Sportspitzen wollen Härtefall-Gelder auch für Sportvereine

Viele Sportvereine geraten durch Energiekrise und Inflation in Bedrängnis. Spitzenvertreter rufen verstärkt nach mehr finanzieller Hilfe von der Politik.
Zu viele Sportvereine sind noch von fossilen Energien abhängig, und Schwimmbäder, Saunen und Spas sind energieintensiv. © Stefan Sauer/dpa

Der deutsche Sport drängt wegen der Folgen der Energiekrise auf weitere Hilfsgelder. Es sei nicht nachvollziehbar, dass die Sportvereine bislang von der Härtefallregelung des Bundes ausgeschlossen seien, sagte DOSB-Vorständin Michaela Röhrbein im Sportausschuss des Bundestages.

Einer Umfrage des Deutschen Olympischen Sportbundes zufolge sehen sich rund sechs Prozent der 87.000 deutschen Sportvereine durch die steigenden Energiekosten und die Inflation in ihrer Existenz bedroht.

Die Vereine könnten die wachsenden Belastungen nicht mehr über Einsparungen oder höhere Mitgliedsbeiträge auffangen, zumal die Folgen der Corona-Pandemie weiter spürbar seien, sagte Röhrbein. «Die Reserven sind nun so gut wie aufgebraucht», betonte die DOSB-Vorständin für Sportentwicklung. Die beschlossenen Entlastungen auch der Sportvereine über die Strom- und Gaspreisbremse seien wichtig, würden in vielen Fällen aber nicht ausreichen.

«Schützen Sie die Vereine»

Auch der Vorsitzende der Sportministerkonferenz, Michael Ebling (SPD), machte sich dafür stark, Vereine mit hohem Energiebedarf in den Härtefallfonds aufzunehmen. Bund und Länder hatten zuletzt beschlossen, aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds zwölf Milliarden für Einrichtungen und Betriebe zur Verfügung zu stellen, die kaum Strom und Gas sparen können.

Acht Milliarden davon sollen an Kliniken und Pflegeeinrichtungen gehen. Aber auch Kultureinrichtungen sollen gezielte Hilfen erhalten. Der Sport sieht sich hier übergangen. «Schützen Sie die Vereine, sie sind das Tragwerk unserer demokratisch verfassten Gesellschaft», sagte DOSB-Spitzenfunktionärin Röhrbein.

Das für den Sport zuständige Bundesinnenministerium signalisierte Unterstützung. Man werde sich «auf allen politischen Ebenen» für eine Berücksichtigung des Sports bei der Härtefallregelung einsetzen, versicherte Staatssekretär Mahmut Özdemir (SPD).

Zudem mahnten der DOSB und Ebling als Vertreter der Sportminister an, verstärkt in eine modernere Infrastruktur des deutschen Sports zu investieren. «Der Sanierungsstau bei den Sportstätten beläuft sich auf einen zweistelligen Milliardenbetrag», sagte Röhrbein. Zu viele Sportvereine seien noch von fossilen Energien abhängig.

© dpa
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