Boxweltverband lässt Sportler aus Russland und Belarus zu

Der Boxweltverband IBA lässt Sportler aus Russland und Belarus wieder zu seinen Wettkämpfen zu. Das hat der Verwaltungsrat des Verbandes beschlossen. Die Sportler dieser Länder dürfen unter ihren Nationalflaggen antreten. Bei Siegen werden ihre Nationalhymnen gespielt.
Der Präsident des Boxweltverbandes IBA: Der Russe Umar Kremlew. © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

Die Entscheidung hatte Präsident Umar Kremlew beim Kongress des Verbandes vor anderthalb Wochen in Eriwan angekündigt. «Sowohl das IOC als auch die internationalen Verbände müssen alle Athleten schützen, und es sollte keine Diskriminierung aufgrund der Nationalität geben», hatte der Russe gesagt. «Es ist unser aller Pflicht, Sport und Athleten von der Politik fernzuhalten.»

Damit stellt sich die IBA gegen die Vorgabe des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Sportler aus Russland und Belarus nach dem russischen Überfall auf die Ukraine von internationalen Wettkämpfen möglichst auszuschließen. Nachdem das IOC dem Verband fehlende Fortschritte und Transparenz bei Führung und Finanzen vorgeworfen hatte und Boxen bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles zu streichen droht, scheint Kremlew alle Zurückhaltung aufzugeben. Der Russe sieht sich gestärkt, weil er beim Kongress von 75 Prozent der 155 abstimmenden Nationalverbände als Präsident bestätigt worden war.

«Die Anerkennung der International Boxing Association (IBA) wurde bereits 2019 vom IOC ausgesetzt und bleibt ausgesetzt», teilte das IOC in einer Reaktion mit. Der IOC-Exekutivrat werde die Gesamtsituation des Boxens bei seiner nächsten Sitzung umfassend überprüfen, einschließlich anderer aktueller Entwicklungen wie der Ergebnisse seines außerordentlichen Kongresses.

Kremlew scheint bereit zu sein, Boxen notfalls ohne eine olympische Zukunft weltweit zu organisieren. «Ich arbeite für Sie, nicht für eine dritte Organisation», rief er den Mitgliedsverbänden beim Kongress zu und betonte: «Wir sollten nicht olympisches Boxen sagen, sondern IBA-Boxen.» Seit Kremlew Präsident ist, werden mit Hilfe des russischen Energie-Unternehmens Gazprom hohe Preisgelder bei Weltmeisterschaften gezahlt. Die nationalen Verbände profitieren ebenfalls.

© dpa
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