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Doping-Affäre in China: Nada will transparente Aufklärung

Berichte über angebliche Doping-Fälle in China sorgen im Schwimmsport für Wirbel und Ärger bei Sportlern. Die Nationale Anti-Doping Agentur hofft auf schnelle Antworten in der Causa.
Lars Mortsiefer
Lars Mortsiefer ist der Vorstandsvorsitzende der Nada. © Michael Kappeler/dpa

In der Affäre um mutmaßlich nicht geahndete Dopingfälle im chinesischen Schwimmen fordert die Nationale Anti-Doping Agentur Deutschland (Nada) eine transparente Aufarbeitung.

«Es sind weiterhin viele Fragen im Blick auf den Umgang der Wada (Welt-Anti-Doping-Agentur) mit den Vorfällen im chinesischen Schwimmsport offen», sagte der Nada-Vorstandsvorsitzende Lars Mortsiefer bei der Jahres-Pressekonferenz in Berlin.

Die Wada habe einen unabhängigen Staatsanwalt zur Prüfung eingesetzt. «Wir erhoffen uns zeitnah klare, fundierte Antworten und Guidance für die Zukunft der Anti-Doping-Arbeit», sagte Mortsiefer. Dafür müssten auch die bisherigen Berichte und Statements in der Causa offengelegt werden. «Nur so kann das Vertrauen in die Integrität des internationalen Anti-Doping-Systems aufrechterhalten oder, sofern es den verloren gegangen ist, wiederhergestellt werden.»

Nach Recherchen der ARD-Dopingredaktion und der «New York Times» sowie einem Bericht der australischen Zeitung «Daily Telegraph» waren 23 Top-Schwimmerinnen und -Schwimmer bei einem nationalen Wettkampf in China Anfang 2021 positiv auf das Herzmittel Trimetazidin getestet worden.

Die Wada hatte die Ermittlungen nach eigenen Angaben mit der Begründung eingestellt, dass den Sportlern nach einem «mehrwöchigen Überprüfungsprozess» weder Verschulden noch Fahrlässigkeit anzulasten sei. Strafen seien nicht verhängt worden. Der chinesischen Anti-Doping-Agentur Chinada zufolge sind die positiven Dopingtests auf Verunreinigungen in einer Hotelküche zurückzuführen. Bei Olympia in Tokio gewann das 30-köpfige chinesische Team im Juli/August 2021 sechs Medaillen, darunter dreimal Gold.

Mortsiefer machte deutlich, dass die Nada anders mit einem solchen Fall umgegangen wäre. «Wir würden immer eine Benachrichtigung an den jeweiligen Athleten raussenden und ihn bei einer solchen Substanz unmittelbar vorläufig suspendieren», sagte er. Selbst wenn eine Kontamination im Raum steht, hätte dem mit Wada-akkreditierten Laboren nachgegangen werden müssen. «Nach aktuellem Kenntnisstand stellen wir fest, dass das Regelwerk wohl unterschiedlich interpretiert wird oder werden kann.»

© dpa
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