Eisbären-Coach nimmt Spieler in Schutz: «Keine Roboter»

30.04.2022 Im ersten Finalspiel der DEL gegen München geht der Titelverteidiger nach einer 3:0-Führung noch als Verlierer vom Eis. Ihr strapaziöses Pensum lassen die Eisbären nicht als Entschuldigung gelten.

Eisbären-Trainer Serge Aubin setzt auf Erholung. © Christophe Gateau/dpa

Serge Aubin ließ nach dem 3:4 im ersten Playoff-Finale gegen den EHC Red Bull München Milde walten.

«Man muss den Fuß auf dem Gaspedal behalten, aber wir haben etwas nachgelassen. Das Momentum ist zu den Münchenern gewechselt, und es war schwer, es wieder zurückzuholen», sagte der Trainer der Eisbären Berlin. Trotz der Enttäuschung nahm der Kanadier sein Team in Schutz: «Das ist Eishockey. Die Spieler sind menschliche Wesen, keine Roboter.»

Die Eisbären verpassten es am Freitagabend, für einen perfekten Start ins Finale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) zu sorgen. Der Titelverteidiger verspielte einen Drei-Tore-Vorsprung. Mit Blick auf das zweite Spiel der Best-of-Five-Serie am Sonntag in München (15.15 Uhr/Magentasport und ServusTV) hofft der Eisbären-Coach nun auf Lerneffekte aus der Auftaktniederlage. «Wir werden das Spiel analysieren, die Fehler beheben und weitermachen», sagte er.

Hartes Pensum

Dass die Berliner die zweite Begegnung innerhalb von 24 Stunden bestreiten mussten, nachdem sie sich erst am Vorabend mit einem Sieg im fünften Halbfinale gegen die Adler Mannheim für die Endrunde qualifiziert hatten, mochte Aubin nicht als Entschuldigung gelten lassen. Entscheidend für die Wende zugunsten der Münchener war für ihn vielmehr eine vierminütige Zeitstrafe gegen Angreifer Kevin Clark beim Stand von 3:0 im zweiten Drittel.

Im folgenden Powerplay der Münchener wurde der Spielfluss unter anderem durch zwei lange Videobeweise immer wieder gestört, schließlich erzielten die Gäste ihren richtungsweisenden ersten Treffer. «Durch die ganzen Unterbrechungen haben wir etwas den Fokus auf das Spiel verloren», sagte der Kanadier.

München-Coach happy

Auch Nationalspieler Jonas Müller sah keine körperlichen Gründe für die Niederlage gegen die Münchener, die ihr voriges Spiel bereits am Sonntag bestritten hatten und ausgeruht nach Berlin angereist waren. «Ich glaube, dass alle fit waren. Wir waren von Anfang an bereit, Gas zu geben, und haben dann auch die Tore gemacht», betonte der 26 Jahre alte Verteidiger. «Es war nur eine kurze Phase, in der wir wirklich unkonzentriert waren. Da haben wir die Pucks zu leicht verloren und nicht aus dem eigenen Drittel herausgebracht. Daran hat es gelegen.»

Münchens Trainer Don Jackson zeigte sich hingegen nach der erfolgreichen Aufholjagd seines Teams überglücklich. «Ich bin stolz auf meine Spieler. Das war ein bemerkenswertes Comeback. Es war schon ein bisschen verrückt, ich bin immer noch etwas geschockt», sagte er. Der 65 Jahre alte US-Amerikaner bemühte sich aber auch, die Euphorie zu dämpfen: «Es war nur ein Sieg von drei nötigen. Den nehmen wir mit, denken aber weiterhin nur von Spiel zu Spiel.»

© dpa

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