakt für das DEB-Team: Sauna-Besuch als Einstimmung