Eishockey-WM als Olympia-Wiedergutmachung?

Mit 16 Teams beginnt am Freitag in Helsinki und Tampere die Eishockey-Weltmeisterschaft. Das deutsche Team will Wiedergutmachung.
Deutschlands Eishockey-Nationalteam steht kurz vor der Eishockey-WM. © Philipp von Ditfurth/dpa

Mit einem Vorrundenspiel gegen Titelkandidat Kanada startet Deutschlands Eishockey-Nationalteam am Freitag (19.20 Uhr/Sport1 und MagentaSport) in die Weltmeisterschaft in Finnland.

Drei Monate nach der Olympia-Enttäuschung strebt eine umgekrempelte Auswahl eine Wiedergutmachung für das frühe Aus in Peking an. «Es war auch lehrreich zu wissen, wie alle reagieren, wenn es nicht so läuft, wie man sich das erhofft. Alle wollen sich besser präsentieren», sagt Bundestrainer Toni Söderholm, für den das Turnier in seiner Heimat etwas Besonderes ist.

Antworten auf einige Fragen vor dem WM-Beginn in Tampere und Helsinki.

Wer sind die Favoriten?

Zu den Topfavoriten zählen Olympiasieger und Gastgeber Finnland sowie Titelverteidiger Kanada. Wird Kanada wieder Weltmeister, sind die Nordamerikaner mit 28 Titeln alleiniger Rekordweltmeister vor Russland, das wegen des Angriffs auf die Ukraine ausgeschlossen ist. Vor einem Jahr in Riga entschieden die Kanadier nach einem schwachen Start ins Turnier das WM-Endspiel gegen Finnland mit 3:2 nach Verlängerung für sich. «Ich glaube, an den Finnen muss man irgendwann vorbei. Ich glaube, Kanada wird eine starke Mannschaft haben», sagt Söderholm: «Und es wird interessant zu sehen, was die Tschechen mit Kari Jalonen als neuem Trainer machen.» Das Endspiel ist am 29. Mai.

Wie sehen die deutschen Chancen aus?

In Riga im vergangenen Jahr begeisterte die Söderholm-Truppe und gehörte erstmals seit der Heim-WM 2010 zu den Top Vier. In Peking folgte der herbe Rückschlag. Das Team sprach offen von Goldambitionen - und scheiterte vor dem Viertelfinale. Und jetzt? Das Viertelfinale ist wie in den vergangenen Jahren das Minimalziel. Die Aussagen klingen aber nicht mehr so forsch. «Natürlich wollen wir in die K.o.-Runde», sagt der deutsche Sportdirektor Christian Künast natürlich dennoch.

Auf wen kommt es im deutschen Team an?

Im Blickpunkt stehen vor allem die drei NHL-Profis: Weltklasse-Torhüter Philipp Grubauer (30), Verteidiger-Star Moritz Seider (21) und Stürmer Tim Stützle (20). «Das ist gut fürs deutsche Eishockey, weil die Strahlkraft der Jungs dem Sport in Deutschland hilft und uns mit der Qualität als Mannschaft enorm nach vorn bringt», sagt Kapitän Moritz Müller. Wie der frühere NHL-Verteidiger Korbinian Holzer wird auch Müller eine Führungsrolle übernehmen.

Wer sind die deutschen Gegner?

Der Auftakt hat es in sich. Erster von sieben Vorrundengegnern ist Kanada, die einzige Top-Nation in der deutschen Gruppe. Gleich am Samstag geht es gegen den Olympia-Dritten Slowakei, gegen die die Deutschen bei den Winterspielen in Peking ausgeschieden waren (0:4). Gegen Frankreich, Dänemark, Italien und Kasachstan sollten Punkte her. Zum Abschluss wartet das Prestigeduell mit der Schweiz - als womöglich entscheidende Partie für das Viertelfinale. «Über die Schweiz brauchen wir gar nicht reden, ob sie eine gute Mannschaft auf die Beine bringen oder nicht. Herausforderungen gibt es genügend, wenn wir in die Gruppe schauen», sagt Söderholm.

Wie ist der Modus?

Die ersten Vier der beiden Achtergruppen ziehen ins Viertelfinale ein, das über Kreuz mit der anderen Vorrundengruppe ausgetragen wird. Deutschland trägt seine Vorrundenspiele der Gruppe A in Helsinki aus. Die andere Gruppe spielt in Tampere. Dort steigt auch das Finalwochenende mit den Halbfinals, dem Spiel um Platz drei und das Endspiel. Anders als 2021 steigen die beiden schlechtesten Teams der Vorrunde ab - wie vor der Corona-Krise.

Wie wirkt sich die Corona-Pandemie auf die WM aus?

Nur wenig. Anders als 2021 wird das Turnier nicht in einer Blase ausgetragen. Die Spieler dürfen in der Freizeit auch in der Stadt bummeln. Vor einem Jahr kehrten Zuschauer erst im Turnierverlauf sehr eingeschränkt zurück. Diesmal sind volle Hallen erlaubt. Als Vorsichtsmaßnahme war vor der Abreise laut Sportdirektor Künast ein PCR-Test Pflicht, bei der Ankunft lediglich ein Schnelltest. Alle Tests bei der Ankunft am Dienstag seien negativ ausgefallen, teilte der Deutsche Eishockey-Bund mit.

Wo sind die Spiele im Fernsehen zu sehen?

Alle deutschen Partien werden bei Sport1 gezeigt. Dazu laufen ausgewählte internationale Spiele, das Viertelfinale, das Halbfinale und das Endspiel im frei empfangbaren Fernsehen. Ihren Kunden bietet auch MagentaSport im Internet die deutschen Spiele und internationale Spiele ab dem Viertelfinale an.

© dpa
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